Bürgerprotest

Essener wehren sich weiter gegen Bebauung von Grünfläche

Dina Jankowski (ganz links) gibt nicht auf: Gemeinsam mit Werner Dregereit (r.), Günter Jankowski (2.v.l.) und Jasmin Dregereit (2.v.r.) kämpft sie mit allen Mitteln für den Erhalt der Grünfläche am Plänkerweg. Unterstützt wird sie auch von den Lokalpolitikern des Essener Bürgerbündnisses Andreas Walter (3.v.l.) und Arndt Gabriel (3.v.r.).

Dina Jankowski (ganz links) gibt nicht auf: Gemeinsam mit Werner Dregereit (r.), Günter Jankowski (2.v.l.) und Jasmin Dregereit (2.v.r.) kämpft sie mit allen Mitteln für den Erhalt der Grünfläche am Plänkerweg. Unterstützt wird sie auch von den Lokalpolitikern des Essener Bürgerbündnisses Andreas Walter (3.v.l.) und Arndt Gabriel (3.v.r.).

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Katernberg.  Die Initiative „Rettet die Katernberger Grünflächen“ kämpft gegen die Bebauung einer Wiese und hat nun Lokalpolitiker zu einer Diskussion geladen.

Die Bürgerinitiative „Rettet die Katernberger Grünflächen“ lässt nicht locker und kämpft weiterhin gegen die geplante Bebauung der großen Wiese am Plänkerweg durch Vonovia: Nun lädt sie für Freitag, 31. Juli, 18 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion ein. Direkt am Plänkerweg stellen sich Politiker aus der Bezirksvertretung den Fragen der Initiative und der Anwohner.

Dina Jankowski ist das Gesicht und die Sprecherin der Initiative: Die Mutter einer kleinen Tochter hat schon als Kind auf der herrlichen Wiese am Plänkerweg Fußball und Federball gespielt, hat mit Freundinnen unter den hohen Bäumen gepicknickt und im Teenageralter in warmen Sommernächten lauschige Stunden hier verbracht. Und auch als junge Mutter nutzt sie – wie alle anderen Familien, Paare und Alleinstehende, die ringsum wohnen - die großzügige Grünfläche. Jetzt, in Corona-Zeiten, sogar noch mehr als zuvor.

Bei Bodenproben wurden Schwermetalle gefunden

Als sie im vergangenen Herbst von den Bebauungsplänen erfuhr – der Wohnungsriese Vonovia plant hier bis zu 48 Wohnungen und eine Kita – war sie geschockt und wurde sofort aktiv. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat sie versucht, nicht nur die Anwohner der Wiese, sondern auch die örtlichen Politiker mit ins Boot zu holen, hat das Gespräch mit Vonovia geführt, hat Briefe an den Oberbürgermeister geschrieben, Plakate gemalt und einfach keine Ruhe gegeben. Mittlerweile ist die 30-Jährige schon fast zu einer Spezialistin geworden, kann Bebauungspläne und Gesetzesvorgaben lesen und verstehen und weiß, wie Lokalpolitik funktioniert.

So hat sie mit finanzieller Hilfe der DKP Bodenproben an der Wiese entnehmen und von einem unabhängigen Labor prüfen lassen. „Dies wurde bereits zuvor von einer uns unbekannten Stelle getan. Von den Ergebnissen haben wir nichts erfahren. Aber wir wollten wissen, was sich im Boden befindet“, erklärt sie den Grund für die von der Initiative beauftragte Untersuchung. Tatsächlich fanden sich Blei, Kupfer, Cadmium, Zink und Arsen in den Proben, wie der Prüfbericht bestätigt. Zwar nicht in einer lebensbedrohlichen Menge, „aber wir möchten trotzdem nicht, dass hier bald die Bagger den Boden aufschaufeln“.

Enttäuscht von der Bezirksvertretung, die der Bebauung einstimmig zugestimmt hat

Immer wieder kämpft sie um Aufmerksamkeit, hat einen langen Brief mit ihrem Anliegen an den Oberbürgermeister geschrieben und einen noch längeren zurückbekommen. „Zusammengefasst steht dort, dass unsere Interessen hinter den Interessen, neuen Wohnraum und Kitaplätze zu schaffen, zurückstecken müssen“, zeigt sich Dina Jankowski enttäuscht. Sobald eine Kita im Spiel sei, so ihr Eindruck, würde die Stadt reflexartig zu allem Ja und Amen sagen.

„Wir sind nicht gegen Kita-Plätze. Wir haben der Stadt viele Vorschläge gemacht, wo man in Katernberg Kitas bauen könnte. Zum Beispiel in nicht genutzten Wohnungen und Häusern“, sagt sie. Enttäuscht ist sie aber auch von der Bezirksvertretung, die einstimmig entschieden hat, die Wiese zu bebauen ohne ein einziges Mal mit den Menschen, die dort leben, zu sprechen. „Hier in Katernberg haben nicht so viele Leute einen eigenen Garten oder Balkon, hier gibt es nicht so viele schöne Grünflächen, die wohnungsnah sind. Dazu kommt noch der Klimawandel – eine weitere Verdichtung führt zu noch höheren Temperaturen. Deswegen muss dieser große Grünzug bleiben.“

Mittlerweile unterstützen zumindest die Linken und die beiden Vertreter vom Essener Bürgerbündnis, Andreas Walter (Fraktionsvorsitzender der EBB BV VI) und Arndt Gabriel (Stadtrat und Mitglied der Initiative rettet die Katernberger Grünflächen), den Protest - auch wenn sie anfänglich für die Bebauung gestimmt haben. „Zu der Podiumsdiskussion haben wir allerdings alle Parteien, die der Bezirksvertretung angehören, eingeladen. Nur die CDU hat sich überhaupt nicht gerührt. Das finde ich“, sagt Dina Jankowski, „enttäuschend“.

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