Corona-Hotspot

Essener Urlaubswillige stürmen Arztpraxen für Corona-Test

Für Urlauber aus Hotspots wie Essen sind Corona-Tests (Symbolbild) kostenlos – vorerst allerdings nur in der ersten Herbstferienwoche bis zum 17. Oktober.

Für Urlauber aus Hotspots wie Essen sind Corona-Tests (Symbolbild) kostenlos – vorerst allerdings nur in der ersten Herbstferienwoche bis zum 17. Oktober.

Foto: Robert Michael / dpa

Essen.  Die Essener Hausärzte bekommen die Zuspitzung der Corona-Krise in Essen heftig zu spüren. Urlauber nutzen die Möglichkeit zum kostenlosen Test.

Die Zuspitzung der Corona-Krise in Essen hat den Essener Allgemeinmedizinern einen turbulenten Start in die erste Woche der Herbstferien beschert. Denn besonders gefragt waren am Montag und auch noch am Dienstag Corona-Tests, mit denen sich Urlauber vor einem drohenden Beherbergungsverbot in einem anderen Bundesland schützen wollen. Der Essener Ärztesprecher Dr. Ralph-D. Köhn begrüßt den Erlass der Landesregierung, Menschen aus dem Corona-Hotspot Essen kostenlose Corona-Tests zu ermöglichen.

„Diese Lösung ist sinnvoll, weil sie den Menschen den Urlaub ermöglichen kann, die ihre Reise schon geplant hatten, als Essen noch längst kein Hotspot war“, sagt Köhn. Unglücklich sei aus Sicht der Essener Hausärzte das mehrstündige „Informationsloch“ am Montag gewesen, das für zum Teil chaotische Zustände in den meisten Arztpraxen gesorgt habe. Denn bereits am Vormittag hatte sich die Nachricht von den kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus den Hotspots herumgesprochen, „aber erst am späten Nachmittag erreichten uns die konkreten Ausführungsbestimmungen.“

Corona-Test ist für Urlauber aus Hotspots wie Essen bis zum 17. Oktober kostenlos

Zusammen mit 18 weiteren Kreisen und kreisfreien Städten in NRW ist die Stadt Essen von Gesundheitsminister Laumann angewiesen worden, ihren Bürgern in der ersten Herbstferienwoche (bis 17. Oktober) kostenlose Corona-Tests zu ermöglichen, sofern sie innerhalb der Herbstferien in Deutschland verreisen wollen. Einen Reisenachweis müssen sie in der Arztpraxis jedoch nicht vorlegen. Der Hintergrund: Etliche Bundesländer haben Beherbergungsverbote ausgesprochen für Urlauber aus Risikogebieten wie Essen. In der Ruhrmetropole war der Grenzwert am Wochenende überschritten worden, weil der Inzidenzwert (Zahl der Neu-Infizierten, heruntergebrochen auf 100.000 Einwohner) bei 57 lag.

In seiner eigenen Praxis musste Dr. Köhn allein am Montag außer der Reihe 25 Corona-Tests im Zusammenhang mit dem Beherbergungsverbot durchführen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass auch deutlich mehr Corona-Tests aufgrund eines Erkrankungsverdachts erfolgten und das zusätzlich zum regulären Praxisbetrieb. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hätten die Patienten aber verständnisvoll auf die neue Lage reagiert.

Der Laborbefund darf nicht älter als 48 Stunden sein

Bei den Corona-Tests handele es sich nicht um einen Schnelltest („Antigen-Test“), sondern um die exaktere Abstrich-Untersuchung. Nach dem Abstrich im Nasen-Rachen-Bereich, auch „großer Abstrich“ oder „PCR-Abstrich" genannt, werde die entnommene Probe ins Labor geschickt. Die Labore, so Köhn, arbeiteten zügig, würden Abstriche aufgrund Erkrankungsverdacht bevorzugt abarbeiten und könnten somit das Ergebnis bei Urlaubsindikation nicht von heute auf morgen liefern. Entscheidend für die weitere Urlaubsplanung des Patienten sei, dass der Befund nicht älter als 48 Stunden sein dürfe. Aus diesem Grunde empfiehlt Dr. Köhn unbedingt die rechtzeitige Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt.

Der Essener Ärztesprecher geht fest davon aus, dass der Düsseldorfer Erlass zu den kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus NRW-Hotspots wie Essen bis einschließlich 17. Oktober gültig bleiben wird – also unabhängig davon, ob der täglich ermittelte Inzidenzwert in Essen zwischenzeitlich unter die 50er-Marke sinkt. Eine tägliche Prüfung der Inzidenzzahl sei für Arztpraxen nicht zumutbar.

Immer mehr Patienten sehen Rot – für Ärztesprecher ein Indiz, dass die Warn-App funktioniert

Die deutliche Zunahme von Corona-Infektionen in Essen in den letzten Tagen schlägt sich nach Beobachtungen der Ärzteschaft auch in der Corona-Warn-App nieder. Im Sommer habe die Warn-App über Woche so gut wie keine Auffälligkeiten verzeichnet und daher überwiegend die Farbe „Grün“ angezeigt. „Jetzt kommen immer mehr Patienten in die Praxis, bei denen die Warn-App Rot zeigt“, sagt Köhn. Für ihn der Beweis, dass die Corona-Warn-App funktioniert.

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