Vereine

Essener Turnvereine werben um Mitglieder und Ehrenamtliche

Am eher tristen Sonntag nutzten viele Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Eltern und Großeltern das Bewegungsangebot der Kinderturnbörse.

Foto: Socrates Tassos

Am eher tristen Sonntag nutzten viele Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Eltern und Großeltern das Bewegungsangebot der Kinderturnbörse.

Essen.   Die Gemeinschaft Essener Turnvereine (GET) stellte sich bei der Turnbörse vor. Dabei ging es auch um neue Mitglieder und ehrenamtliche Kräfte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist eine Präsentation der Essener Turnvereine und zugleich eine praxisnahe Mitgliederwerbung: Bei der Kinderturnbörse in der Sporthalle der Gesamtschule Bockmühle konnten Kinder und Jugendliche am Sonntag Sportarten wie Akrobatik, Trampolinspringen oder Gerätturnen ausprobieren. Zudem stellte die Gemeinschaft Essener Turnvereine (GET) heraus, welchen Beitrag zu Integration und Inklusion die 65 örtlichen Turnvereine leisten – und wie dringend sie nach Ehrenamtlichen suchen.

Die fünf Sporthallen waren an diesem tristen Sonntag proppevoll, Kinder jeden Alters nahmen gemeinsam mit Eltern oder Großeltern das kostenlose Angebot gern an. „Es sind viele Familien hier, die sonst Eintritt für Kino oder Schwimmbad ausgegeben hätten“, sagt Susanne Berndt von der GET. Die Ursprungsidee der Börse, dass Kinder sich austoben und Sportarten kennenlernen können, sei mit Leben gefüllt worden. Auch Sportabzeichen wurden abgenommen, etwa das „Kinderturnabzeichen für alle“, bei dem die Übungen so abgewandelt sind, dass Kinder mit Behinderungen teilnehmen können.

Sportverein ist Heimat, Ort der Integration und Inklusion

„Beim Sport sind alle gleich, ein Sportverein ist Heimat, Ort der Integration und Inklusion“, betont Berndt. Unterstrichen werde dieser Anspruch durch die bundesweite „Offensive Kinderturnen“, die allen Kindern von drei bis sieben den Zugang zum Turnen ermöglichen will; unabhängig von Behinderung, sozialer und kultureller Herkunft.

Übungsleiter, Sportlehrer oder Erzieher konnten sich außerdem auf der Börse austauschen oder Anregungen holen. Das Angebot sei über die Jahre immer größer geworden – die Zahl der Ehrenamtlichen dagegen immer kleiner, bedauert Susanne Berndt. Dabei seien die Vereine ohne die freiwilligen Helfer schlichtweg aufgeschmissen. „Deshalb versuchen wir hier zum Beispiel auch, Eltern zu animieren, damit sie als Gruppenhelfer oder Übungsleiter Vereine und Abteilungen unterstützen.“

Das Personalproblem kennen praktisch alle Vereine

Das „Personalproblem“ kennen praktisch alle Vereine; so sagt Isabella Weyers, die die Mädchenturnabteilung des TuS 84/10 leitet: „Die Vereine gehen auf dem Zahnfleisch. In manchen Sportabteilungen braucht es mehrere, ausgebildete Personen.“ Zu kämpfen habe man auch mit der Ganztagsbetreuung in den Schulen, die bis weit in den Nachmittag reicht: „So muss der Sportbetrieb nach hinten verschoben werden – gerade für kleine Kinder ist das oft zu spät.“ Und schließlich kämpfe man mit Raumnöten, ergänzt Gudrun Schakau-Folgner an, Trainerin und Geschäftsführerin des TuS: „Die eine Halle ist wegen des Dachs gesperrt, die andere wegen des Bodens. Dann muss man schnell reagieren und Leistungsgruppen verlegen.“

>>ESSENER TURNVEREINE HABEN 20 000 MITGLIEDER

Der Gemeinschaft Essener Turnvereine e.V. (GET) gehören insgesamt 65 Turnvereine und -abteilungen an. Die Vereine zählen zusammen 20 000 Mitglieder aller Altersstufen.

Die GET bietet Fortbildungen an, etwa zum Übungsleiter. Diese werden überall gesucht.

Die Kinderturnbörse gibt es alle zwei Jahre. Diesmal beteiligten sich gut zehn Vereine aktiv. Andere halfen mit Gruppenhelfern und Übungsleitern.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik