Sporthallen

Essener Turnvereine schreiben Brandbrief an OB Kufen

22 Turn- und Sporthallen will die Stadt Essen bis zum Sommer 2022 sanieren. Weitere werden unter die Lupe genommen.

22 Turn- und Sporthallen will die Stadt Essen bis zum Sommer 2022 sanieren. Weitere werden unter die Lupe genommen.

Foto: Foto: Knut Vahlensieck

Essen.  Essener Turnvereine fürchten um ihre Existenz. Ihre Hallen werden saniert und deshalb gesperrt. OB Kufen soll aufs Tempo drücken.

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In einem Brandbrief an Oberbürgermeister Thomas Kufen hat die Gemeinschaft der Essener Turnvereine (GET) ihre Sorge angesichts der bevorstehenden Sanierung zahlreicher städtischer Turn- und Sporthallen zum Ausdruck gebracht. Die betroffenen Vereine fürchten um ihr Überleben.

Der Essener Sportbund (Espo) hatte auch die Essener Turnvereine in Informationsveranstaltungen darüber in Kenntnis gesetzt, was in den kommenden Jahren auf sie zukommt. Konkrete Planungen seitens der Sport- und Bäderbetriebe und der städtischen Immobilienwirtschaft gibt es bislang für 22 Sporthallen. „So sehr sich unsere Vereine darüber freuen, dass der desolate Zustand dieser Hallen beseitigt werden soll, so sehr sind sie wegen der vorgelegten Bauzeitenpläne um ihre Existenz besorgt“, heißt es in dem Schreiben an OB Kufen.

Zwölf Sporthallen bleiben gleichzeitig geschlossen

Allein der Umstand, dass zwölf Hallen gleichzeitig geschlossen bleiben, lasse erkennen, welche Probleme auf die betroffenen Vereine zukämen. Sie mussten zudem erfahren, dass die Stadt keine oder nicht genügend ausreichende Ausweichzeiten in anderen Hallen zur Verfügung stellen werde. Erwartet werde von den Vereinen vielmehr, dass sie sich selbst darum kümmern sollen. Das gilt im übrigen auch für die in den Hallen untergebrachten Sportgeräte, was bei den betroffenen Vereinen auf großes Unverständnis stößt.

Da von Schließungszeiten von bis zu eineinhalb Jahren ausgegangen werde, sei abzusehen, dass sich die Vereinsmitglieder damit nicht abfinden werden und sich nach Alternativen zu ihrem Sportverein umgucken. „Die Folge wird sein, dass Vereine in ihrem Bestand bedroht sind“, schreiben Ulrich Geißmayer und Gerhard Gente, die als Vorsitzender und Geschäftsführer der GET unterzeichnet haben. Die Dachorganisation der 65 Turnvereine- und Abteilungen vertritt nach eigenen Angaben 18.000 Mitglieder.

In den städtischen Sporthallen hat sich über die Jahre ein gewaltiger Sanierungsstau aufgetürmt. Die Stadt hatte angekündigt, in den kommenden Jahren 60 Millionen Euro in den Hand zu nehmen, um die Hallen instandzusetzen.Im Sommer 2022 soll die letzte von 22 Sporthallen wieder uneingeschränkt genutzt werden können.

Sportvereine drängen aufs Tempo und bitten den Oberbürgermeister, die Planungen zu überprüfen

Die Gemeinschaft der Turnvereine bittet den Oberbürgermeister, die Planungen noch einmal überprüfen zu lassen. Ziel müsse es sein, die Arbeiten schneller zu bewältigen. In den Vorständen vertretene Fachleute aus dem Bauhandwerk hätten auf den Informationsveranstaltungen des Espo ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die geplanten Sanierungen so lange dauern sollen.

Die Gemeinschaft der Turnvereine hat nach den Worten ihrer Spitzenfunktionäre den Eindruck gewonnen, dass die Arbeit der Turnvereine in der Stadtverwaltung nicht den Stellenwert genieße, der ihr zukomme.

Es genüge nicht in Sonntagsreden das hohe Lied aufs Ehrenamt zu singen, sondern die Verantwortlichen in dieser Stadt würden an ihren Taten gemessen, heißt es in dem zweiseitigen Schreibens. Es folgen Sätze, die als unverhohlene Drohung verstanden werden dürfe: „Sollten sich die Vereinsvorstände von Ihnen im Stich gelassen fühlen, wird sich das negativ auf das Leben in unserer Stadt auswirken und vermutlich auch in den Ergebnissen bei den kommenden Kommunalwahlen ihren Niederschlag finden.“

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