Türkei-Wahlen

Essener Türken gehen nun doch in der Messe wählen

Wie 2014 wird auch in diesem Jahr die Messe zum Stimmlokal für die Türkei-Wahl umfunktioniert. Bis zu 75 000 Wähler aus Mülheim, Essen und dem Regierungsbezirk Arnsberg werden erwartet.

Wie 2014 wird auch in diesem Jahr die Messe zum Stimmlokal für die Türkei-Wahl umfunktioniert. Bis zu 75 000 Wähler aus Mülheim, Essen und dem Regierungsbezirk Arnsberg werden erwartet.

Foto: Jakob Studnar

Essen.  Ankara ließ sich von den Sicherheitsbedenken der Stadt Essen offenbar beeindrucken. Bis zu 75 000 Wähler werden in 13 Juni-Tagen erwartet.

Während die (un)freiwillige türkische Wahlkampfhilfe durch deutsche Nationalkicker noch für Empörung sorgt, kann wenigstens das Essener Rathaus den Abstimm-Alarm eine Stufe herunterschalten. Denn Ankara hat jetzt signalisiert: Die Türkei-Wahl, sie geht nun doch nicht im Türkischen Generalkonsulat am Zehnthof in Kray über die Bühne, sondern auf dem Messe-Gelände an der Norbertstraße in Rüttenscheid.

Offenbar haben die Einwände der Stadtverwaltung wie auch der Polizei gefruchtet, die nicht nur ein veritables Verkehrs-Chaos fürchteten, sondern auch massive Sicherheitsbedenken äußerten, sollten binnen 13 Tagen tatsächlich bis zu 75 000 Türken zur Stimmabgabe ins Konsulat kommen. „Wir wären da ganz schön ins Rotieren gekommen“, sagt Essens Ordnungsdezernent Christian Kromberg – erklärtermaßen „froh, dass es nun auf die Messe hinausgelaufen ist“.

Im Falle eines Falles ein zweiter Wahlgang

Bereits vor vier Jahren war die Messe als Stimmlokal ausgeguckt worden, eine problemlose, für die Türkei aber teure Angelegenheit, die auch diesmal mit sechsstelligen Kosten zu Buche schlagen dürfte. Doch am Preis soll der doppelte Urnengang für Parlament und Präsident offenbar nicht scheitern, zumal es ein knappes Ergebnis werden könnte.

Vom 7. bis zum 19. Juni läuft die erste Wahlrunde, zu der türkische Wähler aus Mülheim, Essen und dem Regierungsbezirk Arnsberg erwartet werden. Sollte bei der Präsidentenwahl kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, gibt es einen zweiten Wahlgang vom 30. Juni bis zum 4. Juli. Ob der Andrang am Ende wirklich so groß ausfällt, wie vermutet, muss sich erst noch erweisen. Dank Özil und Co. – vielleicht nun doch.

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