„Walking Football“

Essener spielen Fußball ohne Sprints, Flanken und Grätschen

Rennen, grätschen, flanken – falsch. Beim „Walking Football“ geht es ruhiger zu. Rainer Küpper (li.) und Ingo Schwarz wollen die Sportart beim TuS Holsterhausen anbieten.

Foto: Socrates Tassos

Rennen, grätschen, flanken – falsch. Beim „Walking Football“ geht es ruhiger zu. Rainer Küpper (li.) und Ingo Schwarz wollen die Sportart beim TuS Holsterhausen anbieten.

Essen-Holsterhausen.   Der TuS Holsterhausen gründet eine Abteilung für "Walking Football". Auch beim FC Schalke und VfL Wolfsburg wird diese Fußball-Variante gespielt.

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Es zwickt im Knie, die Hüfte tut weh – und das vielleicht sogar schon vor dem Training. Wie soll man da noch Fußball spielen? Das geht: langsamer, fairer, aber ganz und gar nicht langweilig und anspruchslos. Wer auch im Alter die Fußballschuhe nicht an den Nagel hängen möchte, ist demnächst beim TuS Holsterhausen richtig. Der Verein an der Pelmanstraße richtet eine Abteilung für „Walking Football“ ein.

Hier gibt es keine harten Zweikämpfe, Grätschen sind verboten. Und auch auf den Pass in die Tiefe muss verzichtet werden. Denn es gilt: Wer rennt, wird zurückgepfiffen. „Walking“ eben, man geht. Außerdem darf der Ball nicht über Hüfthöhe gepasst werden. Die Sportart soll die perfekte Alternative sein für alle sein, die beim traditionellen Fußball nicht mehr mithalten können. „Es ist ein langsameres und sehr passorientiertes Fußballspiel“, erklärt TuS-Vorstandsmitglied Ingo Schwarz. Gespielt wird sechs gegen sechs auf einem kleinen abgesteckten Feld. Aber genaue Standards gibt es noch nicht. Der Deutsche Fußballbund (DFB) ist zwar auf die Sportart aufmerksam geworden, hat aber noch kein einheitliches Regelwerk veröffentlicht.

Ehemalige Sportler wollen aktiv bleiben

Während es in England und den Niederlanden bereits zahlreiche Abteilungen für „Walking Football“ gibt, sind in Deutschland bisher nur wenig Clubs wie der FC Schalke oder der VfL Wolfsburg auf den Trend aufgesprungen.

„Wir erleben es so häufig, dass sich ehemalige Sportler nicht vorstellen können, von jetzt auf gleich gar nicht mehr aktiv zu sein“, sagt Schwarz. „Deshalb haben wir uns ,Walking Football’ genauer angeschaut und entschieden, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen“. Damit sei man der erste Verein in Essen. Rainer Küpper vom TuS, der die Idee dazu hatte, hofft aber, dass andere Vereine in der Stadt nachziehen. „Wir wollen ja mit der Mannschaft auf Dauer nicht nur trainieren. Aktuell müssten wir für ein Auswärtsspiel bis an die holländische Grenze fahren.“

Frauen und Männer ab 55 Jahren können mitspielen

Da sich die Abteilung noch im Aufbau befindet, sei der Verein mit Blick auf die Trainingszeiten relativ flexibel, man könne sich nach den Spielern richten. „Das Training sollte vormittags oder am frühen Nachmittag stattfinden. Wann genau und wie oft wir trainieren wollen, hängt aber von den Spielern ab“, erklärt Ingo Schwarz.

Mitmachen kann jeder. „Ob man nun erfahrener Fußballer ist oder nicht, spielt keine Rolle. Unser Aufruf richtet sich an alle Frauen und Männer, die über 55 Jahre alt sind.“ Auch der Trainerposten in Holsterhausen muss noch besetzt werden. „Wir suchen dafür einen Übungsleiter, der Lust und Zeit hat, etwas Neues zu probieren“, wirbt Schwarz.

Fokus liegt nicht auf Leistung, sondern auf Spaß

Da es beim „Walking Football“ naturgemäß etwas ruhiger zugeht, soll auch im Training der Fokus nicht auf Leistung gelegt werden. „Es geht viel um den Spaß und um das Miteinander“, sagt Rainer Küpper. „Auch neben dem Platz.“

Interessierte können sich bei Rainer Küpper unter 0176 / 66 60 80 80 melden oder eine E-Mail an der Verein, Betreff „Walking Football“, schreiben: info@tusholsterhausen.de.

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