Verkehr

Essener Polizei fährt auf dem Radschnellweg Streife

Informierten vor Ort: Peter Kayser (VCD), Jörg Brinkmann (ADFC), Martin Weltering (Polizei), Frank Battler (Stadt) Karl-Heinz Webels und  Wolfgang Packmohr (v. l.).

Informierten vor Ort: Peter Kayser (VCD), Jörg Brinkmann (ADFC), Martin Weltering (Polizei), Frank Battler (Stadt) Karl-Heinz Webels und Wolfgang Packmohr (v. l.).

Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   Die Essener Polizei will den Radschnellweg überwachen, aber auch von Autos blockierte Radstreifen. Der Verkehrsdienst steigt auf den Sattel.

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Die Essener Polizei will mit neuen Fahrrad-Streifen den Radschnellweg und andere Radtrassen, die auch von Fußgängern benutzt werden, regelmäßig überwachen. Sie geht nicht nur gegen rücksichtslose Radler vor, die Passanten gefährden, sondern auch gegen Falschparker, die Fahrradstreifen blockieren sowie gegen Hundehalter, die gegen die Anleinpflicht verstoßen und damit das Unfallrisiko erhöhen. Der Verkehrsdienst der Polizei ist auf dem Sattel bald auch schneller. Die Beamten bekommen vier elektrobetriebene Pedelecs für 14.000 Euro, damit ihnen ertappte Verkehrssünder nicht einfach davonradeln können.

Die Initiative für die Überwachung ging von Wolfgang Packmohr, Leiter der Polizeidirektion Verkehr, aus. „Die Stadt Essen will den Radverkehr forcieren. Dann müssen wir auch Sorge dafür tragen, dass der Radverkehr sicher stattfinden kann.“ Aber gerade auf den früheren Bahntrassen und kombinierten Wegen, die sowohl für Fußgänger als auch Radfahrer freigegeben sind, kommt es täglich zu Behinderungen, Gefährdungen und Streitereien. Für die Polizei Anlass genug zu Kontrollen. „Rechtsfreie Räume darf es nicht geben“, so Packmohr. Auch nicht auf dem Radschnellweg

Knöllchen für Radrowdys

Auf dem war die Polizei bisher kaum präsent. Zwar gibt es eine Fahrrad-Staffel bei der Einsatzhundertschaft, die hat aber schon mit anderen Herausforderungen genug zu tun und eigentlich keine Zeit, in die Pedale zu treten. Deshalb wird nun der Verkehrsdienst mit zwei Doppel-Streifen für mehr Kontrolle sorgen und auch Knöllchen verteilen: Wer seinen Hund nicht anleint, muss 20 bis 35 Euro zahlen. Radler, die sich Fußgängern zu schnell nähern, werden wegen nicht angepasster Geschwindigkeit mit 15 Euro zur Kasse gebeten. Und Falschparker auf Radstreifen riskieren nicht nur mindestens 20 Euro Strafe, sie müssen auch damit rechnen, dass ihr Fahrzeug sofort abgeschleppt wird.

Der Verkehrsdienst wird an verschiedenen Orten mit dem Rad auf Streife sein. „Aus Sicht eines Radfahrers sehen wir schnell, wo Handlungsbedarf besteht“, betont Polizeidirektor Packmohr.

Gelbe Denkzettel als Warnung

Am Dienstag postierte sich die Polizei an einem abschüssigen Abschnitt der Rheinischen Bahn am Niederfeldsee – und verteilte erstmal nur gelbe „Denkzettel.“ Die ließ die Verkehrsunfallprävention für Radler, Fußgänger und Autofahrer drucken, um auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Da hatte Leiter Martin Waltering schon in kurzer Zeit viele mitunter riskante Konfliktsituationen beobachtet und zur Vorsicht ermahnt. Karl-Heinz Webels von der Verkehrswacht unterstützt die Aktion. „Wir appellieren an die gegenseitige Rücksichtnahme.“

Der Essener Fahrradclub ADFC ist mit dabei: „Schwarze Schafe gibt es bei Radfahrern wie bei Autofahrern“, sagt Sprecher Jörg Brinkmann.

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