Musiktheater

Essener Philharmonie feiert Offenbach mit Kölsch und Can Can

Entertainer Götz Alsmann schlüpfte in die Rolle des Komponisten Jacques Offenbach, hier an der Seite von Schauspielerin Ingrid Domann. 

Entertainer Götz Alsmann schlüpfte in die Rolle des Komponisten Jacques Offenbach, hier an der Seite von Schauspielerin Ingrid Domann. 

Foto: Sven Lorenz

Essen.   „Sommernachtstraum“ gratuliert dem Jubilar Jacques Offenbach zum 200. Geburtstag. Entertainer Götz Alsmann schlüpft in die Rolle des Komponisten.

Fünf Stunden lang kreiste der diesjährige „Sommernachtstraum“ in der Philharmonie um Jubilar Jacques Offenbach. Zu seinem 200. Geburtstag hatte man sich eine Menge einfallen lassen. Drei Programmteile brachten den Komponisten aus unterschiedlichen Perspektiven dem Publikum näher: Offenbach als Hit-Schreiber mit Olga Pudova (Sopran), Julien Behr (Tenor) und dem WDR Funkhausorchester unter Enrico Delamboye – Offenbach, der Mensch – Offenbach als Meister der französischen Operette mit der Aufführung eines Einakters.

Quiche und Currywurst im Stehen

In den beiden langen Pausen wartete neben Plakatprojektionen und dem Film „Offenbachs Geheimnis“ von István Szabó auch französische Salonmusik auf die Besucher. Und wer aktiv werden wollte, der konnte im RWE-Pavillon das Tanzbein schwingen und selber singen bei einem Can-Can- und Gesangsworkshop mit Christopher Bruckman am Klavier. Für das leibliche Wohl sorgten im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft Quiche und Currywurst im Stehen oder Zwiebelsuppe und Steak Frites im gut angenommenen Restaurant „Philharmonie Club“.

Lachen mit der Brechstange

Auf der Bühne stieß man dann dementsprechend mit Champagner und Kölsch an auf „Köbes“, den deutschen Franzosen Jakob Offenbach. Eine Art Revue, in der Götz Alsmann in die Rolle des rückblickenden Komponisten schlüpfte – nicht verkleidet (außer dem aufgeklebten Backenbart), sondern als Entertainer Götz Alsmann samt seinen vielseitigen musikalisch-mimischen Qualitäten. Autor Sascha Krohn wollte es wohl besonders witzig und originell machen, blieb aber über weite Strecken langatmig und bemüht komisch. Tiefpunkt: Der arme Offenbach musste „Mer losse d’r Dom en Kölle“ singen, nur weil er in Köln geboren wurde. Lachen mit der Brechstange.

Melodische Einfälle am laufenden Band

Bessere, spielerisch leichte Regiehand zeigte Krohn mit der Opérette-bouffe „Ein Ehemann vor der Tür“. Das war geläufiges Boulevard-Theater um Ehekrach und Lover. Fazit um 23 Uhr: weniger Text, mehr von der quirligen, moussierenden Musik und den melodischen Einfällen am laufenden Band (musikalische Leitung: Heribert Feckler).

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