Medizin

Essener Neurologen war das Gespräch mit Patienten wichtig

Das intensive Gespräch mit dem Patienten war ihm immer besonders wichtig: Prof. Peter Berlit verlässt das Krupp-Krankenhaus nach 25 Jahren. Foto:Socrates Tassos

Das intensive Gespräch mit dem Patienten war ihm immer besonders wichtig: Prof. Peter Berlit verlässt das Krupp-Krankenhaus nach 25 Jahren. Foto:Socrates Tassos

Essen.   Prof. Peter Berlit hat die Neurologie im Krupp-Krankenhaus mit der „Stroke Unit“ zur führenden Adresse im Kampf gegen den Schlaganfall gemacht.

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Als Professor Peter Berlit im Mai 1992 von Heidelberg nach Essen kam, hatte er einen klaren Plan für die Neurologie: „Mein Schwerpunkt war von vorneherein die Behandlung von Schlaganfällen.“ Damals änderte sich gerade die Therapie des Hirnschlags: „Jede Minute zählt“, lautete die neue Devise bei der Behandlung. Berlit reagierte und gründete deutschlandweit die erste „Stroke Unit“. In dieser speziellen Abteilung, die einer Intensivstation ähnelt, werden seitdem Patienten mit akutem Schlaganfall therapiert. „Das hätte ich ohne die großzügige Unterstützung von Berthold Beitz niemals geschafft, der als Vorsitzender der Krupp-Stiftung bis zu seinem Tod ein großer Förderer der Klinik war“, erinnert sich der Neurologe.

Sein Wissen hat Peter Berlit ständig erweitert, er hat geforscht, jede Menge publiziert und unterrichtet. So hat dank seiner Expertise die neurologische Fachklinik in den vergangenen 25 Jahren auch über die Grenzen NRWs einen guten Ruf erlangt. Doch Professor Berlit widmete sich nicht nur der Diagnostik und der neuesten Therapie von Schlaganfällen, er baute auch eine überregionale Multiple-Sklerose-Ambulanz und eine Ambulanz für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)-Patienten auf.

Trotz all der medizinischen Kompetenz – für Professor Berlit stand und steht immer der Mensch im Mittelpunkt: „Ein Patient ist nur dann gut zu therapieren, wenn man ihm gut zuhört“, lautete sein Leitspruch, den er auch an sein vielköpfiges Team weitergab. „Es machte mir immer große Freude, wenn ich über ein intensives Gespräch mit einem Patienten eine genauere Diagnose erstellen konnte, als die Maschinen der High-Tech-Medizin.“

Die Arbeit wird ihm fehlen

Dass ihm die Arbeit in der Klinik mit dem Team und den Patienten in Zukunft fehlen wird, gibt er unumwunden zu. Doch statt sich nur noch seiner Familie, der Leidenschaft für Musik, dem Ruder- und Laufsport zu widmen, hat sich Professor Berlit für den „Un-Ruhe-stand“ entschieden und wird weiter wissenschaftlich arbeiten. Allerdings nicht mehr in Essen, sondern in Berlin: Dort übernimmt er ab Januar eine neue Aufgabe als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: „Stillstand ist halt nichts für mich.“

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