Gastronomie

Essener Jurist sattelt nach 20 Jahren auf Kaffee um

Kaffee aller Art gibt’s ab sofort in der Espresso-Bar von Andreas Lauer: „kleinstarkschwarz“ heißt sein Betrieb.

Kaffee aller Art gibt’s ab sofort in der Espresso-Bar von Andreas Lauer: „kleinstarkschwarz“ heißt sein Betrieb.

Foto: STEFAN AREND

Rüttenscheid.   Mitten in Rüttenscheid eröffnet „kleinstarkschwarz“, eine Espresso-Bar. Das ist der lang gehegte Traum von Andreas Lauer, der 20 Jahre Jurist war.

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Vielleicht wird er das sogar noch machen: seine Robe an den Nagel hängen, und zwar nicht sprichwörtlich, sondern tatsächlich. „Ich hab’ mir das schon überlegt, direkt an die Wand der Espresso-Bar, sodass sie jeder sehen kann.“

Jurist Andreas Lauer (49) erfüllt sich an diesem Wochenende einen lang gehegten Traum: An der Kreuzung Brigitta-/Annastraße eröffnet am Sonntag, 8. Juli, 11 Uhr, seine Espresso-Bar „kleinstarkschwarz“. Dort, wo zuvor das „Le Fou“ und davor der Kiosk „Anne Bude“ waren, setzt Lauer künftig auf Kaffeespezialitäten und hochwertigen Tee, Kaltgetränke und hausgemachten Kuchen sowie kleines Frühstück schon ab acht Uhr früh.

„Als Türsteher habe ich sehr viel gelernt“

In Düsseldorf sah er mal so eine Espresso-Bar, ebenfalls in Räumen eines alten Kiosks, „da dachte ich, so was würdest du auch gern machen.“ Er ist schließlich auch ein bisschen ‘rumgekommen in der Gastronomie: Nach dem Abi, das war 1988 am Gymnasium Nord-Ost, studierte er in Bochum Jura und fing nebenbei als Türsteher an, mitten in Rüttenscheid, in einem gastronomischen Betrieb, der zuletzt die „Ego-Bar“ beherbergte.

Türsteher – nun ja: Trifft man da nicht auf Typen, die keinem Streit aus dem Weg gehen? Lauer lacht: „Als Türsteher habe ich sehr viel von dem gelernt, was ich nachher in meinem Beruf gebraucht habe – Kommunikation, die zu einem Ziel führt.“ Nur sehr selten, erinnert er sich, habe er als Türsteher wirklich Probleme bekommen.

Viele Jahre war er nebenbei in der Gastro-Szene unterwegs, nicht nur als Türsteher, nicht nur in Essen, sondern später auch viel in Düsseldorf, „ich fand das immer super.“ Doch 1999 zog er einen Schlussstrich, wurde Anwalt, spezialisierte sich später auf Strafrecht mit einer eigenen Kanzlei in Rüttenscheid. Die wird er gegen Ende des Jahres aufgeben.

Juristische Fachzeitschriften sind jetzt Bar-Deko

Die „Neue Juristische Wochenschrift“, jahrelang Pflichtlektüre gewesen, steht akkurat in Jahrgangs-Ordnern gebunden als Deko jetzt in der neuen Espresso-Bar auf einem Regal. Ansonsten: Viel Licht, viel Luft, Musik nur leise. „Hier soll man sich zurückziehen können“, sagt Lauer, „auch mal in Ruhe ein Buch lesen können beim Kaffee.“ Er setzt auf das Publikum, das ganz bewusst das Sehen-und-gesehen-werden auf der Rüttenscheider Straße meidet. Und Wert legt auf guten Kaffee: In Lauers großformatige Maschine kommt „Mokaflor“, eine Edel-Bohne aus einer italienischen Rösterei. Was es auf jeden Fall nicht gibt: Mätzchen wie süßen Sirup, den manche Kaffeeketten auf den Milchschaum spritzen. „Wir sind für Kaffeeliebhaber da“, sagt Lauer, „und solche, die es werden wollen.“

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