Bildung

Essener Gesamtschule wird Talentschule des Landes

Lukas Rüenauver vor der Gustav-Heinemann-Gesamtschule an der Schonnebeckhöfe: „Wir freuen uns wie Bolle über den Zuschlag als Talentschule.“

Lukas Rüenauver vor der Gustav-Heinemann-Gesamtschule an der Schonnebeckhöfe: „Wir freuen uns wie Bolle über den Zuschlag als Talentschule.“

Foto: Vladimir Wegener

Essen.   Die Gustav- Heinemann-Gesamtschule im Essener Norden überzeugte mit ihrem kulturellen Bildungs- und Integrationsansatz und wird Talentschule.

Wie „Bolle“ haben sie sich an der Schonnebeckhöfe gefreut: Die Landesregierung hat die erste Tranche der Talentschulen für Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Eine unabhängige Expertenjury entschied sich in einem ersten Schritt für 35 Schulen aus 149 Bewerbungen aus ganz NRW. Mit dabei ist die Essener Gustav-Heinemann-Gesamtschule – als eine von nur drei Schulen aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf.

Gesamtschule darf sich über zusätzliche Lehrer freuen

„Das ist für uns wirklich eine tolle Sache“, freut sich Schulleiter Lukas Rüenauver, der mit dem 92-köpfigen Kollegium gerade in den Zeugniskonferenzen für die über 1200 Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschule steckt. Denn mit dem Titel „Talentschule“ ist auch eine deutliche personelle Verstärkung und ein kleiner finanzieller Zuschuss verbunden. „Aber verdient hätten es eigentlich alle Schulen im Essener Norden.“ Es ist vor allem eine gute Nachricht für die Gesamtschule, die schwer mit ihrem geplanten Schul-Neubau und der Baustelle vor der Haustür zu kämpfen hat.

Dass es mehr Essener Schulen verdient hätten, darauf hat auch der Essener FDP-Landtagsabgeordneter Ralf Witzel hingewiesen, der als erster der Gustav-Heinemann-Gesamtschule gratulierte: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass weitere Essener Schulen folgen, die dann von Stadt und Land die notwendige Unterstützung und die zusätzliche Ressourcen für eine erfolgreiche Schulentwicklung erhalten.“ Denn die Talentschulen ermöglichten mehr Chancengerechtigkeit, „sie helfen, soziale Nachteile in der Bildung zu überwinden“. Witzel stellt klar: „Wir wollen mit dem Schulversuch ganz praktisch vor Ort ein Zeichen setzen und zeigen, wie beste Bildung für alle Kinder unabhängig von der sozialen Herkunft aussehen kann. Wir wollen den Schulversuch hier bei uns vor Ort zum Erfolg führen.“

Als Europaschule mehr für die Integration tun

Für die Teilnahme mussten alle Bewerberschulen Eckpunkte zu ihren pädagogischen Konzepten einreichen. Ergänzend haben die Schulträger ihre Entwicklungsziele für die Schule und den Stadtteil dargelegt. Zur Bewertung der Bewerbungen hat die Jury zudem Merkmale und Daten rund um die einzelne Schule herangezogen. Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule überzeugte vor allem mit ihrem Ansatz, als Europaschule in Essen mit einem Schwerpunkt auf der kulturellen Bildung zu zeigen, dass eine multikulturelle Gesellschaft keine Gefahr darstellt, „sondern eine große Chance ist“, sagt Schulleiter Lukas Rüenauver. „Wir wollen mit und an unserer Schule zeigen, dass Integration gelingen kann.“

Arbeit in einem schwierigen Stadtteil

Als Gesamtschule im Essener Norden, die Kinder aus allen sozialen und ethnischen Schichten vereint, traf die „Gustav-Heinemann“ damit genau das Anforderungsprofil der Talentschulen: In schwierigen Stadtvierteln mit großen Herausforderungen positiv auf die Quartiersentwicklung auszustrahlen. Leistungen und Erfolge der Schüler sollen durch besondere unterrichtliche Konzepte, zusätzliche Ressourcen und Unterstützung bei der Schulentwicklung nachweisbar gesteigert werden. Als Talentschule darf sich die Gustav-Heinemann-Gesamtschule nun über einen Zuschlag in Höhe von 20 Prozent auf den Grundstellenbedarf an Lehrern freuen: „Das sind für uns 14 zusätzliche Lehrerstellen, damit lässt sich konzeptionell stark arbeiten“, freut sich Rüenauver. Dazu kommt ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 2.500 Euro.

Zum Schuljahr 2020/21 wird es eine zweite Bewerbungsrunde geben. Insgesamt will das Land 60 Schulen als Talentschulen fördern.

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