Filmpremiere

Essener Bürger bringen Film über ihre Stadt ins Kino

Filmreif: Die Bramme von Richard Serra auf der Schurenbachhalde gehört auch zu „mein Essen“. Foto:Netzwerk Film

Filmreif: Die Bramme von Richard Serra auf der Schurenbachhalde gehört auch zu „mein Essen“. Foto:Netzwerk Film

Essen.   Premiere für „mein Essen“ in der Lichtburg. Der erste gemeinsame Film von Bürgern bringt Witziges und Ernstes, Kritisches und Kurioses ins Kino.

Wenn es um ein Bild von Essen geht, dann ist man mit Wahrzeichen schnell bei der Hand. Villa Hügel und Zeche Zollverein, Baldeneysee und Grugapark. Von all dem wird man so gut wie gar nichts sehen, wenn der Film „mein Essen“ am Sonntag, 17. Juni, in der Lichtburg in Anwesenheit von OB Thomas Kufen Premiere feiert.

Collage aus verschiedenen Perspektiven und Themen

„Mein Essen“, das ist kein Marketing-Projekt, keine bebilderte Image-Botschaft. Das etwa 50-minütige Werk ist vielmehr ein Mosaik aus unterschiedlichen Motiven, eine Collage aus verschiedenen Perspektiven und Themen. Der erste gemeinsame Kinofilm von Essener Bürgern bringt zusammen, was das alltägliche Leben zwischen Vogelheim und Werden ausmacht: Schule und Sport, Migration und Bergbau, eine kunterbunte Mixtur aus Witzigem und Ernstem, Kritischem und Kuriosem, Typen und Typischem.

Für Erwin Wiemer vom Netzwerk Film, das den Essen-Film initiiert hat, war die Resonanz erstaunlich groß. Etwas mehr als hundert Beiträge seien eingegangen, berichtet Wiemer, „mehr als wir erhofft hatten“. Auch die Qualität der Beiträge sei erstaunlich gut gewesen. Gefilmt wurde manchmal mit dem Handy, aber auch mit Foto- oder Videokamera. Manche Essener erzählen ihre Geschichte dabei in zehn Sekunden, andere in zehn Minuten. Am Ende wurde daraus ein Werk, das das filmische Experiment ebenso zulässt wie die lange Kameraeinstellung. Die A 40 im Zeitraffer oder der Besuch beim Gänsereiter-Club, Jugendliche, die vom Besuch eines Pop-Konzerts berichten oder Senioren, die an vergangene Badefreuden im Rhein-Herne-Kanal erinnern.

„Mein Essen“, das ist ein Werk der scharfen Kontraste. „Wir wollten ja keinen Hochglanzfilm machen“, erklärt Wiemer. Aber natürlich habe man sich gefragt, ob man das Vielerlei einfach aufeinander prallen lassen oder gestalten wolle. Doch die Reihenfolge, so Wiemer, habe sich am Ende fast von alleine eingestellt. Wochenlang haben die Initiatoren von Netzwerk Film das Material dafür gesichtet, den Ton angeglichen und Farbkorrekturen vorgenommen. Nach der ersten Sichtung habe man erfreut festgestellt, wie „überraschend gut das auf der großen Leinwand aussieht“. Dass „mein Essen“ nun eine richtig Filmpremiere in der Lichtburg bekommt, sogar mit Live-Begleitung des Orchesters Tuba Libre, ist der Ritterschlag für das Projekt. Allerdings dürfte es ein einmaliges Erlebnis bleiben. Wegen der problematischen Gema-Rechte für einige Musikuntermalungen der Bürgerbeiträge sei „mein Essen“ als Filmdokument wohl nicht weiter zu vermarkten, sagt Wiemer.

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