Waldbrand

Essener Bauern helfen beim Brand im Schellenberger Wald

Am Hydranten an der Heisinger Straße wurde das Güllefass mit Wasser befüllt. Dann ging es in den Wald zum Standort der Feuerwehr.

Am Hydranten an der Heisinger Straße wurde das Güllefass mit Wasser befüllt. Dann ging es in den Wald zum Standort der Feuerwehr.

Foto: L. Becker

Essen-Stadtwald/Bredeney.  Mit Güllefässern transportierten die Landwirte aus Kettwig und Werden tausende Liter Wasser zum Brandherd. Sie halfen bis zum frühen Morgen.

Die Bekämpfung des Brandes im Schellenberger Wald dauerte bis in die frühen Morgenstunden des Freitags (18. September). Neben den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und DLRG waren seit Donnerstagnachmittag auch in Werden und Kettwig ansässige Landwirte vor Ort, die mit Güllefässern immer wieder für Wassernachschub sorgten. Sie bewässerten vor allem die Hänge rund um den Brandherd an der Burgruine Isenburg.

„Zunächst habe ich nur die Rauchwolken über dem Baldeneysee wahrgenommen“, berichtet Lukas Becker. Der 26-Jährige arbeitet beim landwirtschaftlichen Betrieb Thomas Leuchten in Werden, der im Auftrag der Stadt unter anderem die Bewässerung von Straßenbäumen durchführt. Naheliegend also, dass die Profis ziemlich zügig am Donnerstagnachmittag zur Löschung des sich immer weiter ausbreitenden Feuers nahe des Lokals „Zur Heimlichen Liebe“ angefordert wurden. 30.000 Liter fasst das Güllefass, das Lukas Becker also an seinen Traktor hängte und damit zur Heisinger Straße fuhr.

Am Hydranten wurde das Fass mit Wasser befüllt, dann ging es Richtung Wald. „Dort hat erst mal der Tanklastzug der Feuerwehr das Wasser aufgenommen.“ Die Einsatzkräfte verteilten die Ladung an den Hängen. „Zur Prävention, damit sich die Flammen nicht weiter ausbreiten konnten“, erklärt Lukas Becker. Es sei in dem Augenblick nicht besonders heiß gewesen; mehr als das Feuer habe er den beißenden Rauch wahrgenommen, der sich über inzwischen das gesamte Gebiet gelegt hatte.

Technik kommt sonst mit Gülle auf den Feldern zum Einsatz

Später am Abend habe er dann Gelegenheit gehabt, mit dem Traktor und seiner Ladung in den Waldweg hineinzufahren und diese direkt im Wald die Hänge hinab abzugeben. „Wir haben halt die Ausbringetechnik für das Wasser, die sonst ja auf den Feldern mit der Gülle zum Einsatz kommt.“ Inzwischen war es dunkel geworden, die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr waren an anderen Stellen tätig. Der Hubschrauber schüttete ebenfalls immer wieder nasse Fracht von oben auf die noch immer aktiven Brandherde.

„Da habe ich erst gesehen, wie die Baumstümpfe noch geglüht haben“, schildert Becker seinen Eindruck. „Das war schon krass anzusehen.“ Die Fahrten zum Hydranten hat er da schon lange nicht mehr gezählt. Gemeinsam mit dem Kettwiger Baumdienst Skibba und dem Bauern im Brahm war er noch bis 2 Uhr im Einsatz, bis auch die letzten glimmenden Stämme abgelöscht waren. Besondere Angst habe er nicht gehabt, sagt der Landwirt. „Aber ein bisschen müde bin ich jetzt doch.“

Forstverwaltung habe die Landwirte über die Lage informiert

Für den Kettwiger Landwirt Einhart im Brahm war es eine Selbstverständlichkeit, auszuhelfen. Er sei über den Kettwiger Baumdienst und die Forstverwaltung über die Lage informiert worden und habe dann zwei Güllefässer zur Verfügung gestellt. „Da sich im Wald ja keine Hydranten befinden, muss das Wasser für die Löscharbeiten ja irgendwie zur Einsatzstelle transportiert und dort bereitgestellt werden“, sagt im Brahm. Dafür seien seine Güllefässer, die je rund 20.000 Liter Wasser fassten, gut geeignet.

„Die Fässer sind noch vor Ort, da ja immer noch letzte Glutnester gelöscht werden müssen“, sagt der Landwirt am Morgen nach dem Brand. Dass man die Bauern um Hilfe gebeten habe, ergebe Sinn. „Wir kennen uns ja im Wald gut aus. Und mit den Güllefässern, die von einem Traktor gezogen werden, kommt man im Wald auch bei unwegsamem Gelände gut durch.“

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