Segnung

Essener Babys brabbeln, schreien und pupsen in der Kirche

Kion Sharif Musa mit seiner Mutter Juliane.

Foto: STEFAN AREND

Kion Sharif Musa mit seiner Mutter Juliane. Foto: STEFAN AREND

Essen.   Katholische Stadtkirche und Evangelische Kirche hatten zur ersten Segnungsfeier für Babys eingeladen. Am Ende gab es Applaus im Gotteshaus.

Geschrei, Gebrabbel und Gepupse. Alles andere als üblich in einer Kirche, aber am Sonntagnachmittag in der Katernberger Kirche Heilig Geist gewollt wie erwünscht: Die katholische Stadtkirche und die Evangelische Kirche hatten gemeinsam zur ersten Segensfeier für Babys eingeladen. Und 80 kleine Essener Kinder waren mit ihren Eltern, Großeltern und im Kinderwagen gekommen, so, dass es in der Kirche ziemlich voll wurde. „Ein toller Start. Wir sind sehr zufrieden“, fanden Pastoralreferentin Astrid Jöxen und Pfarrerin Jule Gayk, die die ungewöhnliche Baby-Segnung gemeinsam mit ihrem Team organisiert hatten.

„Die Geburt ist eine Lebenswende“

„Wir sind da, wo sich das Leben abspielt“, steht im Zukunftsbild des Bistums Essen. Deshalb gibt es seit drei Jahren ökumenische Segnungsgottesdienste für werdende Eltern. Und deshalb gibt es jetzt die auch eine Segensfeier für Babys. „Die Geburt ist, wie auch die Hochzeit oder der Tod, eine Lebenswende. Und wenn es solche Lebenswenden gibt, spüren die Menschen das Wirken einer höheren Macht, stellen sich Sinnfragen und sind sehr ansprechbar“, erklärt Pastoralreferentin Astrid Jöxen die Idee hinter der Feier.

Vier Mal pro Jahr ist die besondere Form der Willkommenskultur geplant. Vergleichbare Segnungsfeiern gab es am Sonntag in Bochum, Bottrop und in Oberhausen.

Weitere Feiern in Bochum, Bottrop und in Oberhausen

Zur Premiere in Essen waren die 795 katholischen und evangelischen Babys eingeladen, die seit Oktober 2016 in der Stadt geboren wurden. „Prinzipiell würden wir alle Neugeborenen einladen. Gott ist ja auch für alle da. Aber uns liegen nur die Daten der evangelischen und katholischen Babys vor“, erklärt Astrid Jöxen.

Zehn Prozent der eingeladenen Babys kamen

Zehn Prozent der Babys waren der Einladung gefolgt und erlebten einen kurzweiligen Gottesdienst mit Gesang, Gebet sowie Geschrei, Gebrabbel und eben auch Gepupse. „Kinder sind wunderbar, aber auch manchmal anstrengend“, sagte Astrid Jöxen, selbst Mutter von drei Kindern, mit einem geduldigen Lächeln. „Es ist ja das erste Mal und wir lernen noch: Nächstes Mal teilen wir 100 Pezzi-Gymnastikbälle aus. Die wirken ja beruhigend bei Babys“, sagte Pfarrerin Jule Gayk.

Einen hölzernen Schutzengel für den Heimweg

Die aktive Unruhe der kleinsten Gäste in der Kirche störte allerdings niemand. Weder Papa, Mama, Oma und Opa noch die Organisatoren auf der Kanzel, die im Baby-Gebrabbel einfach ein wenig die Stimme heben mussten. Für jeden kleinen Besucher wurde eine Papp-Krone mit seinem Namen und Wünschen für ihn beschriftet. Die Segnungen übernahmen mit warmen Worten Astrid Jöxen, Jule Gayk und ihr Team. Jedes Baby durfte anschließend noch einen hölzernen Schutzengel mit nach Hause nehmen. Und auch anders als üblich gab es zum Abschluss der kleinen Segnungsfeier viel Applaus in der katholischen Kirche.

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