Brustkrebs

Essener Ärztinnen verraten: So schützen sie sich vor Krebs

Typische Untersuchungsszene, wenn es um Brustkrebs geht: Mit einer Mammografiekönnen Veränderungen im Gewebe aufgedeckt werden. Auf dem Bildschirm ist die Brust zu sehen.

Typische Untersuchungsszene, wenn es um Brustkrebs geht: Mit einer Mammografiekönnen Veränderungen im Gewebe aufgedeckt werden. Auf dem Bildschirm ist die Brust zu sehen.

Foto: Getty Images

Essen.   Der Oktober gilt als weltweiter Brustkrebs-Monat. Wir haben Essener Medizinerinnen gefragt: „Was tun Sie selbst, um vorzubeugen?“

Die Diagnose Brustkrebs erhalten in Deutschland jährlich rund 70.000 Frauen. Ihnen und vor allem der Vorbeugung ist der Oktober gewidmet. Er gilt weltweit als Brustkrebs-Monat mit vielen Aktionen. Essen hat sich einen Ruf als Stadt mit Spitzenmedizin erarbeitet. Etliche Ärztinnen kämpfen hier das ganze Jahr über im Dienste ihrer Patientinnen gegen den Krebs, nicht nur diesen einen Monat lang. Wir haben drei von ihnen gefragt, was sie selbst eigentlich tun, um nicht an Krebs zu erkranken. Hier ihre offenen Worte und ganz persönlichen Einblicke.

Dr. Andrea Gerling

Dr. Andrea Gerling Foto: Nicole Trucksess Leitende Oberärztin, Frauenklinik am Elisabeth-Krankenhaus:Vorsorgeuntersuchungen nehme ich sehr ernst. Sicherlich bieten die regelmäßigen Untersuchungen keine Garantie, dass man niemals erkranken wird. Aber Befunde können so eher entdeckt und schneller behandelt werden. Als Ärztin habe ich den Vorteil, gewisse Zeichen besser deuten zu können als Laien. Wichtig ist die Vorsorge besonders, wenn es in der Familie Risikofaktoren für Krebs gibt.

Trotz meines unregelmäßigen Dienstplans versuche ich, regelmäßig Sport zu treiben. Gerne Radfahren, 40 bis 60 Kilometer, oder Schwimmen, im Sommer am liebsten im Grugabad. Mit der Ernährung ist es so eine Sache. Im Krankenhaus-Betrieb können wir an einigen Tagen nur schlecht regelmäßig essen. Und wenn ich mir Salat mitnehme, wird der auf dem Schreibtisch matschig, bevor ich zum Essen komme. Abends genehmige ich mir gerne mal ein paar Gummibärchen vor dem Fernseher. Wie ich abschalten kann? Ich gestehe, ich schaue gerne im Fernsehen ,Das perfekte Dinner’. Meistens zusammen mit meiner Tochter.“

Prof. Regine Gätje

Prof. Regine Gätje Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde am Alfried-Krupp-Krankenhaus: „Ich denke, dass ich mich an einen einigermaßen gesunden Lebensstil halte. Auch wenn es im Arbeitsalltag einer Ärztin nicht immer einfach ist, möglichst viel Gemüse und Salat zu essen. Vorsorgeuntersuchungen halte ich für sehr wichtig, angepasst vor allem an die persönliche Situation. Einige Frauenärzte gehen sicher nicht so häufig zum Check, wie sie es ihren Patientinnen empfehlen.

Einiges kann ich als Ärztin auch im Falle meines eigenen Körpers erledigen. Wenn es um die Hautkrebs-Früherkennung geht beispielsweise. Wir Gynäkologen übernehmen diesen Check im frauenärztlichen Bereich ohnehin. Ich rauche nicht und mache Sport, vor allem Wandern und Nordic Walking. Leider schaffe ich es nicht mehr, mit dem Fahrrad zum Dienst zu fahren. Das war früher anders. Abends gönne ich mir auch mal ein Glas Wein, vor allem in Gesellschaft. Dann habe ich aber kein schlechtes Gewissen, sondern kann es genießen.

Ich denke, ein glückliches und zufriedenes Leben schützt auch vor Krebs. Es ist wichtig, das Leben für schöne Dinge zu nutzen und nicht mit sich zu hadern. Wenn man das Pech hat und erkrankt, sollte man zurückblicken und sagen können: Ich habe immer so gelebt, wie ich gerne leben wollte.“

Prof. Susanne Krege

Prof. Susanne Krege Foto: Udo Geisler Leiterin der Urologie und Urologischen Onkologie an den Kliniken Essen-Mitte: „Ich gehe nicht so fürchterlich streng mit mir um. Aber bei aller Lockerheit lege ich auf einige Dinge doch viel Wert. Die gynäkologische Vorsorge beispielsweise. Und ich rauche nicht.

Ein bis zwei Bierchen in netter Runde gönne ich mir. Ich schlafe zu wenig und ich sollte mich mehr bewegen. Seit Jahren nehme ich an einem Yoga-Kurs teil, das ist schon mal gut. Und ich habe EMS-Training für mich entdeckt. Das ist effektiv und kostet nicht viel Zeit. 20 Minuten reichen aus. Hinter EMS verbirgt sich eine elektrische Muskelstimulation. Ich mache das in einem Studio, das bis 21 Uhr geöffnet hat. Sonst könnte ich das schwer mit meinem Job vereinbaren. Aber in Sachen Sport könnte ich tatsächlich noch mehr machen.

Wenn es um die Ernährung geht, halte ich gar nichts von Diäten. Klar sollte man nicht einfach drauflos essen, sondern eine gesunde, gemischte Ernährung bevorzugen. Wenn man aber Appetit darauf hat, darf man sich mal einen Burger und Pommes gönnen. Bloß eben nicht jeden Tag.

Einen Punkt unterschätzen viele Frauen, wenn es um die Krebs-Vorbeugung geht: Stress. Ich bin überzeugt davon, dass er zu den großen Risikofaktoren zählt. Manche Dinge sollte man einfach entspannter sehen. Daran versuche ich mich auch zu halten.“

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