Hilfe in Corona-Zeiten

Essen-Werden: Geschäftsleute liefern Waren jetzt nach Hause

Sabrina Sirchia, Ursula Häber-Schädlich und Beate Koitz (v.l.) von der Blumenhandlung Lelgemann in Essen-Heidhausen stellen bestellte Blumen auf die Treppe.

Sabrina Sirchia, Ursula Häber-Schädlich und Beate Koitz (v.l.) von der Blumenhandlung Lelgemann in Essen-Heidhausen stellen bestellte Blumen auf die Treppe.

Foto: Oliver Mueller

Essen-Werden.  Trotz geschlossener Läden und dem Appell, zu Hause zu bleiben, müssen die Werdener nicht gänzlich auf alles verzichten. Hier einige der Angebote.

Erst die Gastronomie, dann der Einzelhandel. Während ein Großteil der Läden nach und nach komplett schließen musste und die Menschen aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben, werden einige ortsansässige Geschäftsleute kreativ und versuchen ihre Dienstleistungen oder Produkte auf anderem Wege anzubieten -- weil sie nach wie vor Geld verdienen müssen. Aber auch, weil sie weiterhin für ihre Kunden da sein möchten und zudem ein bisschen Normalität bewahren wollen.

Auf Dinge wie die Lieblingspizza, Blumen, Bücher oder gar neue Kleidungsstücke müssen die Bürger des Stadtteils in dieser Krise also nicht unbedingt verzichten. Viele Produkte werden bis vor die Tür geliefert. Und das nicht durch einen großen Paketdienst, sondern oft von den Einzelhändlern oder Gastronomen persönlich.

Literaturwünsche erfüllt die Buchhandlung Schmitz

Wer die Zeit zu Hause mit dem Lesen eines guten Buches nutzen will, der kann etwa in der Buchhandlung Thomas Schmitz bestellen. Dies gilt auch für die Buchhandlung Schmitz Junior. Zwar sind die Türen der Läden verschlossen, aber im Hintergrund nehmen die Mitarbeiter die Buchwünsche per Telefon, online auf der Internetseite oder per E-Mail an. Alle Aufträge werden schnellstmöglich bearbeitet und zu den Leseratten gebracht.

Auch das Team von Blumen Lelgemann arbeitet hinter der Tür weiter und nimmt Bestellungen entgegen. Im Umkreis von Werden liefert der Bote, ausgestattet mit Mundschutz und Desinfektionsmittel, bis vor die Haustür. Die Lieferung ist ab sofort kostenlos.

Ein Strauß Blumen mit Grußkarte

„Auch wenn Blumen natürlich nicht wirklich notwendig sind, so verschönert ein Sträußchen sicherlich die eigenen vier Wände und bringt ein wenig Freude und Normalität in diese Zeit“, so Inhaberin Beate Koitz. Und: „Vielleicht möchte derzeit auch jemand seinen Balkon verschönern oder einen Blumengruß verschicken, wenn er persönlich nicht vor die Tür kann?“

Wenn es noch eine Grußkarte dazu sein soll, können sich Kunden per E-Mail an den Geschenkeladen „Papermoon“ wenden. Inhaberin Ela Hazebrouck bringt das Gewünschte ebenfalls nach Hause.

Bei Händlern vor Ort das Onlineangebot nutzen

Sicherlich gibt es aktuell Wichtigeres als über die Anschaffung von Kleidungsstücken oder Wohnaccessoires nachzudenken, aber auch Bettina Heubach von dem Geschäft „Scarpoteca fashion & lifestyle“ an der Heckstraße muss dafür sorgen, dass es wirtschaftlich weiter geht und baut daher momentan fleißig ihren Onlineshop aus. Die bestellten Waren werden auch von ihr persönlich zu den Kunden im Umkreis nach Hause gebracht.

Ob das Angebot angenommen wird, werde sich zeigen. „Es wäre ja wünschenswert, wenn die Leute vor allem jetzt die lokalen Geschäfte so weit wie möglich unterstützen würden und nicht bei den großen Versandhäusern bestellen“, hofft sie. Damit dürfte sie allen Geschäftsleuten aus der Seele sprechen.

Onlinekurse für Schüler eingerichtet

Vermehrt direkt nach Hause kommen ab sofort übrigens nicht nur Waren, sondern auch Dienstleistungen. Wirklich substanziell ist ein neuer Haarschnitt in einer Krise zwar nicht, aber selbst den können sich die Werdener noch verpassen lassen, wenn sie nicht aus dem Hause können. Friseurmeister Oliver Wykrota fährt gerne zu seinen Kunden nach Hause.

Und für alle Kinder und Jugendlichen, die Nachhilfe benötigen, hat das Lernteam Werden nun spezielle Onlinekurse eingerichtet. Arbeitsmaterialien werden zudem per E-Mail versendet, bei Fragen können die Lehrkräfte via Mail oder Whatsapp kontaktiert werden. „Etwa 100 Schüler nehmen das Angebot unserer privaten Nachhilfeschule in Anspruch. Das soll natürlich auch in Zeiten dieser Krise so bleiben“, so Inhaberin Corinna Zuschlag.

Was das kulinarische Angebot Werdens betrifft, so bietet etwa Cristiano Cofano von der Pizzeria La Tombola an der Brückstraße seine Pizzen nun ausschließlich zum Mitnehmen an. Der Verzehr im Laden ist untersagt. Zudem ist neuerdings ein La Tombola-Lieferservice ab 17 Uhr innerhalb Werdens im Einsatz. „Solange wir dürfen, sind wir da“, verspricht Cofano.

Umsatzeinbußen in der Gastronomie schon spürbar

Ähnlich wie Cofano handhabt es seit der – seitens der Stadt angeordneten Schließung von gastronomischen Betrieben – auch das Team der benachbarten „Spizzenzeit“. Die noch recht neue Pizzeria im Stadtteil Werden ist ebenfalls auf Liefer- und Abholservice umgestiegen. Umsatzeinbußen zwischen 60 und 75 Prozent seien jedoch bereits zu spüren. „Wir hoffen, dass es vielleicht noch besser wird“, berichtet Bengu Kasem, die den Laden gemeinsam mit ihrem Mann Rezan Kasem betreibt.

Lediglich den sogenannten systemrelevanten Geschäften ist es gestattet, ihre Türen zu öffnen. Dazu zählen unter anderem Optikgeschäfte. Doch auch hier macht sich ein Kundenrückgang bemerkbar. „Wir haben nach wie vor geöffnet“, so Jeanette Paps vom Optikgeschäft Frintrup. „Ab kommender Woche werden wir jedoch nur noch vormittags anzutreffen sein“, sagt die Optikerin. „Zu wenig zu tun“, begründet sie die Entscheidung.

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