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Essen wählt Europa: SPD überholt die CDU deutlich

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Europa ruft, und immerhin einer aus Essen ist dabei: Jens Geier. Wie vor fünf Jahren schon hat ein sicherer Listenplatz dem 52-jährigen Sozialdemokraten aus Bredeney den Einzug ins Europäische Parlament gesichert.

Aber während er vor fünf Jahren noch im Angesicht katastrophaler SPD-Ergebnisse gedankenverloren auf seiner Unterlippe kaute, strahlt er diesmal über beide Ohren. Er hat zugelegt, genauso wie die SPD, und das ist, man ahnt es, natürlich ein Verdienst der eigenen Politik: „Hochzufrieden“ sei er mit den Zahlen, immerhin 36,9 Prozent, sagt Geier und führt die Konzentration auf soziale Themen, den Appell an ein faires Europa und den guten Wahlkampf des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz als Gründe an.

Für Essens Europaergebnis bedeutet das eine Wende: Die SPD konnte sich stadtweit wieder deutlich vor die CDU schieben, die bei der Europawahl 2009 noch stärkste Europa-Kraft in Essen war, diesmal aber drei Prozent verlor auf 29,5 Prozent.

Für den anderen Gewinner des Abends muss man an diesem Sonntagabend weit fahren: In den Werdener „Domstuben“ feiert ein kleines Häuflein Aktiver der „Alternative für Deutschland“ den triumphalen Einzug in Brüssel und Straßburg. In Essen holten sie sechs Prozent.

Deren Ergebnis macht Thomas Kufen von der CDU „nachdenklich“, aber nicht nervös: Gemessen an anderen europäischen Ländern sei der Zuspruch für die Euro-Kritiker doch eher überschaubar. Dass die Christdemokraten Einbußen haben hinnehmen müssen, ficht Kufen nicht an: „Die Union ist die Europartei – auch in NRW.“

Gelassen blicken die Grünen auf die leichten Verluste im Bund: Parteisprecher Mehrdad Mostofizadeh zeigte sich „froh über ein stabiles, wenn auch ausbaufähiges Ergebnis.“

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