Bildung

Essen: Rüttenscheiderin entwickelt neuartiges Lernprogramm

Lernen erleichtern möchte Sandra Noa und hat dazu eine Software entwickelt, bei der das Sprachsystem Alexa die tragende Rolle spielt.

Lernen erleichtern möchte Sandra Noa und hat dazu eine Software entwickelt, bei der das Sprachsystem Alexa die tragende Rolle spielt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Mit einer neuen Lernsoftware hat es ein Team um Sandra Noa aus Essen-Rüttenscheid bis in das Finale eines europäischen Wettbewerbs geschafft.

Wenn Sandra Noa an ihrem Schreibtisch sitzt, formuliert sie Texte, um der jungen Generation die Welt, die sie umgibt, anschaulich zu erklären. Ihre Arbeit für Kinder- und Schulbuchverlage brachte die Rüttenscheiderin jetzt auf eine Idee, die gerade in Corona-Zeiten aufhorchen lässt. Sie hat mit einem Dreier-Team eine neue Lernsoftware entwickelt, für die man nicht zwingend einen PC oder ein Handy haben muss, wohl aber eine Sprachassistentin wie Alexa. Mit dem Produkt hat es das Trio jetzt als einzige Vertretung aus Deutschland bis in einem europaweiten Wettbewerb geschafft.

Team suchte nach digitalen Lösungen

Sandra Noa hat Medienpädagogik und Publizistik studiert und sowohl in Berlin als auch in München gelebt. Die beruflichen Wege ihres Mannes führten sie vor fünf Jahren nach Essen. Mit ihrem Engagement für verschiedene Verlage gewann nach und nach auch das digitale Lernen immer mehr an Bedeutung, erzählt Noa. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Erfurterin Kristin Daum, die sie seit Ausbildungszeiten kennt, „haben wir stets nach neuen Lernmöglichkeiten Ausschau gehalten“. Da in Zeiten des Internet und des Home-Office Entfernungen kaum noch eine Rolle spielen, ist es für die beiden Frauen und den Softwareentwickler und Alexa-Spezialisten Daniel Mittendorf, wohnhaft in Oberhausen, kein Problem, ihr Projekt gemeinsam voranzubringen. Dabei habe insbesondere eine Rolle gespielt, Wissen möglichst unkompliziert zu vermitteln. „Das hieß für uns, nach Lösungen mit geringen Einstiegshürden Ausschau zu halten.“ Genau das biete ein System wie Alexa als Basis. Denn hier reiche es schließlich aus, gesprochenen Texten zuzuhören, und sie in aller Regel kurz und knapp zu beantworten.

Lernsystem mit einem Quiz vergleichbar

Wie funktioniert die Lösung nun in der Praxis? Da hat beispielsweise ein Lehrer eine Unterrichtsreihe zum Abschluss gebracht und möchte wissen, was denn bei den Schülern hängen geblieben ist Mithilfe der Software lassen sich dann passende Fragen erstellen. Wenn die Schüler die Antworten liefern, könne der Lehrer sehr schnell erkennen, ob sie den Stoff behalten und verstanden haben. Das System sei mit einem Quiz vergleichbar, schließlich solle Lernen Spaß und Freude bereiten. Denn die Schüler können sich untereinander vergleichen. „Auch das ist ganz einfach geregelt“, sagt Kristin Daum. Ein Kind nennt den Namen des Mitschülers, mit dem es in Kontakt treten möchte. Am Ende wissen die jungen Teilnehmer aber nur, welche Antworten richtig waren. Sowohl aus pädagogischen Gründen als auch vor dem Hintergrund des Datenschutzes würden den Schülern keine weiteren Angaben preisgegeben. Dem Lehrer biete ein solche Abfrage aber die Gelegenheit, sich einen Überblick über den Lernfortschritt der Klasse zu verschaffen.

Mehrere Schulen haben bereits starkes Interesse bekundet

https://www.waz.de/staedte/oberhausen/in-oberhausen-spricht-alexa-auch-mal-schwaebisch-id228284841.htmlMit mehreren Schulen, darunter in Oberhausen, Erfurt und Oldenburg, stehe man bereits im engen Austausch, so Sandra Noa. Die Lehrer dort hätten bereits starkes Interesse an der Software gezeigt. Gerade in Corona-Zeiten habe die Technik ihre Vorteile. Für die Schüler bestehe die Möglichkeit, mit der Schule und Gleichaltrigen in Verbindung zu bleiben, so Noa. Noch ein weiteres Argument spreche für die Software: Es werde beklagt, wie viel Zeit Kinder und Jugendliche mit dem Smartphone oder dem PC verbringen. „Die sind für diese Anwendung nicht erforderlich“.

Beim europaweiten Amazon Alexa-Wettbewerb kam das Team in die Endausscheidung. Dahin hatten es nur sechs von mehreren hundert Bewerbern geschafft. Auch wenn es am Ende nicht fürs Siegertreppchen reichte, „haben wir doch einen Preis gewonnen und können jetzt unsere gesamte Technik weiter ausbauen“, so die Rüttenscheiderin.

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