Erziehung

Essen: Rat gibt 150.000 Euro für Umbau von Asylheim zur Kita

Das „grüne Haus“ der Flüchtlingsunterkunft an der Ruhrtalstraße in Essen-Kettwig. Hier soll nach einem Umbau für eine gewisse Zeit die Kita Mintarder Weg einziehen.

Das „grüne Haus“ der Flüchtlingsunterkunft an der Ruhrtalstraße in Essen-Kettwig. Hier soll nach einem Umbau für eine gewisse Zeit die Kita Mintarder Weg einziehen.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kettwig.  Das Asylbewerberheim in Kettwig wird fit gemacht für den Umzug der Kita Mintarder Weg. Ein Standort auf Zeit. Das sind die Hintergründe.

Die städtische Kindertagesstätte am Mintarder Weg in Kettwig-vor der Brücke wird während der Abrissarbeiten der daneben liegenden ehemaligen Schule ein anderes Gebäude beziehen. Ausgewählt für den Standort auf Zeit wurde die dann leer gezogene Asylbewerberunterkunft an der Ruhrtalstraße.

Das hatte der Bau- und Verkehrsausschuss nach Empfehlung des Jugendhilfeausschusses Mitte des Monats beschlossen. Nun hat der Rat der Stadt in seiner jüngsten Sitzung am 19. Februar nachgelegt und grünes Licht für die Finanzierung eines Umbaus gegeben. Mit 150.000 Euro soll das sogenannte „grüne Haus“ für die Bedürfnisse einer Kindertagesstätte fit gemacht werden.

Abriss und Neubau des Standortes Schule an der Ruhr

Auf dem Gelände am Mintarder Weg 47 wird das ehemalige Gebäude der Schule an der Ruhr inklusive Nebengebäude abgerissen und neugebaut. Auf einem Nachbargrundstück wird außerdem ein einstmals gewerblich genutztes Haus abgerissen sowie eine Bodensanierung durch den Eigentümer durchgeführt. Nötig sind diese umfangreichen Maßnahmen, weil es eine Schadstoffbelastung im Boden gibt.

Tetrachlorethen heißt der Stoff und wird als Entfettungsmittel in der Industrie eingesetzt. Die erhöhten Werte des Schadstoffs wurden vor drei Jahren im Umfeld des Gebäudes für den Offenen Ganztag der Grundschule festgestellt sowie auf dem benachbarten Grundstück, und zwar in unterschiedlichen Bodenschichten. Das Tetrachlorethen war wohl über einen längeren Zeitraum in den Boden eingesickert.

Kita-Betrieb läuft noch bis zum Sommer 2020

Das massive Auftreten des Schadstoffs führte dazu, dass Anfang 2017 der Schulbetrieb auf dem Grundstück eingestellt werden musste. Die Kita Mintarder Weg, die sich ebenfalls auf dem Grundstück am Mintarder Weg befindet, wird noch bis zum Sommer in Betrieb bleiben. Danach erfolgt der Umzug zur Ruhrtalstraße 337.

Die Kita selbst ist von dem Schadstoff-Fund nicht betroffen. Aber durch den Abbruch des Schulgebäudes rechnet die Stadt mit einer erheblichen Lärm- und Staubbelästigung. Ein geregelter Kita-Betrieb könne so nicht gewährleistet werden. Auch die Schadstoffsanierung des Nachbargrundstückes soll erst nach dem Umzug der Kita erfolgen, damit es zu keiner Geruchsbelästigung oder möglichen Ausdünstungen der Bodensanierung kommt

Derzeit wird von einer Interimsverlagerung der Kita von zunächst sechs bis zwölf Monaten mit der Option der Verlängerung auf zwei Jahre ausgegangen, falls es im Bauablauf zu Verzögerungen kommt. Die Dauer ist vom Baufortschritt und der Einschätzung der Kita-Leitung und des Jugendamtes zur Lärmbelästigung durch die beiden Baumaßnahmen abhängig.

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