Stadtfest

„Essen Original“: So wird das Stadtfest sicher gemacht

Zehntausende Besucher werden am Wochenende zu „Essen Original“ erwartet.

Zehntausende Besucher werden am Wochenende zu „Essen Original“ erwartet.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen.  Wenn „Essen Original“ startet, steht auch die Frage nach der Sicherheit im Mittelpunkt. Wir waren bei einer Sicherheitsabnahme dabei.

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Nach dem tragischen Zwischenfall beim Konzert der Rapper Casper und Marteria im Seaside Beach, bei dem am vergangenen Samstag eine LED-Leinwand ins Publikum stürzte, steht die Sicherheit bei Großveranstaltungen im Fokus. Knapp eine Woche später startet am Freitagabend die nächste große Veranstaltung in Essen: das Stadtfest „Essen Original“. Wir haben eine der Sicherheitsabnahmen begleitet.

17 taktische Sperren sollen Attentäter aufhalten – aber auch dreiste Taxifahrer

Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und weiteren städtischen Behörden haben sich am Freitagmittag zur Abnahme getroffen. Gemeinsam gehen sie das komplette Stadtfest-Areal in der Innenstadt ab, nehmen alles genau unter die Lupe. Wie beispielsweise die Notbeleuchtung am Kopstadtplatz, die noch heller werden muss. Noch sind einige Stunden Zeit, um dies zu ändern.

Insgesamt 17 taktische Sperren sollen die Besucher von „Essen Original“ vor Terroranschlägen mit Fahrzeugen schützen – oder auch ganz praktisch dafür sorgen das am Südende des Kennedyplatzes dreiste Taxifahrer ferngehalten werden, damit der Rettungsdienst im Notfall freie Fahrt hat. Dort liegt auch die zentrale Stelle der Sanitäter und Notärzte mit Zelten für die Erstversorgung. Zudem sind die Sanitäter zu Fuß unterwegs.

Bei „Essen Original“ gilt ein Glasverbot

Die taktische Sperre an der Straße I.Hagen besteht die Abnahmen. Währenddessen erklärt Dieter Groppe, Geschäftsführer der EMG, die das Stadtfest veranstaltet: „Wir haben unterschiedliche Arten von taktischen Sperren.“ Zum einen gibt es Betonblöcke, die mit schweren Ketten verbunden sind, und so den Weg versperren. Wo aber viele Besucher langlaufen, können diese über die Ketten fallen. Daher gibt es an diesen Stellen hydraulische Betonblöcke, die zur Seite gefahren werden können, wenn ein Einsatzfahrzeug durch muss – wie beispielsweise am Flachsmarkt.

Für die Sicherheit bei „Essen Original“ gibt die EMG einen fast sechsstelligen Betrag aus. Zwei Sicherheitsdienste wurden engagiert, circa 70 bis 80 Security-Leute sind pro Tag im Einsatz. Sie kontrollieren beispielsweise das Glasverbot, dass im Bereich der Stadtfestes gilt. So sollen gefährliche Schnittverletzungen vermieden werden. „Wir bittet zudem die Besucher, aus Sicherheitsgründen auf Rucksäcke und große Taschen zu verzichten“, sagt Ina Will, Sprecherin der EMG.

Zwei LED-Leinwände kommen beim Stadtfest „Essen Original“ zum Einsatz

Die Bühnen seien bereits am Freitagvormittag abgenommen worden, erklärt Amelie Hoff, stellvertretende Veranstaltungsleiterin. Dabei sei unter anderem kontrolliert worden, ob alle Verankerungen richtig sind, ob die Bühne standfest ist und alle Sicherungsstifte korrekt sitzen. Kommt es zu einem starken Gewitter, wie beim Konzert von Casper und Marteria am Baldeneysee, bietet die Innenstadt einen Vorteil: Es gibt Gastro-Betriebe und Geschäfte, in denen die Besucher Unterschlupf finden können.

Auch bei „Essen Original“ gibt es zwei LED-Wände: Eine steht neben der Bühne am Kennedyplatz. Wenn ein Unwetter aufziehen würde, könne die Wand eingefahren werden, erklärt Will. Eine weitere, schätzungsweise drei Meter hohe LED-Leinwand steht am Willy-Brandt-Platz, ihre Füße sind durch Betonklötze beschwert, wie sie auch als Terrorsperren eingesetzt werden.

Foodtrucks und Imbiss-Stände brauchen dringend eine „Gasprüfbescheinigung“

Auch die Foodtrucks und Imbiss-Stände werden kontrolliert – neben der Lebensmittelhygiene steht dabei vor allem die sogenannte „Gasprüfbescheinigung“ im Mittelpunkt. Die brauchen die Imbissbetreiber, die mit Gas kochen unbedingt, denn eine Gasexplosion an einem der Imbissstände wäre ein Supergau.

Am Samstag um 11 Uhr gibt es eine weitere Abnahme, dann werden beispielsweise die Meilen unter die Lupe genommen. Während der Veranstaltung gebe es immer wieder Absprachen mit allen Beteiligten, käme es beispielsweise am Freitagabend zu vielen Schnittverletzungen, könnten die Organisatoren darauf reagieren und die Glasverbot-Kontrollen verstärken.

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