Sportstättensanierung

Essen: Nutzer von Sportanlage klagen über marode Kabinen

Warten auf den Neubau: Jürgen Gärtner, erster Vorsitzender der Fußball-Seniorenabteilung beim ESC Rellinghausen, zeigt auf die marode Umkleide der Bezirkssportanlage Am Krausen Bäumchen in Essen-Bergerhausen.

Warten auf den Neubau: Jürgen Gärtner, erster Vorsitzender der Fußball-Seniorenabteilung beim ESC Rellinghausen, zeigt auf die marode Umkleide der Bezirkssportanlage Am Krausen Bäumchen in Essen-Bergerhausen.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Bergerhausen.  Die Umkleiden der Bezirkssportanlage in Bergerhausen sollen laut Ratsbeschluss neu gebaut werden. Bisher warten die Vereine vergeblich.

Unter dem maroden Zustand der Umkleiden auf der Bezirkssportanlage Am Krausen Bäumchen in Essen-Bergerhausen leiden die Nutzer seit Jahren. Der Rat hatte vor einem Jahr den Abriss und Neubau des Sanitärtraktes beschlossen. Das Projekt wurde wegen Unfallgefahr als dringlich eingestuft. Doch noch tut sich nichts, obwohl weitere Mängel dazugekommen seien.

Die Bezirkssportanlage Am Krausen Bäumchen an der Rellinghauser Straße wird vom ESC Rellinghausen, dem ETB Schwarz-Weiß und einigen Freizeitmannschaften genutzt. Mit den zahlreichen Kinder- und Jugendmannschaften, die dort trainierten, nutzten rund 40 Teams die Anlage und damit auch die Umkleiden. „Dort kommt zum Teil das Wasser aus der Wand, es gibt Schimmelbildung. Das alles ist wirklich kein Aushängeschild für den Essener Sport“, sagt Jürgen Gärtner, erster Vorsitzender der Fußball-Seniorenabteilung des ESC Rellinghausen.

Kurzfristig gab es kein warmes Wasser mehr im Umkleide- und Sanitärtrakt

Jetzt war SPD-Ratsfrau und -Kandidatin Janina Herff-Stammen zu einem Ortstermin auf der Anlage: „Leider steht seitens der Verwaltung noch immer kein Baubeginn fest.“ Es kämen immer neue Schäden hinzu, so die Politikerin. Kurzfristig seien auch noch die Ventile für das warme Wasser in den Duschen kaputtgegangen. Man habe schon befürchtet, über die Wintermonate nur kalt duschen zu können. Jetzt sei die Reparatur aber doch auf den Weg gebracht, so Jürgen Gärtner, der hofft, dass sich die gesamte Situation bald verbessern wird.

Der Abriss und Neubau des Gebäudes war bereits im September 2019 einstimmig vom Rat beschlossen worden. Der Baubeginn sollte wegen der großen Schäden und daraus entstehender Unfallgefahr noch im vergangenen Jahr erfolgen. „Der Neubau wird ausgeschrieben. Aktuell werden dazu Ausschreibungsunterlagen erstellt“, so Jacqueline Schröder vom Stadtpresseamt.

Container stehen schon seit 37 Jahren

Wie Jürgen Gärtner berichtet, habe es seit 2013 bereits mehrere Ortstermine mit Stadt und Politik gegeben, bei denen Abhilfe versprochen worden sei. Der in Container-Leichtbauweise erstellte Umkleidetrakt sei bereits 37 Jahre alt. Er habe ursprünglich nur rund 15 Jahre halten sollen. Gärtner hofft zwar auf eine schnelle Umsetzung der Pläne, noch wichtiger sei ihm aber, dass die Wünsche der Vereine berücksichtigt würden und es dann mehr Platz in den Umkleiden gebe. „Bisher ist uns nur einmal eine Planung zugeschickt worden“, so der Vorsitzende, der sich vor allem bessere Bedingungen für die Jugendteams wünscht.

Zwei Kunstrasenplätze führen zu einer verstärkten Nutzung der Anlage

Wie der Vorlage für die Ratssitzung im September 2019 zu entnehmen ist, ist der sehr schlechte Zustand der Umkleideanlage der Stadt durchaus bekannt. In den letzten Jahren habe sich die Nutzung der Sportanlage deutlich erhöht, auch weil die dortigen Tennenplätze in Kunstrasenplätze umgebaut worden seien.

Speziell die Umkleiden sowie die Duschen und Toilettenanlagen hätten wiederholt größere Schäden an den Fliesen aufgewiesen, die größtenteils behelfsmäßig beseitigt worden seien. Weitere Defekte an der Unterkonstruktion des Bodens und am Dach sowie die ständig notwendige Beseitigung von Schäden zur Vermeidung von Unfallgefahren sorgten laut Verwaltung vom September 2019 für einen sofortigen Handlungsbedarf, auch um der Verkehrssicherheitspflicht nachkommen zu können.

Die Kosten für Abriss und Neubau des Umkleidetrakts sollen bei 1.450.000 Euro liegen

Die Gesamtkosten für Abriss und Neubau der Umkleide sollten sich laut Vorlage auf 1.450.000 Euro belaufen. In den Wirtschaftsplan der Sport- und Bäderbetriebe 2019 seien zunächst 300.000 Euro für Planungsleistungen und für die weitere Umsetzung des Baus eines neuen Funktionsgebäudes eingestellt. Für 2020 seien weitere 1.150.000 Euro zur Ausfinanzierung des Bauvorhabens vorgesehen.

Der Neubau soll an der Stelle des alten Umkleidehauses in Modulbauweise errichtet werden. Geplant seien acht Umkleidekabinen, ein Jugendraum, ein Raum für den Platzwart sowie sanitäre Anlagen. Schon vor einem Jahr hatte die Verwaltung darauf hingewiesen, dass es durch die enorme Verschlechterung des Gebäudezustandes bereits zu vielen Beschwerden seitens der Nutzer gekommen sei und auf Unfallgefahren durch abgeplatzte Boden- und Wandfliesen hingewiesen. „Um diesem Zustand Abhilfe zu schaffen, bedarf es der sofortigen Handlung“, heißt es in der Vorlage vom September 2019. Allerdings warten die Sportler in Bergerhausen noch immer.

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