Radschnellweg

Essen: Montage der neuen RS1-Brücke fasziniert Schaulustige

An den Stahlseilen zweier Schwerlast-Krane hängend schwebt das erste Teil der neuen RS1-Brücke am Samstagmittag über den Berthold-Beitz-Boulevard.

An den Stahlseilen zweier Schwerlast-Krane hängend schwebt das erste Teil der neuen RS1-Brücke am Samstagmittag über den Berthold-Beitz-Boulevard.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Die Montage der neuen RS1-Brücke für den Radschnellweg in Essen ist ein spektakuläres Schauspiel. Sie hat Samstagfrüh mit Verzögerungen begonnen.

Es ist ein Schauspiel, das sich zahlreiche technikbegeisterte Schaulustige nicht entgehen lassen wollen: Seit dem frühen Samstagvormittag (19. September) sind verschiedene Bau- und Spezialunternehmen damit beschäftigt, die neue RS1-Brücke für den Radschnellweg in Essen zu montieren.

Die ersten Zuschauer hatten sich schon gegen neun Uhr an der gesperrten Kreuzung Berthold-Beitz-Boulevard / Pferdebahnstraße eingefunden. Das erste von insgesamt drei Brückenteilen hätte nach den ursprünglichen Planungen schon spätestens um elf Uhr eingebaut sein sollen.

Doch es kam zu erheblichen Verzögerungen. Erst um kurz nach halb zwei setzte das 40 Meter lange und 70 Tonnen schwere Brückenteil auf die fertig betonierten Widerlagerwände an den beiden Straßenseiten auf.

„Wir mussten das Brückenteil zusätzlich sichern, weil es bei der Fahrt vom Vormontage-Platz zur Kreuzung hätten verrutschen können“, sagt Bauleiter Wolfgang Hensen, der zugleich Planer der Brücke ist.

Schwerlastkrane heben den 70 Tonnen schweren und 40 Meter langen Koloss in die Höhe

Zwei von insgesamt vier Schwerlastkranen – ein 300- und ein 250-Tonner – hievten den stählernen Koloss mit millimetergenauer Präzision in die vorgesehene Position.

Eigentlich sollten die Montagearbeiten um 16 Uhr beendet sein. Im Moment scheint es fraglich, ob der ursprüngliche Zeitplan wegen der morgendlichen Verzögerung noch eingehalten werden kann.

Bauherr der RS1-Brücke für den Radschnellweg ist der Regionalverband Ruhr (RVR). Die Kosten für Planung und Bauen betragen rund 3,1 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen 80 Prozent.

Für Radfahrer gibt’s eine vier Meter breit Spur, Fußgänger haben zwei Meter

Bislang mussten Radfahrer den Radweg Rheinische Bahn verlassen, dann die nicht gerade ungefährliche Kreuzung überqueren, um auf der anderen Straßenseite über eine Rampe wieder auf den hohen Damm zurückzukommen.

Voraussichtlich vom nächsten Frühjahr an können Radfahrer und Fußgänger die Kreuzung bequem überqueren. Ganz dem Standard des Radschnellwegs entsprechend wird der Radweg vier und der Gehweg zwei Meter breit sein. Insgesamt ist die neue Brücke sieben Meter breit.

Nina Frense, RVR-Beigeordnete für Umwelt und Grüne Infrastruktur: „Das Thema Mobilität spielt für die künftige Entwicklung der Metropole Ruhr eine zentrale Rolle. Das Ruhrgebiet ist immer noch stark auf das Auto ausgerichtet, deshalb müssen wir alternative Mobilitätsformen wie das Radfahren fördern.“

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