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Essen-Kupferdreh: Bergbausicherung dauert bis Anfang Juni

Im Bereich Schliepersberg/Leibergweg in Essen-Kupferdreh werden die Sanierungsarbeiten voraussichtlich noch bis Anfang Juni dauern.

Im Bereich Schliepersberg/Leibergweg in Essen-Kupferdreh werden die Sanierungsarbeiten voraussichtlich noch bis Anfang Juni dauern.

Foto: Kim Kanert

Essen-Kupferdreh.  Zur Verhinderung von Tagesbrüchen werden in Kupferdreh Flöze mit einem Zement-Kalkstein-Gemisch verfüllt. Das ist an einigen Stellen schwierig.

Voraussichtlich noch bis Anfang Juni soll die Baustelle an der Ecke Schliepersberg / Leibergweg bestehen bleiben. Bis dahin müssen sich die Anwohner in dem ruhigen Wohnviertel auf den Kupferdreher Höhen gedulden.

Schon von Weitem macht das hohe, grüne Standsilo deutlich: Hier wird eine Bergbausicherung durchgeführt. Die Arbeiten seien „präventiv im Rahmen des Risikomanagements Nachbergbau der RAG Aktiengesellschaft zur Identifikation und Beseitigung latenter Gefahren aus historischem Bergbau“, wie Niklas Peter Netzer erklärt.

Eventuelle Tagesbrüche sollen verhindert werden

Der zuständige RAG-Bauingenieur verfolgt die Verfüllung, die von der Essener Grundbau GmbH durchgeführt wird. Die Spezialfirma erkundet und sichert Gefährdungen, die aus dem Altbergbau resultieren.

Aktuell sind 14 Grundstücke und die Straße Leibergweg in die Maßnahme einbezogen. Verhindern möchte man eventuelle Tagesbrüche, die auf den Grundstücken entstehen könnten. Bei den üblichen Probebohrungen bis in 30 Meter Tiefe hatten die Fachleute Hohlräume in der Erde festgestellt. „Auf dem Areal befinden sich zwei Tagesöffnungen. Unter dem Bereich verlaufen drei Kohleflöze, die dem Bergbau zwischen 1855 und 1872 geschuldet sind“, erläutert Netzer.

Die Arbeiten gestalten sich schwieriger als erwartet

Mit den so genannten „Erkundungsbohrungen zur Orientierung der altbergbaulichen Hinterlassenschaften“ hatte man im Juni 2019 angefangen. „Dabei wurde Kohleabbau bis circa acht Meter unter der Geländeoberkante nachgewiesen.“ Die Flöze werden jetzt mit einem umweltverträglichen Zement-Kalkstein-Gemisch verfüllt. „Bisher hat man etwa 3100 Tonnen Baustoff eingebracht sowie rund 6600 Bohrmeter abgeteuft.“

Doch an einigen Stellen gestalten sich die Arbeiten schwieriger als erwartet. So müsse man in manchen Bauabschnitten die Hohlräume über das Bohrgerät verfüllen, da die Löcher zufallen, so Netzer. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch als üblich, wenn der mit Wasser angemischte Baustoff direkt über ein Bohrloch eingebracht wird.

Der Schachtverbund „Carl Funke/Pörtingssiepen“

Die Flöze stammen aus der Zeit der Kupferdreher Steinkohleabbaus. Bis 1872 förderte die Zeche Gottessegen das „schwarze Gold“ aus der Tiefe. 1872 wurde daraus die Zeche Prinz Friedrich, die 1931 von der Zeche Carl Funke übernommen wurde. Sie gehörte zuletzt zum Schachtverbund „Carl Funke/ Pörtingssiepen“ und wurde 1973 stillgelegt. Die meisten Anlagen wurden sofort abgerissen. Einzig die ehemaligen Werkstätten an der Prinz-Friedrich-Straße erinnern bis heute an das Bergwerk.

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