Radverkehr

Essen: Fahrer missachten die Regeln auf Radstraßen

Auf dem Wochenmarkt ist Radfahren nicht erlaubt, auch wenn die Gemarkenstraße zur Fahrradstraße geworden ist.

Auf dem Wochenmarkt ist Radfahren nicht erlaubt, auch wenn die Gemarkenstraße zur Fahrradstraße geworden ist.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen/Rüttenscheid.  Der Markt in Essen-Holsterhausen liegt jetzt an einer Fahrradstraße. Das führt bei Radfahrern zu Irritationen. Nun will die Stadt nachbessern.

Die erste Fahrradstraße (Frohnhausen-Südviertel) ist bereits eröffnet und der Umbau für die nächste (Rüttenscheider Straße) zu einem guten Teil schon erfolgt. Doch es zeigt, dass es nicht ganz so rund läuft, wie gedacht. Deshalb sind Korrekturen und Nachbesserungen angesagt.

Markthändler in Essen-Holsterhausen greift beherzt ein

Auf dem Holsterhauser Wochenmarkt soll vor kurzem einer der Händler sehr beherzt eingegriffen haben, als sich zwischen Ständen und Besuchern immer wieder Radfahrer ihren Weg suchten und Beinahunfälle riskierten. Der Standbetreiber soll dann Radler einzeln angesprochen und ihnen erklärt haben, dass zu Marktzeiten - Fahrradstraße hin, Fahrradstraße her - die Gemarkenstraße in dem Abschnitt für den Verkehr gesperrt sei, das gelte auch für Zweiräder.

Prompt hatte auch die Bezirksvertretung das Thema auf der Tagesordnung, nachdem zuvor SPD und Grüne flugs einen Antrag formuliert hatten. Die Verwaltung möge doch bitte prüfen, ob denn die Beschilderung ausreichend sei, hieß es in dem Papier. Man sollte auch mal einen Gedanken daran verschwenden, ob nicht auch am westlichen Ende des Marktes eine Schranke aufgestellt werden sollte - ganz so wie an der östlichen Seite. Den Sozialdemokraten war ebenso wie den Grünen Beschwerden von Bürgern über das Verhalten mancher Radfahrer zu Ohren gekommen. Einige Marktbesucher meldeten sich indes bei der Stadtverwaltung, wie Katharina Steffens vom Presseamt bestätigt, und machten ihrem Ärger Luft. Zudem würden auch Beschwerden von Markthändlern vorliegen.

In Kürze soll ein Klappschild aufgestellt werden

Die Gemarkenstraße ist seit Jahren in westlicher Richtung im Abschnitt zwischen Pape- und Suarezstraße als Einbahnstraße eingerichtet. Für den Wochenmarkt am Donnerstag sind mehrere Sperren im Einsatz, die eine Zufahrt untersagen, so Steffens. In östlicher Richtung stehe nun ein Verbotsschild für den Kfz-Verkehr, das aber nicht für Radfahrer gelte. Diese Beschilderung führe offensichtlich dazu, dass einzelne Radfahrer auch während der Marktzeit am Donnerstag den eigentlich gesperrten Bereich befahren würden. Nun soll ein Klappschild seinen Platz finden. Ist das Schild dann eingeklappt, sei geregelt, dass Radfahrern die Zufahrt nicht mehr gestattet sei.

Autofahrer missachten Einbahnstraßenregelung

Nicht allzuweit von der Gemarkenstraße entfernt, auf der Witteringstraße im Bereich zwischen Baumstraße und Von-Schmoller-Straße, sind es eine Reihe von Autofahrern, die mit dem neuen Vorgaben nicht so recht klar kommen. In diesem Abschnitt gelten, wie die Stadt erklärt, jetzt zwei Einbahnstraßenregelungen: Mit Ausnahme der Radfahrer sei auf der Witteringstraße ein Geradeausfahren in Richtung Rüttenscheider Straße ab dem Einmündungsbereich der Baumstraße nicht mehr zulässig. In Gegenrichtung dürften ab dem Kreuzungsbereich Witteringstraße/Von-Schmoller-Straße ausschließlich Radfahrer in Richtung Rellinghauser Straße unterwegs sein. Für den Autoverkehr sei das Weiterfahren unzulässig. Nun sind aber wiederholt Autofahrer in die Witteringstraße in Richtung Rü oder Rellinghauser Straße eingebogen. Die Beschilderungen seien hier aber klar und eindeutig, erklärt die Stadtverwaltung.

Das zuständige Amt ist nun zur Tat geschritten und hat Absperrungen aufgestellt, um den Pkw-Verkehr zu regulieren. Gleichzeitig werde aber auch geprüft, ob man mit zusätzlichen Hinweisschildern nachsteuern solle, heißt es aus dem Presseamt der Stadt.

Auf der Rü nutzen manche Radfahrer noch den bisherigen Radweg

Ortswechsel. Die Bauarbeiten auf der Rüttenscheider Straße gehen voran, damit auch auf der Rü künftig die Radfahrer Vorrang haben. Derweil gehört zu der Trasse aber noch ein Relikt, das an den Spruch erinnert, gut gemeint, ist noch längst nicht gut gemacht. Es handelt sich um den bislang bestehenden Radweg von der Martinstraße in Richtung Bredeney. Er soll künftig nicht mehr von Radlern genutzt werden, sondern Fußgängern mehr Platz bieten. Um aber nun den Radfahrern kenntlich zu machen, dass sie von ihren alten Gewohnheiten Abschied nehmen sollen, wird an Einmündungsbereichen zu Seitenstraßen das rote Pflaster zu Gunsten von hellen Steinen ausgewechselt. Momentan, so sagt auch Rainer Wienke, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, sei das Ergebnis noch eher mäßig, sprich die Radfahrer bleiben auf besagtem Pfad. Sollten sie aber auch auf Dauer dort entlangstrampeln, selbst dann, wenn alle großen Fahrradstraßen-Piktogramme auf der Rü angebracht sind, müsse man darüber nachdenken, den Radweg der alten Fasson ganz deutlich als Fußgängerbereich auszuweisen.

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