Stadtteil-Politik

Essen: Diskussion über Leinenzwang am Lauftreff geht weiter

Nur auf den Wegen dürfen Hunde, wie dieser Australien Shepherd, im Wald frei laufen.

Nur auf den Wegen dürfen Hunde, wie dieser Australien Shepherd, im Wald frei laufen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Essen-Stadtwald.  Die Politik will durch Schilder auf den geltenden Leinenzwang am Lauftreff in Essen hinweisen. Das sorgt offenbar für Missverständnisse.

Die Bezirksvertretung II hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig beschlossen, 20 Schilder zu finanzieren, die auf den geltenden Leinenzwang in vier Bereichen in der Nähe des Lauftreffs in Essen-Stadtwald hinweisen. Jetzt wurden dort an Bäumen Zettel aufgehängt, auf denen der Leinenzwang kritisiert und zur gegenseitigen Rücksichtnahme aufgefordert wird – mit sachlichen Ungenauigkeiten.

Die Bezirksvertreter hatten das Thema auf die Tagesordnung genommen, nachdem sich ein Anwohner beklagt hatte, dass er und seine Familie wiederholt von freilaufenden Hunden belästigt worden seien. Seine Frau sei sogar gebissen worden. Gerade für Kleinkinder seien solche Zusammentreffen mit Hunden bedrohlich. Unterstützung für sein Anliegen fand der Anwohner bei den Politikern der Bezirksvertretung II (Stadtwald, Rellinghausen, Bergerhausen, Rüttenscheid).

Auf den Leinenzwang in vier Bereichen sollen die Schilder hinweisen

Sie stellten 700 Euro für Schilder aus ihrem Etat bereit, Grün und Gruga soll sich um die Aufstellung kümmern. Angeschafft werden sollen insgesamt 20 Schilder, die auf den Leinenzwang hinweisen, zehn davon als Reserve für mögliche Beschädigungen. Der Leinenzwang gilt laut Stadt für den Parkplatz an der Ägidius-/Frankenstraße, die Mondscheinwiese, den Trimmpfad und den Waldpark auf der anderen Seite der Frankenstraße. Dass Hunde im Wald selbst nur auf Wegen ohne Leine laufen dürfen, gelte ohnehin, so die Stadt.

„Im Joggerwald wurden DIN-A-4-Blätter aufgehängt, die die augenscheinlich falsche Information verbreiten, dass die Stadt beziehungsweise die BV II den Stadtwald zum Stadtgebiet erklärt hätten, um auf diesem Wege dort die Leinenpflicht einzuführen“, hat Heinz Axel Mohr beobachtet und die Zettel fotografiert.

An der Mondscheinwiese seien Schilder sogar hilfreich

Er sei seit über 20 Jahren im Stadtwald unterwegs, gehe auch mit seinem Hund aus dem Tierschutz dort und in anderen Waldstücken der Umgebung spazieren. Mit der Aussage „Nehmt bitte alle Rücksicht aufeinander“ auf den Zetteln könne er sich identifizieren, die Passagen „Umwidmung in Stadtgebiet“ und „Einführung Leinenzwang“ seien aber offensichtlich eine Fehlinformation.

Dass jetzt Schilder an den vier Teilbereichen auf den sowieso längst geltenden Leinenzwang hinweisen sollen, findet Mohr unerheblich. Gerade an der Mondscheinwiese seien solche Schilder vielleicht sogar sinnvoll, weil offenbar vielen nicht klar sei, dass man Hunde dort anleinen müsse. Ihm sei das auch so gegangen. „An der eigentlichen Sachlage - kein Leinenzwang auf den Wegen im Stadtwald - ändert sich doch nichts“, so Heinz Axel Mohr.

Bürger plädiert für eingezäunte Hundewiesen zum Schutz der Tiere

Im Großen und Ganzen gebe es kaum Probleme zwischen den verschiedenen Gruppen im Wald, die meisten würden sich vertragen. Es komme aber vor, dass er angeschrien würde, er soll – auf dem Weg – seinen Hund anleinen. „Das machen aber auch Leute, die selbst einen Hund an der Leine haben“, weiß der Hundehalter aus Erfahrung.

Abgesehen von der notwendigen Rücksichtnahme im Wald bräuchten Hunde aber auch Raum zum Toben. Er plädiert deshalb dafür, dass die Stadt ausgewiesene Hundewiesen wie am Haumannplatz und an der Moltkestraße einzäunt. „Da führen direkt viel befahrene Straßen entlang, so dass die Hunde da auch nicht gefahrlos spielen und laufen können, denn da rennt der ein oder andere schon mal ein Stück weiter.“

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