Folklore

Essen bekommt erste Fußgängerampeln mit Bergmann-Motiven

Und hat sein helles Licht auch bei Tag: So sieht die Bergmanns-Ampel aus, die auch in Altenessen installiert werden soll.

Und hat sein helles Licht auch bei Tag: So sieht die Bergmanns-Ampel aus, die auch in Altenessen installiert werden soll.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Essen.  Vorstoß der örtlichen SPD: In Altenessen sollen Fußgängerampeln vor der Zeche Carl umgerüstet werden - als „Dank an die ehemaligen Bergleute“.

Essen bekommt voraussichtlich bald seine ersten Bergbau-Ampelmännchen. Das sieht ein entsprechender Antrag der SPD im Stadtteilparlament für den Bezirk V vor, zu dem Altenessen, Karnap und Vogelheim zählen. Die Sozialdemokraten vor Ort haben beantragt, die Ampeln an der Wilhelm-Nieswandt-Allee in Altenessen vor der Zeche Carl umzurüsten. „Das wäre ein Zeichen des Dankes an die vielen ehemaligen Bergleute – vor allem jene, die im Essener Norden noch zu Hause sind“, sagt Theo Jansen, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtteilparlament.

Mainz hat Mainzelmännchen

Fußgängerampeln mit veränderten Lichtzeichen gibt es schon lange in vielen Variationen – Mainz hat seine Mainzelmännchen, Wesel hat seine Esel – und im Ruhrgebiet fing die Stadt Duisburg im Herbst 2018 damit an, erste Ampeln mit Bergleuten zu versehen. Die Idee hatte die Journalistin Kathrin Hänig, Mitarbeiterin der Funke-Mediengruppe, die selbst aus einer Bergmanns-Familie stammt. Mittlerweile gibt es grüne und rote Bergmänner auch in Mülheim und Gelsenkirchen, Herne will auch, Dinslaken ebenso, und kurz, nachdem Duisburg damit angefangen hatte, gab auch NRW-Verkehrsminister Wüst den Weg offiziell frei für die Umgestaltung von Fußgängerampeln: Sie müssten allerdings, so die Weisung aus Düsseldorf, einen „lokalen Bezug“ haben und dürften die Verkehrsteilnehmer nicht ablenken.

Stadtteilparlament will Aktion mitfinanzieren

Sozialdemokrat Jansen, der nach eigenem Bekunden „schon viel Schulterklopfen“ der anderen Parteien für seinen Vorstoß erhalten hat, hält den finanziellen Aufwand, die gewöhnlichen Fußgängerampeln durch solche mit Bergmannsmotiv zu ersetzen, für überschaubar: „Die Bezirksvertretung wäre bereit, sich mit einem angemessenen Beitrag aus ihrem Budget an den Kosten zu beteiligen“, heißt es im Antrag der SPD. Umgerüstet werden müssten acht Ampeln. Die SPD geht von einem mittleren, vierstelligen Betrag aus.

Am Berliner Platz leuchten seit 2011 DDR-Männchen

Essen hat durchaus Erfahrung mit der Umgestaltung von Fußgängerampeln: Seit Sommer 2011 leuchten am Berliner Platz zwischen Cinemaxx und dem Einkaufszentrum Limbecker Platz die Original-DDR-Ampelmännchen an den Fußgänger-Signalen. Damals ging die Initiative von der Stadtverwaltung selbst aus, die am Berliner Platz für eine Besonderheit sorgen wollte – zumal das steinerne Denkmal des Berliner Bären, der heute vor dem Arbeitsamt postiert ist, damals in irgendwelchen Lagerhallen der Stadt vor sich hinschlummerte. Damals, bei der Umrüstung auf die DDR-Ampelmännchen, fand man bei der Stadtverwaltung heraus: Individuelle Ampelmännchen sind erlaubt – das einzige, was klar erkennbar sein muss: Dass das rote Männchen steht und das grüne Männchen geht. Egal, ob Bergmann oder nicht.

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