Lärmbelastung

Essen: Anwohner im Südviertel beklagen Lkw-Lärm

Die Anwohner Dieter Conzelmann, Paul Haues und Apotheker Thomas Biernatowski gehören zu den Bürgern, die vom Lkw-Lärm genervt sind.

Die Anwohner Dieter Conzelmann, Paul Haues und Apotheker Thomas Biernatowski gehören zu den Bürgern, die vom Lkw-Lärm genervt sind.

Foto: Kim Kanert / FUNKE Foto Services

Essen-Südviertel/Rüttenscheid.  Der Krach, den die Lastwagen verursachen, sei mittlerweile unerträglich, sagen Anlieger, die nahe der A-52 Auffahrt Essen-Süd leben.

Anwohner der Richard-Wagner-Straße sind genervt. Der Krach , den die Lastwagen verursachen würden, überschreite das zulässige Maß, beklagen sie. Von „Höllenlärm“ spricht Anlieger Dieter Conzelmann.

Nach Aussage von Nachbarn im Essener Südviertel hat die Belastung vor zwei Jahren begonnen

Er lebt seit 40 Jahren im Viertel und hat noch im Ohr, wie einst die Loks hier entlang rauschten. Doch das sei im Vergleich zu den Sattelschleppern, die heute über die Straße bretterten, vergleichsweise geräuscharm gewesen. Vor gut zwei Jahren habe es mit dem Radau begonnen, blickt der 71-Jährige zurück. Obwohl er gar nicht mal direkt an der Richard-Wagner-Straße wohne, sondern ums Eck in der Schnutenhausstraße, dringe der Lärm auch in seine Wohnung. Dass die Lautstärke so enorm sei, liege vielleicht auch daran, dass man einige Platanen gefällt habe, die einen Teil des Lärms geschluckt hätten. Doch offensichtlich lande die gesamte Emission jetzt ungefiltert bei ihm.

Da ihm das Geratter auf der Straße immer mehr auf die Nerven ging, überlegte der Anwohner, ob es nicht auch Nachbarn ähnlich ergehe. Dann wollte es wohl der Zufall, dass eines Tages beim Besuch in der Apotheke an der Richard-Wagner-Straße das Gespräch auf die Belastung durch den Schwerlastverkehr kam. Thomas Biernatowski betreibt die Apotheke seit rund eineinhalb Jahren und sagt, dass er eigentlich nur den jetzigen Lärmpegel kenne und von Zeiten, in denen es leiser gewesen sein soll, nur aus Erzählungen wisse.

Anwohner machen vor allem Sattelschlepper als Verursacher aus

Dass es vor allem die Sattelschlepper seien, die als Verursacher in Frage kommen, kann er durchaus bestätigen. Besonders schlimm sei es, wenn die Lkw ohne Fracht fahren würden. Dann müsse man noch mehr Lärm ertragen. Dass die Richard-Wagner-Straße stark genutzt werde, „ist durchaus verständlich“. Denn es handele sich schließlich um eine direkte Verbindung zur A52, die nächste Auffahrt sei nur wenige hundert Meter entfernt.

Von Kunden hat Biernatowski ebenso schon Klagen gehört. Auch bei ihnen sei der Lkw-Verkehr häufiger ein Thema. In den Gesprächen würden sie die Aussagen von Conzelmann bestätigen, wonach die Belastung in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe. Daraus ergebe sich dann auch die Frage, ob sich neue Firmen in der Gegend angesiedelt hätten, deren Lieferverkehr die Entwicklung verursache.

Messgerät des Anwohners zeigte 100 Dezibel an

Um nicht nur mit persönlichen Eindrücken und Erfahrungen zu argumentieren, sondern auch Zahlen vorweisen zu können, hat sich Dieter Conzelmann ein Schalldruckmessgerät zulegt, das entsprechend geeicht und geprüft sei. Mit ihm hat er sich dann nicht nur einmal an die Richard-Wagner-Straße hingestellt. Die Werte, die er dann ablesen konnte, ließen ihn dann aber doch erstaunen. „100 Dezibel“ habe das Gerät angezeigt. „Wie auf einem Flughafen“. Die Belastung werde auch dadurch hervorgerufen, dass die Lkw mit viel zu hohem Tempo unterwegs seien. An das Limit von 50 Stundenkilometer würden sich nur wenige Fahrer halten, lautet der Vorwurf des Anwohners.

Sorge haben einige Anwohner, dass mit dem Umbau der Rüttenscheider Straße zur Fahrradstraße sich generell noch mehr Verkehr ins Südviertel verlagere. Die Doppelverglasung der Fenster vieler Wohnungen reiche spätestens dann nicht mehr aus.

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