Leben am Krupp-Park

Essen-Altendorf rätselt: Was liegt unter alter Bodenplatte?

Gut zu erkennen ist die Betonplatte hinter dem Neubau, auf der früher der Real-Markt stand. Aus Kostengründen soll sie erhalten bleiben. Das Foto wurde am 5. November  2017. Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Gut zu erkennen ist die Betonplatte hinter dem Neubau, auf der früher der Real-Markt stand. Aus Kostengründen soll sie erhalten bleiben. Das Foto wurde am 5. November 2017. Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Essen-Altendorf.  Von dem real-Markt am Krupp-Park in Altendorf ist nur noch eine Bodenplatte aus Beton geblieben. Altendorfer rätseln, was wohl darunter liegt.

„Vielleicht liegt da Gold drunter?“ Kurze Zeit hegte Bezirksbürgermeister Klaus Persch die – nicht wirklich ernst gemeinte – Hoffnung, alle Finanzprobleme des Stadtbezirks III gelöst zu bekommen. Denn es ranken sich in Altendorf offenbar Gerüchte um die Betonplatte, auf der einst der Real-Markt an der Altendorfer Straße stand. Dort ist längst ein neues Einkaufszentrum mit Hotel entstanden. Doch warum wurde die Betonplatte nicht sofort mit dem Geschäft abgerissen? Weil darunter Industriemüll liegt, der teuer entfernt werden müsste? Oder doch Gold?

Unter der Platte liegt nur Lößboden, keine Rückstände aus alten Krupp-Zeiten

Nichts von alledem, versicherte Stefan Christochowitz, Geschäftsführer in der Thelen-Gruppe. Der Dipl.-Geograf berichtete den Bezirksvertretern am Donnerstag, dass nur Lößboden unter der Betonplatte zu finden sei, „aber keine Kontaminationen, die abgeräumt werden müssten“.

Die Thelen-Gruppe und eine Architektin des Büros Koschany & Zimmer stellten den Politikern den aktuellen Planungsstand von Essen 51 sowie „Leben am Krupp-Park“ vor. In der Bezirksvertretung III interessierte natürlich besonders der kleine, 4,7 Hektar große Abschnitt in Altendorf, der Rest von „Leben am Krupp-Park“ verteilt sich auf die Stadtbezirke I und V.

Neubauten werden nun auf die Platte gestellt

Ursprünglich wollte Thelen die Betonplatte an der Dickmannstraße beseitigen, um eine Tiefgarage zu erreichten. „Doch das kostet enormes Geld“, bat Stefan Christochowitz um Verständnis. Also plante man um, möchte die Neubauten mit der Tiefgarage nun auf die Platte stellen. Dadurch ändert sich allerdings die Höhenlage, so dass ein neuer Bebauungsplan „Leben am Krupp-Park“ erstellt werden muss.

Direkt am Park plant Thelen nun drei siebengeschossige Wohnhäuser. Sie sollen „markante Landmarken am Übergang des Wohngebiets in den Kupp-Park“ darstellen und das Wohngebiet „wesentlich“ prägen. Und: „Sie markieren die neue Grenze des Stadtteils Altendorf in besonderem Maße und stellen so ein identitätsstiftendes Gestaltungsmerkmal im städtebaulichen Konzept dar“, heißt es in der Begründung des Bebauungsplan-Entwurfs.

Bernd Schlieper (EBB) kann sich mit sieben Geschossen nicht anfreunden

Zumindest kann sich mit Bernd Schlieper (EBB) ein Bezirksvertreter nicht mit den drei geplanten Wohntürmen anfreunden. Seiner Ansicht nach zerstörten sie die Silhouette Altendorfs, erst recht, wenn sie auf der Betonplatte stehen und damit noch höher stehen würden. Mit dieser Kritik blieb er aber allein.

Zufrieden zeigten sich die Bezirkspolitiker mit den weiteren Planungen der Thelen-Gruppe. So wird ein Drittel der Wohnungen, wie von der Stadt gewünscht, öffentlich gefördert. Die Erdgeschosswohnungen bekommen zum Teil private Gärten, während die übrigen Freiflächen halböffentliches Gemeinschaftsgrün werden.

Im Altendorfer Teil an der Dickmann- und Husemannshofstraße sind verdichtete Gebäudereihen und -zeilen vorgesehen, die bis zu viergeschossig werden können. Dort soll auch eine Kindertagesstätte mit einem rund 900 Quadratmeter großen Freibereich errichtet werden.

Insgesamt soll das Plangebiet jedoch durchgrünt werden und die Verbindung für Radfahrer und Fußgänger vom Ehrenzeller Platz in den Krupp-Park herstellen.

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