Schwimmhalle

Essen: Ärger wegen seit Jahren geschlossener Schwimmhalle

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Das Lehrschwimmbecken gehört zum Komplex der Turnhalle der Holsterhauser Gesamtschule und ist seit weit über drei Jahren geschlossen.

Das Lehrschwimmbecken gehört zum Komplex der Turnhalle der Holsterhauser Gesamtschule und ist seit weit über drei Jahren geschlossen.

Foto: Tobias Harmeling / FUNKE Foto Services

Essen-Holsterhausen.  Das Lehrschwimmbecken in Essen-Holsterhausen ist seit drei Jahren geschlossen und ein Ende ist nicht in Sicht. Was nun besonders für Ärger sorgt.

  • Das Lehrschwimmbecken in Holsterhausen ist seit über drei Jahren geschlossen. Darüber ärgern sich nicht nur Schwimmvereine, sondern auch die Essener Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeit.
  • Angebote für Wassergymnastik, unter älteren Menschen sehr beliebt, werden aufgrund von Mangel an Sportstätten zusammengestrichen.
  • Zugleich sieht die Seniorengemeinschaft aber auch, dass auch viele Anfängerkurse für Kinder nicht stattfinden können, wie die SG Essen Schwimmschule bestätigt.

Wassergymnastik erfreue sich unter älteren Menschen großer Beliebtheit, sagt Ulrich Gaißmayer. Doch der Vorsitzende der Essener Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeit muss das Programm seit langer Zeit stutzen, da mehrere Schwimmhallen aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung stehen. Da sei es umso ärgerlicher, dass das Lehrschwimmbecken in Holsterhausen noch immer geschlossen bleibe und sich keine Perspektive abzeichne, wann es wieder öffnet, so die Kritik.

Zahlreiche Sportstätten stehen ebenfalls nicht zur Verfügung

Betroffen seien selbstverständlich nicht nur Senioren, betont Gaißmayer, er halte es auch für äußerst problematisch, dass vor allem Kinder und Jugendliche das Bad nicht nutzen können. Geschlossen sei das Lehrschwimmbecken seit Juni 2018, also seit rund dreieinhalb Jahren. Erschwerend komme hinzu, dass die Seniorengemeinschaft auch nicht mehr auf die Schwimmbecken in der Seniorenresidenz Mundus zurückgreifen könne, die verständlicherweise zum Schutz der Bewohner das Bad nicht mehr anbiete. Verzichten müsse man auch - wegen Umbauarbeiten - auf den Standort Helene-Keller-Schule. Getroffen habe es durch die Flut auch das Stadtbad Werden, doch hier sei ein Ende in Sicht.

Nicht so in Holsterhausen. Hier habe es geheißen, die Sanierung dauere rund eineinhalb Jahre; „Das Lehrschwimmbecken sollte im Herbst 2019 wieder in Betrieb gehen.“ Die gesamte Abfolge der Instandsetzung ist für den Vorsitzenden mehr als unverständlich. Denn es habe doch klar sein müssen, dass ein geplanter Umbau der darüber liegenden Turnhallen Asbest-Aufkommen zu Tage fördere und wohl kaum dann das Lehrschwimmbecken geöffnet bleiben würde. Ansonsten wäre ja eine Gefahr für die Besucher gegeben gewesen.

Dann sei weitere Zeit ins Land gegangen und 2021 „sind bereits drei Termine für die Wiedereröffnung genannt worden“. Große Hoffnung habe darauf geruht, dass das Lehrschwimmbecken nach den Herbstferien wieder an den Start gehen könne. Doch nun, nach mehr als drei Jahren, habe man festgestellt, dass die Badtechnik repariert oder erneuert werden müsse.

Stadt will die Badtechnik noch einmal grundlegend überprüfen

Stadtsprecher Patrick Betthaus hatte gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass die Turnhalle - auch sie wird rundumerneuert - und Becken als ein zusammenhängender Komplex gesehen worden seien. Nach zahlreichen Arbeiten (Licht, Türen, Fliesen, Decken) sei nun die Badtechnik an der Reihe. Es müsse allerdings geprüft werden, ob nach zweijährigem Stillstand der Umfang der Sanierung erweitert werden müsse. Die Entscheidung könne aber erst „nach der schmutztechnischen Bauphase“ frühestens Anfang 2022 erfolgen. Verzögerungen habe es auch durch die pandemiebedingten Lieferprobleme gegeben.

Das bedeute doch, so bemängelt Gaißmayer, dass das Bad auf absehbare Zeit nicht genutzt werden könne. Zugleich nimmt er die Politik in die Pflicht und fragt, was Bezirksvertretung und Rat eigentlich während der gesamten Zeit unternommen haben, um dem Zustand ein Ende zu bereiten.

Den Unmut der Senioren kann Petra Wiskow sehr gut verstehen. Sie organisiert für die SG Essen Schwimmschule Anfängerkurse für Kinder, aber auch Erwachsene. „Wir brauchen die Wasserflächen dringend“, sagt sie. Auch weitere Schwimmvereine würden beklagen, dass die Schließung fortbestehe. Seit über drei Jahren könne man viele Kurse überhaupt nicht mehr anbieten.

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