Bürgerbeschwerden

Essen: Ärger über freilaufende Hunde am Lauftreff

Auf der Mondscheinwiese am Lauftreff in Essen-Stadtwald sprachen Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt (l.) und Anwohner Winfried Straub über das Problem freilaufender Hunde.

Auf der Mondscheinwiese am Lauftreff in Essen-Stadtwald sprachen Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt (l.) und Anwohner Winfried Straub über das Problem freilaufender Hunde.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Stadtwald.  Nach Bürgerbeschwerden wollen Politiker die Stadt beauftragen, Hinweisschilder auf den Leinenzwang am Lauftreff in Stadtwald aufzustellen.

Gleich mehrere Beschwerden über freilaufende Hunde am Lauftreff in Essen-Stadtwald erreichten die zuständige Bezirksvertretung. Die Politiker wollen in der Sitzung am Donnerstag, 27. August, abstimmen, ob die Stadt zehn Schilder aufstellen soll, die die Waldbesucher an der Frankenstraße auf den dort geltenden Leinenzwang für Hunde hinweisen.

„Hunde dürfen weder auf der Mondscheinwiese, noch auf dem Lauftreff-Parkplatz, dem Trimmpfad oder im Waldpark frei laufen. Viele Hundebesitzer wissen das offenbar gar nicht“, betont Stefan Kossorz, Verwaltungsbeauftragter der Bezirksvertretung II (Stadtwald, Rellinghausen, Bergerhausen, Rüttenscheid).

Politiker wollen 700 Euro für die Erstellung von 20 Schildern bereitstellen

Da es bereits Gespräche zum Thema gegeben habe und sich die Vertreter der Parteien dabei weitgehend einig gewesen seien, geht Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt (SPD) davon aus, dass die Bezirksvertretung sich für die Anschaffung der Schilder aussprechen wird. Insgesamt sollen 20 Schilder in Auftrag gegeben werden, zehn davon als Ersatz für eventuelle Beschädigungen oder beschmierte Schilder. Die BV II will sich mit 700 Euro beteiligen. Das Ordnungsamt solle die Einhaltung des Leinenzwangs dort kontrollieren.

Für die Aufstellung der Schilder sei Grün und Gruga zuständig, so Gerhard Barnscheidt. „Viele Bürger sind verunsichert, wie sie sich verhalten sollen, wenn ein freilaufender Hund auf sie zustürmt“, weiß Gerhard Barnscheidt aus den Schreiben der Bürger, die ihn erreichten. Ein Bürger, der sich hilfesuchend an die Politik gewandt hat, ist Winfried Straub. Er wohne in der Nachbarschaft des Lauftreffs an der Frankenstraße und gehe gern dort im Wald spazieren – auch mit seinen vier und acht Jahre alten Kindern.

Ehefrau sei in die Hüfte gebissen worden

„Gerade um die Kleinen mache ich mir natürlich Sorgen, wenn ein großer Hund auf sie zuläuft, sie womöglich umwirft und abschleckt“, so der Vater. Seit seine Frau vor einigen Jahren, als das jüngste Kind noch ein Baby war, von einem Schäferhund, der aus einem Garten gesprungen sei, in die Hüfte gebissen worden sei, sehe er das Thema noch kritischer. Das ältere Kind sei damals vor Schreck auf die Straße gerannt, zum Glück sei kein Auto gekommen. „Wir haben überhaupt nichts gegen Hunde, aber das Unbehagen ist einfach da“, sagt Straub.

Vater sorgt sich bei Spaziergängen um die Sicherheit seiner Kinder

Viele Hunde seien gut erzogen und hörten auf die Kommandos ihrer Besitzer. „Aber eben nicht alle. Etliche Hundehalter bekommen ihre Tiere nicht unter Kontrolle. Wenn Hunde wirklich nur spielen wollen, könnte man es ja vielleicht noch tolerieren, dass die Tiere auf einen zulaufen, aber man weiß es ja nicht“, sorgt sich der Vater um die Sicherheit seiner Kinder.

Seit Corona seien mehr Leute im Wald als früher und das Problem sei damit noch größer geworden. „Gerade Jogger wecken ja offenbar bei den Hunden irgendwie den Jagdinstinkt“, hat Straub beobachtet. Er habe auch mehrfach Wildtiere wie Rehe in dem Bereich gesehen, die mit ihrem Nachwuchs durch freilaufende Hunde ebenfalls gefährdet seien, so der Anwohner. Wenn man Hundehalter auf das Problem anspreche, bekomme man oft freche Antworten, weiß er aus Erfahrung. „Das ärgert mich und ist sicher nicht im Sinne gegenseitiger Rücksichtnahme“, so Winfried Straub.

Allein drei Bürgerbeschwerden in letzter Zeit und der Bericht über negative Erfahrungen, die ein Bezirksvertretungsmitglied dort mit Hunden gemacht habe, seien Anlass gewesen, dass schon länger bekannte Problem rund um den Lauftreff und den Trimmpfad jetzt in Angriff zu nehmen.

Führen der Hunde ohne Leine sei an vielen Stellen eine Ordnungswidrigkeit

Seitens der Stadt finden Bürger und Politiker mit ihrem Anliegen Gehör: Laut Stadtpresseamt stellt das Führen von Hunden ohne Leine im Wald außerhalb von Wegen nach dem Landesforstgesetz NRW eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese Anleinpflicht für Hunde gelte in diesem Fall auch für die Mondscheinwiese, da es sich dabei um Wald im Sinne des Bundeswaldgesetzes handele. Wald sei demnach nicht nur jede mit Forstpflanzen ausgestattete Grundfläche, sondern auch Lichtungen und Waldwiesen zählten dazu.

Dies sei vermutlich nicht für alle Bürger sofort erkennbar, so Jacqueline Schröder vom Presseamt. Der Landesbetrieb Wald und Holz habe in einem Schreiben vom 20. April 2020 festgehalten, dass auch für Erholungseinrichtungen im Wald der Leinenzwang gelte. Dieses betreffe zum Beispiel den an die Frankenstraße angrenzenden Trimmpfad mit Sportgeräten. Der auf der anderen Seite der Frankenstraße liegende Waldpark werde vom Landesbetrieb als umfriedeter Bereich angesehen, in dem die Regelungen des Landeshundegesetzes greifen würden. Auch dort gelte somit der Leinenzwang.

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