Bildung

Erstes Weiterbildungskolleg engagiert Talent-Scout

Jochen Suthe, Schulleiter des Nikolaus Groß Abendgymnasiums (links), und der Talent-Scout Kilian Soddemann.

Foto: Kerstin Kokoska

Jochen Suthe, Schulleiter des Nikolaus Groß Abendgymnasiums (links), und der Talent-Scout Kilian Soddemann. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Talent-Scouts schauen regelmäßig an Schulen vorbei, um junge Begabte auf Fördermöglichkeiten hinzuweisen. Nikolaus-Groß-Abendgymnasium mit dabei.

Das bischöfliche Abendgymnasium ist landesweit das erste Weiterbildungs-Kolleg, das regelmäßig Besuch von einem „Talent-Scout“ der Uni bekommt. Der heißt Kilian Soddemann und berät die Schüler des Abendgymnasiums in Sachen Studium und Beruf.

Wozu ist das bei einem Abendgymnasium nötig? Als Weiterbildungskolleg wird die Schule schließlich von jungen Erwachsenen besucht, die sich ausschließlich freiwillig dazu entschieden haben, ihr Abi nachzumachen.

Was manchmal fehlt: Das Umfeld, das einen trägt

„Ganz sicher sind unsere Schüler motiviert“, sagt Schulleiter Jochen Suthe. „Doch die Motivation muss manchmal über die gesamte Schulzeit gehalten und getragen werden.“ Das Nikolaus-Groß-Kolleg wird derzeit von rund 400 Schülern besucht. Was einigen von ihnen fehlt, sei „das Umfeld, das einen trägt. Die meisten haben keinen großen Bruder, der schon mal in die richtige Richtung vorgegangen ist“, sagt Suthe.

„Wenn viele sich aufmachen in Sachen zweiter Bildungsweg, dann ist nur eine grobe Orientierung vorhanden“, sagt Kilian Soddemann. Einmal monatlich hält er am Abendgymnasium Sprechstunden ab, berät und vor allem motiviert zu einem Studium: „Die meisten fragen sich, ob sie das nach dem Abi wirklich schaffen können“, hat Soddemann festgestellt.“ Dabei spielen selbstverständlich auch Fragen der Finanzierbarkeit eine Rolle, schließlich verdienen die Schüler derzeit alle bereits ihr eigenes Geld. „Das“, sagt Soddemann, „ist für viele das größte Problem, für ein Studium auf das eigene Einkommen verzichten zu müssen.“

Im Fokus: Die Bildungspioniere von Familien

Landesweit machen derzeit rund 300 Schulen mit beim „Talent-Scout“-Programm: Die Scouts sind angestellt an den Unis und gehen regelmäßig an Schulen, um junge Leute über Stipendien, Berufsbilder und Studiengänge zu unterrichten. Das Programm will Bildungspioniere erreichen, die häufig die ersten in ihrer Familie sind, die akademische Wege einschlagen. Die Uni Duisburg-Essen beschäftigt derzeit fünf Scouts, die regelmäßig die Gesamtschulen Heinemann und Bockmühle, die Gymnasien Borbeck, Unesco und Nord-Ost besuchen; außerdem mehrere Berufskollegs. Auch das Leibniz-Gymnasium in Altenessen erhält regelmäßig Besuch von einem Talent-Scout.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik