Abfallentsorgung

Entsorgungsbetriebe haben nach Pfingst Open Air viel zu tun

Stück für Stück und Hand in Hand nehmen sich die EBE-Mitarbeiter Wiesen und Wege vor, damit im Löwental alles wieder sauber wird.

Stück für Stück und Hand in Hand nehmen sich die EBE-Mitarbeiter Wiesen und Wege vor, damit im Löwental alles wieder sauber wird.

Foto: EBE

Werden.  Die Nachlese beim Festival im Löwental war diesmal besonders tricky: Die Wiese kann nicht mit Maschinen befahren werden. Wie die EBE aufräumt.

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Das Ende ist Orange: Nach vielen Veranstaltungen im Stadtgebiet reinigen die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) das Gelände. Mit Blasgeräten, Rechen, Besen und sehr viel Handarbeit wird der liegengebliebene Müll gebändigt. Möglichst flott natürlich. Die Nachlese beim Pfingst Open Air war diesmal besonders tricky: Die Wiese kann nicht mit Kehrmaschinen befahren werden. Und durch den Regen klebte alles am Boden.

Trüb wäre geschmeichelt. Morgens um 5.23 Uhr nach dem traditionsreichen Konzert in den Ruhrwiesen ist alles nass und grau. Sanfter Landregen fällt, er saugt Becher, Tüten und Co. auf dem Rasen fest. Was Tausende Zuhörer zurückließen, soll nun weg. das städtische Jugendamt, das seit 37 Jahren das beliebte „Pfingst Open Air“ organisiert, hat damit die EBE beauftragt. Über 30 Mann hat die EBE an diesem Morgen geschickt, alle in knallorange. Die ersten begegnen einem schon oben am Bahnhof, von dort kommen die Zuhörer gelaufen. Selbst wenn sie den Weg nicht wüssten: Sie könnten sich einfach an den aufgestellten 25 großen Müllbehältern orientieren. Sie stehen in einer langen Reihe bis zum Festivalgelände. Dennoch liegt einiges an Flugmüll drumherum, das die Männer nun einsammeln.

Das Grün ist übersät mit Bechern, Verpackungen und sonstigem Wurfmüll

Eine kleine Kehrmaschine reinigt derweil den Rinnstein und Flächen. Erst einer, dann ein zweiter langer Zug mit Dixi-Toiletten fährt aus dem Löwental heraus. Absperrgitter sind schon wieder ordentlich aufgereiht in ihren Körbchen. Auch der Abbau macht Fortschritte. Dreckige Angelegenheit mit System. Folgt man dem Behälter-Pfad, landet man unten an der Ruhr auf der Festwiese. Viel Grün ist dort, übersät mit Bechern, Verpackungen, Zigarettenschachteln und sonstigem Wurfmüll. Hier sind die Männer der EBE überall verteilt. Sie arbeiten systematisch nacheinander: Die Vorhut mit den starken Blasgeräten pustet aus mehreren Richtungen Müll in der Mitte zusammen, so gut es geht.

Heute geht es nicht so gut, der Regen stört. Blätter, Zweiglein und viel Schmutzwasser fliegen mit hoch. Eine recht dreckige Angelegenheit, wie man den Hosenbeinen auch ansieht. Es folgen die Kollegen mit den Rechen, die alles zu Häufchen verdichten. Dann kommen Besen und Schüppe zum Einsatz, mit denen der Abfall in die Handkarre geworfen wird. „Pannen“ nennen sie das, in Anlehnung an die „Panne“, die große Schüppe aus dem Bergbau. Zuletzt kommen die Picker, die einzelne Reste mit dem Greifer fassen und einsacken. Mit Schwung auf die Ladefläche.

Nach fast zwei Stunden beherrscht im Löwental inzwischen das saubere Grün wieder die Fläche

Wie Ameisen schwärmen die Männer über das Gelände. Hinter der Bühne rollt langsam der Begleit-Flitzer hervor, ein kleines Fahrzeug mit Ladefläche. Nun ist Schwung gefragt: Kenan Salves und Mehmet Arik befördern die gefüllten Säcke in einem elegant-gekonnten Wurf auf die Pritsche. Rü-Fest und Pfingst-Konzert: 141 silberne Tonnen extra.

Wer in Richtung Weg geht, packt auch zu: Die „Silberlinge“, die Veranstaltungstonnen der EBE, müssen an den schmalen Asphaltstreifen gestellt werden. Dort wird der „Tonnentauscher“, ein Spezialfahrzeug, sie im Laufe des Tages wieder einsammeln. Das Team hat auch viel zu tun: Rü-Fest am Pfingstsamstag und das Open Air an einem Wochenende, das machte mal eben 141 silberne Tonnen extra.

Nach fast zwei Stunden beherrscht im Löwental inzwischen das saubere Grün wieder die Fläche. Vielleicht halfen diesmal auch die Motivations-Schilder, die jemand an Bäumen aufgehängt hat: „Müll in die Tonne – is‘ klar?!“ „War schon mal schlimmer“, befindet EBE-Mitarbeiter Sascha Schäfer mit Blick auf die Wiese. Er hat schon viele Jahre Festival-Reinigung hinter sich. „Vielleicht lernen die Menschen ja langsam dazu?“

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