Essen.

Endlich eine Lösung für die marode Bockmühle gefunden

Kaputte und blinde Fenster in der Gesamtschule Bockmühle in Altendorf, die Schule gilt als abrissreif.

Kaputte und blinde Fenster in der Gesamtschule Bockmühle in Altendorf, die Schule gilt als abrissreif.

Foto: Kokoska

Essen.   Der Essener Stadtrat hat eine bauliche Lösung für die Gesamtschule in Altendorf auf den Weg gebracht. Entweder wird saniert oder neu gebaut.

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Am Ende war es allen nur wichtig, dass endlich etwas passiert: Den Antrag von SPD und CDU, die Gesamtschule Bockmühle in Altendorf im laufenden Betrieb abschnittsweise zu erneuern oder zu sanieren, folgten deshalb auch Grüne, Linke und die FDP. „Das geht so mit der Bockmühle einfach nicht mehr weiter, das dauert alles schon viel zu lange“, begründete Linken-Ratsherr Wolfgang Freye die Zustimmung. Auch SPD-Ratsfrau Janine Laupenmühlen appellierte: „Das ist nur noch schwer zu vermitteln.“

Buchwert von über 29 Millionen

Dass die Stadt in ihrer eigenen Pressemitteilung am Mittwoch nur den „Neubau“ erwähnte, die „Sanierung“ dagegen aus dem Groko-Antrag gestrichen hatte, dürfte vor allem in der Kämmerei für Erstaunen gesorgt haben, müsste die Stadt doch bei einem Komplettabriss der Schulgebäude den Buchwert von über 29 Millionen Euro abschreiben – mit Folgen für den städtischen Haushalt. Bei einer Sanierung blieben die Gebäude und damit der Buchwert zumindest zum Teil erhalten.

Deshalb wurde der Antrag der Linken, die auf einen „Neubau“ bestehen, auch von der Groko abgelehnt. Wobei CDU-Ratsherr Andreas Kalipke betont: „Wenn keine Sanierung möglich ist oder nur so eine Art Aufhübschung, dann werden wir neu bauen. Das müssen am Ende schon neuwertige Schulgebäude für eine sechszügige Gesamtschule sein.“ In einer „schnellstmöglichen Machbarkeitsstudie“ will der Stadtrat dies endgültig geklärt sehen.

Wohnungsbau an der Erbslöhstraße

Es war nicht die einzige umstrittene Schul-Frage: Bei der Standortsuche für eine neue Gesamtschule im Essener Norden kam der Stadtrat auf keinen gemeinsamen Nenner: Erbslöhstraße, wie es die neben der Stadtverwaltung auch die Grünen forderten – oder ein Grundstück am Thurmfeld. Ratsmitglieder der Groko halten die Erbslöhstraße bestens für Wohnbebauung geeignet und sehen hier die Chance, positiv in den Altenessener Süden hineinzuwirken. Anders die Grünen, für die das Festhalten an einer Wohnbebauung „die Weichenstellung für die zügig benötigte neue Gesamtschule gefährdet“, so Grünen-Fraktionschefin Hiltrud Schmutzler-Jäger. „Die Erbslöhstraße ist aus pädagogischen, städteplanerischen, verkehrlichen und sozialen Gründen am besten für die neue Gesamtschule geeignet. Eine moderne Schule würde auch zur Stabilisierung des sozialen Umfeldes führen.“

Thurmfeld als Schul-Standort wäre auch geeignet

Doch das, finden viele in der Groko, gelte auch für das Thurmfeld: „Das Grundstück wäre groß genug, selbst wenn die Universität dort bauen wollte“, sagt der schulpolitische Sprecher der CDU, Andreas Kalipke. Die Flächen auf dem Thurmfeld werden dringend für neue Gebäude der Universität Duisburg-Essen wie dem „FutureWaterCampus“ benötigt, betont Schmutzler-Jäger und verweist auf die Vorlage der Stadt. Bei SPD und CDU dagegen haben sich beide Fraktionsvorsitzende bislang vergeblich um Klärung dieser Frage mit der Uni bemüht. Die von der Groko vorgeschlagene Bebauung eines Teils des alten Segeroth-Friedhofes könnte die Flächenprobleme lösen. Die Grünen halten dies für „völlig indiskutabel, weil wir diese der Grünfläche aus Umwelt- und Städtebaugründen erhalten müssen“. Auch liegen auf einem Teil der Thurmfeld-Flächen Altlasten: „Wenn das zum Problem werden sollte, ist das Thurmfeld raus“, sagt CDU-Mann Kalipke.

Bauliche Erneuerung für Frida-Levy

Parallel zum Neubau einer weiteren Gesamtschule sollen auch alle vorhandenen Gesamtschulstandorte gestärkt werden. Vor allem für die Frida-Levy-Gesamtschule an der Varnhorststraße und der Dependance an der Hofterbergstraße in der City will der Stadtrat eine „bauliche Erneuerung“. Eine „bauliche Verbesserung“ ist zudem für die Gesamtschule Nord vorgesehen. Die Erich Kästner-Gesamtschule in Steele soll die Möglichkeit bekommen, den Schulstandort an der Frankenstraße zu nutzen. Der Neubau der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Schonnebeck läuft bereits und wird voraussichtlich 2020 abgeschlossen sein.

Die millionenschweren Ausgaben kann die Stadt zu einem großen Teil über die Landes- und Bundesprogramme finanzieren: Rund 300 Millionen Euro werden Essen hier zur Verfügung gestellt.

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