Zeche Zollverein

Eisbahn soll Schulkindern Lust auf Zeche Zollverein machen

600 Schüler kommen in dieser Saison auf Einladung von Zollverein auf die Kokerei-Eisbahn.

600 Schüler kommen in dieser Saison auf Einladung von Zollverein auf die Kokerei-Eisbahn.

Foto: Vladimir Wegener

Essen.   Warum die Zeche Zollverein in diesen Tagen rund 600 Grundschulkinder aus der Umgebung zu kostenlosem Schlittschuhlaufen einlädt.

Rund 600 Kinder aus neun Grundschulen im Norden der Stadt gehen demnächst Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn der Kokerei Zollverein – gratis, versteht sich, inklusive Bus-Transfer und einer Tüte mit gesundem Snack. „Diese Kinder“, sagt Hans-Peter Noll, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Zollverein, „sind die Zollverein-Besucher von morgen.“

Die Eisbahn auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei ist seit 8. Dezember wieder in Betrieb – mittlerweile zum 16. Mal. Seit drei Jahren ist es auch üblich, dass in den Vormittagsstunden Kinder aus den umliegenden Schulen im Stadtbezirk VI zum kostenlosen Schnupperlaufen eingeladen werden. Doch es geht dabei weniger um die Rekrutierung künftiger Gäste, sondern: „Zollverein ist auch ein Angebot an das Quartier, an die Menschen aus der Region“, sagt Noll. „Die Kinder sollen mal sagen können: ,Zollverein, da habe ich Eislaufen gelernt, und im Sommer war ich dort Schwimmen.’“

Projekt wird gefördert

Möglich wird das Angebot nur, weil die RAG-Stiftung und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein die Sache finanziell unterstützen. „Uns ist die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ein besonderes Anliegen“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung. Und Anneliese Rauhut von den Freunden und Förderern der Stiftung Zollverein ergänzt: „Wenn Kinder ihre Heimatregion erkunden, aktiv sind und fachlich angeleitet werden, vergessen sie das sicherlich nicht so schnell.“

Das bestätigt Diethild Lehrich, Lehrerin an der Katernberger Peter-Ustinov-Grundschule: Mit den gesamten Jahrgängen eins und zwei war die Schule am Freitag angereist, um den Kindern erste Schritte auf dem Eis zu ermöglichen. „Dass das den Kindern guttut, ist keine Frage“, sagt die Pädagogin. „Es bringt nicht nur für die körperliche Entwicklung etwas, sondern auch für das Selbstbewusstsein. Die wenigsten Kinder unserer Schule haben sonst die Möglichkeit, regelmäßig Eislaufen zu gehen.“

Eisbahn nicht die einzige Maßnahme

Die Eisbahn ist bei weitem nicht die einzige Maßnahme der Stiftung Zollvererein, sich stärker in den Stadtteilen zu verankern – gegen jene vielfach und wiederholt geäußerte Kritik, das Welterbe sei nur an kulturell und wirtschaftlich elitären Kreisen ausgerichtet.

Schon seit 2012 laufen unter dem Motto „Zollverein mittendrin“ verschiedene Aktionen, die das Welterbe unmittelbar mit seinen Nachbarn stärker in Berührung bringen sollen – dazu zählte zum Beispiel das Buch- und Erzählprojekt „Mein Zollverein“, für das in den Jahren 2013 und 2014 Geschichten von Bürgern zusammengetragen wurden. Oder die Parkour-Anlage an der Kokerei, die 2017 eröffnete und besonders Jugendliche anspricht; leider auch regelmäßig Ziel von Vandalismus wird. Oder im Sommer 2018, als erstmals eine Kreativ-Werkstatt für Kinder und Jugendliche in der neu gestalteten Halle 10 an den Start ging. Auch dort entstehen Kooperationen mit umliegenden Schulen, die über einmalige Aktionen hinausgehen. „Über solche Beiträge“, heißt es, „möchte die Stiftung Zollverein kontinuierlich Beiträge zur positiven Quartiersentwicklung leisten.“

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