Lokales

Ein Prosit aufs Fischlaker Gold

Foto: Fremdbild

Fischlaken.  Bier - das gehört auch irgendwie zum Thema Fußball, und an diesem Wochenende wird es wohl fleißig getrunken. Einige Teilnehmer des Männertreffs der Evangelischen Kirchengemeinde Werden haben sich jetzt der hohen Kunst des Bierbrauens gewidmet - und sich zeigen lassen, wie man das goldgelbe Getränk, das Experten als hochwertiges Nahrungsmittel bezeichnen, selbst herstellen kann.

Learning by doing, by history und by drinking - das sind die Seminarinhalte bei Hans Langenkamp. Er wartet auf die Teilnehmer am Toreingang zur ehemaligen Katholischen Volksschule an der Hammer Straße in Fischlaken und trägt ein schwarzes T-Shirt: Hobbybrauer, steht darauf – und: Gegen Massenbier-Haltung. Damit will er, der der Bierkultur seit zehn Jahren nachspürt, keineswegs gegen die kommerziell gebrauten Biere opponieren. „Man kann ohne hochtechnische Anlagen und striktem Effizienzdenken manuell mit einfachen Mitteln einen wohlschmeckenden Gerstensaft anbieten“ lautet sein Credo.

In München, der Bierhauptstadt Deutschlands, bringt man sich die Brotzeit selber mit. Braucht man bei Hans und Andrea Langenkamp nicht. Als Bierbegleitung gibt es ein kerniges Frühstück, zu dem auch der klassische Leberkäse gehört. Später steht ein herzhaft-deftigen Mittagsschmaus mit Schweinebraten und Sauerkraut im Schalander an, dem Pausenraum einer Brauerei. Bierutensilien aus vergangenen Zeiten sind da zu bestaunen: Flaschen, Krüge, Deckel, Gläser, Verschlüsse, Bierwitze, Plakate.

Reinheitsgebot von 1516

Der idyllische und zünftig mit Tischen und Bänken ausgerüstete Biergarten, mit dem weiß-blauen Mast als Wahrzeichen neben dem Haus, ist umgeben von hohen Bäumen. Dort werden auch die 40 Liter Luther-Gold zu Ehren des Männertreffs gebraut - verkündet Hans Langenkamp, der das Duzen in dieser Runde voraussetzt.

Dazu werden nach dem Reinheitsgebot von 1516 drei Dinge gebraucht: Wasser, Hopfen (das Salz in der Suppe) und Malz. Das wird zunächst gequetscht, was der Organisator des Treffens, Herbert Soer, übernommen hat. Über eine Rutsche läuft das Malz in einen Eimer. Eingemeischt wird in der Sudpfanne, in der das Wasser auf 60 Grad erhitzt ist. Dort bilden sich bei dreimal unterschiedlichen Temperaturen und Zeiten Enzyme. Damit nichts anbrennt, muss der Rührlöffel im Uhrzeigersinn kräftig bewegt werden, das besorgen abwechselnd Rolf Chalupnik, Günther Grütgen, Eckard Quast und Clemens Classen. Dazwischen werden Anekdoten erzählt, gelacht, Musikwünsche geäußert – und natürlich „Fischlaker Gold“ getrunken, ein süffiges und erfrischendes obergäriges Helles, das „nicht filtriert, sterilisiert, aber naturtrüb ist“ betont Seminarleiter Hans Langenkamp.

Abgemeischt wird nach den drei Raststufen, in dem der Sud in den Läuterbottich geschüttet wird und feste Stoffe abgetrennt werden. Zum Schluss kommt Hefe rein. Bier braucht Reifezeit und kann gleich nach dem Brauvorgang noch nicht getrunken werden. Aber es ist noch genug gereifter Vorrat da...

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