Ein mittelalterliches Kleinod von entrückter Schönheit

Werden.  Für Heinz-Josef Bresser gibt es gar kein Vertun: „Die Luciuskirche ist eines der schönsten Gotteshäuser in der Stadt“, sagt der Vorsitzende des Werdener Geschichts- und Kulturverein und fügt direkt hinzu: „Wenn nicht sogar DAS schönste.“ Die schlichte Anmut des Innenraumes der ältesten Pfarrkirche nördlich der Alpen würde ihn immer wieder berühren. Tatsächlich hat die im Jahr 1063 geweihte Kirche eine besondere Ausstrahlung. Wenn das Licht durch die einfach verglasten Fenster fällt, dann leuchtet das in warmen Erdtönen ausgemalte Gotteshaus und bezaubert die Besucher. Die kommen gerne in die Luciuskirche, sitzen versunken im Gebet auf den einfachen Bänken.

Für Heinz-Josef Bresser gibt es gar kein Vertun: „Die Luciuskirche ist eines der schönsten Gotteshäuser in der Stadt“, sagt der Vorsitzende des Werdener Geschichts- und Kulturverein und fügt direkt hinzu: „Wenn nicht sogar DAS schönste.“ Die schlichte Anmut des Innenraumes der ältesten Pfarrkirche nördlich der Alpen würde ihn immer wieder berühren. Tatsächlich hat die im Jahr 1063 geweihte Kirche eine besondere Ausstrahlung. Wenn das Licht durch die einfach verglasten Fenster fällt, dann leuchtet das in warmen Erdtönen ausgemalte Gotteshaus und bezaubert die Besucher. Die kommen gerne in die Luciuskirche, sitzen versunken im Gebet auf den einfachen Bänken.

Nicht nur ihre Ausstrahlung, auch die Geschichte der Luciuskirche ist besonders. Über 800 Jahre lang war die im romanischen Stil erbaute Basilika ein Ort des Gebetes und des Glaubens. Dann kamen Anfang des 19. Jahrhunderts Napoleon und mit ihm die Welle der Säkularisation, die auch die Luciuskirche erfasste. Zwar wurde sie nicht komplett zerstört, aber grob zweckentfremdet, bis zur Unkenntlichkeit. „Sie diente erst als Heulager, dann als Bürgermeisterei und später wurden eine Zwischendecke eingezogen, die Arkaden ausgemauert und vier Wohnungen ausgebaut“, erzählt Heinz-Josef Bresser. An das Wohnhaus kann sich der heute 70-Jährige noch gut erinnern. „Ich bin unweit der Kirche aufgewachsen, ohne zu wissen, worum es sich handelt. Dass das eine Kirche ist, hat mir keiner erzählt. Das war bei den Werdenern überhaupt kein Thema.“ Alte Fotos zeigen ein Haus mit einem klobigen Turm, die heutigen Seitenschiffe existierten damals nicht. Dort, wo sie heute wieder stehen, waren Mitte der 1950er Jahre nur tiefe Gräben, in denen der junge Heinz-Josef mit seinen Freunden Fußball oder Verstecken gespielt hat.

Wie ein verschollener Schatz

Erst mit der Gründung des Ruhrbistums erinnerte man sich an die einstige Luciuskirche. Die wurde wie ein verschollener Schatz ausgegraben und geborgen. Möglich machten das die genauen Pläne des Bauhistorikers Wilhelm Effmann. So wurden zunächst die eingezogenen Zwischenwände und Einbauten entfernt, dann die niedrigeren Seitenschiffe, die Apsis und die zwei kleinen Flankentürme über dem Ostjoch sorgsam rekonstruiert. Während des Umbaus wurden die gefundenen romanischen Kapitelle rekonstruiert oder im modernen Stil neu entworfen. Heute entspricht die dreischiffige Basilika in etwa der Vorstellung der ursprünglichen Kirche aus dem 10. Jahrhundert.

Als die wiederhergestellte Kirche 1965 von Bischof Hengsbach neu geweiht wurde, war Heinz-Josef Bresser als Messdiener dabei. Seitdem ist der pensionierte Lehrer nicht nur regelmäßiger Besucher, er bietet auch in seiner Funktion als Vorsitzender Führungen durch die Luciuskirche an. Und liebt es, die Teilnehmer mit kleinen Details zu überraschen. Zum Beispiel mit dem im Boden eingelassenen Sakrarium, einem Sickerschacht für das Waschwasser der Sakraltücher. Oder mit original erhaltenen Überresten „Dort oben ist der Heilige Lucius, Namensgeber der Kirche“, sagt er und zeigt auf eine verblichene Freske in einer Nische an der Chorseitenwand.

Was nicht so schön ist und worüber sich die Werdener seit der Weihe streiten, sind die Schießscharten ähnlichen Fenster in den rekonstruierten Seitenschiffen. „Ich habe mich daran gewöhnt“, sagt Heinz-Josef Bresser. Gelungen ist dagegen das 1991 gespendete Bronzeportal, das vom Künstler Jürgen Goertz entworfen wurde: Das steht übrigens jederzeit für die Menschen, die in der Luciuskirche die Nähe zu Gott und zu sich selbst suchen, offen.

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