Parteien

Ein Katernberger will CDU-Bundesvorsitzender werden

Beim nächsten CDU-Bundesparteitag – hier

Beim nächsten CDU-Bundesparteitag – hier

Foto: Messe Essen

Essen.   Als Essener OB-Kandidat bekam Friedhelm Kölsch keine Schnitte. Da versucht er es jetzt halt als Nachfolger von Angela Merkel an der Parteispitze.

Er ist kein Mann der großen Worte. Das merkt schnell, wer Friedhelm Kölsch auf Youtube lauscht, wo der Katernberger Christdemokrat binnen 17 Minuten und 43 Sekunden sein „geniales Konzept“ präsentiert, die Arbeitslosigkeit zu besiegen. Bescheidene 7,99 Euro kostet der digitale Ratgeber im Vorzugspreis und weil ja allüberall doch noch mehr im Argen liegt, schickt sich der nach eigenem Bekunden „humorvolle, gerechtigkeitsliebende Möglichkeitsdenker“ nun zudem an, für die CDU-Spitze zu kandidieren.

Beim Kurznachrichten-Dienst Twitter hat Kölsch die frohe Kunde dieser Tage so verkündet: „Der CDU Hochsitz wackelt – ich trete auch an“. Er hat es damit immerhin in die „Welt“, den Münchner „Merkur“ und allerlei andere Medien geschafft, wo sein Name nun neben denen von Spahn, Merz und Kramp-Karrenbauer auftaucht.

Eine Stimme von 179 bei der OB-Wahl

Versehen mit dem kurzen Hinweis, dieser Mann, der seit Jahr und Tag mit hochgerecktem Daumen sein Buch „Deutschland rockt sich neu“ bewirbt, sei bei der Wahl zum Essener CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten 2015 unterlegen. Das ist insofern etwas untertrieben, als Kölsch damals eine einzige von 179 Stimmen erhielt und umgehend wieder in der Versenkung verschwand. Schon 1999 war er in Gelsenkirchen gegen Lokalmatador Oliver Wittke angetreten, weshalb hiesige CDUler sich über den neuerlichen Anlauf nicht wundern.

Allein, bevor Friedhelm Kölsch es bis zum Bundesparteitag nach Hamburg schafft, wären für den erklärten Kreationisten noch ein paar Hürden zu überspringen. Bei den acht anstehenden Regionalkonferenzen der Partei etwa, wo die Kramp-Karrenbauer und Co. sich der Mitgliederschar präsentieren sollen, haben nur Kandidaten das Wort, die von einem der CDU-Gremien auf Bundes-, Landes- oder wenigstens lokaler Ebene offiziell benannt wurde. Auch die verschiedenen Vereinigungen der CDU haben dieses Recht.

„100 Prozent Zufriedenheits-Garantie“

Auf Anfrage in Berlin bei der CDU-Bundeszentrale hieß es dort, bis zum Dienstagnachmittag sei „lediglich Annegret Kramp-Karrenbauer formell vorgeschlagen“.

Auf dem Bundesparteitag selbst, so betont man bei der CDU, können auch die Delegierten Kandidaten zur Wahl für den Parteivorsitz vorschlagen. „Mal gucken, ob ich jemanden dafür finde“, sagt Kölsch am Telefon. Als Kandidat, der noch kein offizieller Kandidat sein darf, mag er sich mit seinem klein wenig Ruhm jedenfalls nicht zufrieden geben.

Seine Bewewrbung verzeichnet bislang null Kommentare, aber immerhin gibt sein Buch diesen einen verlockenden Hinweis: „100 Prozent Zufriedenheits-Garantie“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben