Verkehr

Ein Blick auf zwei Baustellen in Essen-Frillendorf

Anwohner Manfred Brand beobachtet an der Hubertstraße, wie die stählerne Brückenauflage vormontiert wird. Im Oktober wird sie auf die widerlager gehoben.

Anwohner Manfred Brand beobachtet an der Hubertstraße, wie die stählerne Brückenauflage vormontiert wird. Im Oktober wird sie auf die widerlager gehoben.

Foto: Knut Vahlensieck

Frillendorf.   An der Hubertstraße entsteht für drei Millionen Euro eine Brücke. Wie die neue A 40-Auffahrt Frillendorf-Nord dient sie der Verkehrsentlastung.

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Baustellenfans wie Manfred Brand kommen derzeit an der Hubertstraße auf ihre Kosten: Dort wird seit vergangenem Oktober eine neue Brücke von der Nünning-straße aus über die Eisenbahnstrecke Essen-Gelsenkirchen gebaut, die langsam Formen annimmt. Während an den Schienen die großen Widerlager, die die Brücke tragen werden, in die Höhe wachsen, wird auf einem Montageplatz an der Straße Am Schacht Hubert die stählerne Brückenauflage zusammengeschweißt.

Lärmschutzwand abgerissen

„Es ist schon spannend, zu beobachten, was hier passiert“, sagt der Frillendorfer Brand. Immer wieder „inspiziert“ er die nahe Baustelle; ebenso die Fortschritte an der A 40, wo seit Anfang 2016 die neue Anschlussstelle Frillendorf-Nord gebaut wird. „Es wurde auch langsam Zeit, dass wir Anwohner von Lärm und Verkehr ein wenig entlastet werden“, begüßt der Pensionär die neue Autobahnauffahrt. Dort wurde, für alle Autobahnnutzer sichtbar, vor ein paar Wochen die alte Lärmschutzwand in Fahrtrichtung Duisburg abgerissen. „Mehr sieht man aber nicht. Die ganze Baustelle ist ziemlich abgeschottet“, bedauert Brand.

27,3 Millionen Euro für die neue Auffahrt

Hinter der Abschottung werden gerade Erdarbeiten durchgeführt, wie Straßen NRW auf Anfrage mitteilt. Im Bereich der neuen Anschlussstelle wird ein Damm aufgeschüttet, auf dem später die Fahrbahn verlaufen soll. Um die benötigten Erdmassen anzuliefern, rollen permanent große Lkws auf die Baustelle. „Bislang sind wir gut im Plan, auch was die veranschlagten Kosten angeht“, so Mario Korte, Leiter der Abteilung Straßenbau bei Straßen NRW. Nicht weniger als 27,3 Millionen Euro investieren Stadt und Land für die Erschließung der neuen Anschlussstelle. Die soll Ende 2018/Anfang 2019 in Betrieb genommen werden.

Dicht besiedeltes Wohngebiet

Die lange Dauer des Straßenbauprojektes erkläre sich schon aus der Lage, so Korte weiter: „In einem so dicht besiedelten Wohngebiet kann aus Lärmschutzgründen nur selten nachts gearbeitet werden. Zudem mussten zunächst Leitungen verlegt, Rodungen vorgenommen, das Baufeld geräumt und der Untergrund vorbereitet werden. Dazu kamen noch die obligatorischen Kampfmittelsondierungen und - entschärfungen.“

Ganz so kompliziert waren die Vorbereitungen für den Brückenneubau nicht: Mit diesem Bauwerk soll vor allen die Ernestinenstraße entlastet und drei Gewerbegebiete (Ernestine, Hubert und Katharina) auf kurzem und direkten Weg miteinander verbunden werden. „Darauf haben die dort angesiedelten Unternehmen schon lange gewartet“, so Paul Krumsiek, Projektleiter beim Amt für Straßen und Verkehr.

Stahlbrücke ist Anfang 2018 fertig

Laut dem jetzigen Zeitplan soll die vorgefertigte Stahlbrücke Ende Oktober 2017 auf die Widerlager aufgesetzt werden. Mit einer Fertigstellung des knapp 3,2 Millionen Euro teuren Baus wird Anfang 2018 gerechnet. „Doch die Brücke kann nicht sofort in Betrieb genommen werden“, so Krumsiek weiter. Erst müsse man für die GSE-Behindertenwerkstatt an der Nünningstraße einen neuen Parkplatz bauen. Der alte fällt durch den Brücken- und Straßenbau weg.

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