Wasserpest

Ehrenamtlich gegen die Wasserpest auf dem Baldeneysee

Einsatzbereit nur wenige Kilometer vom Baldeneysee entfernt steht das Amphibienfahrzeug von Ute Vignold-Gries. Das Kettenfahrzeug kann im Wasser treibende Pflanzen mit einem aufgesteckten Rechen einsammeln.

Foto: Kerstin Kokoska

Einsatzbereit nur wenige Kilometer vom Baldeneysee entfernt steht das Amphibienfahrzeug von Ute Vignold-Gries. Das Kettenfahrzeug kann im Wasser treibende Pflanzen mit einem aufgesteckten Rechen einsammeln. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Ein Essener Familienbetrieb hat mit seinem Amphibienfahrzeug viele Wasserpest-Pflanzen auf dem Baldeneysee eingesammelt. Vereine sind dankbar.

Im Kampf gegen die Wasserpest Elodea auf dem Baldeneysee haben die Wassersportler unerwartet spontane Unterstützung von einem Essener Unternehmen bekommen. Der Haarzopfer Garten- und Landschaftsbaubetrieb Vignold setzte tagelang unentgeltlich sein neues schwedisches Amphibienfahrzeug ein. Die Mitarbeiter fuhren die Regatta-Strecken auf dem See ab und sammelten die auf der Wasseroberfläche treibenden Pflanzen ein, damit der Kanu-Polo-Cup und die Ruderlandesmeisterschaften ohne Probleme zu Ende gebracht werden konnten.

Zu diesem Zeitpunkt stand nur ein Mähboot des Ruhrverbandes für eine Arbeitsschicht zur Verfügung, weil das angeforderte zweite Boot nicht kam. Als die Haarzopfer darüber in unserer Zeitung lasen, stand für sie der Entschluss fest: „Wir helfen. Wir machen das für den Sport“, waren sich der Geschäftsführer Heinz-Jürgen Vignold, selbst Eisschnellläufer, und seine Tochter, die Junior-Chefin Ute Vignold-Gries, sofort einig.

Nach einem Gespräch mit dem Organisator der Kanu-Polo-Turniere, Jürgen Konrad, ging das erst im Herbst für 150 000 Euro gekaufte Amphibien-Kettenfahrzeug zum ersten Mal am 7. Juli zu Wasser. Das wendige und nur fünf Meter lange Boot nahm mühelos mit einem aufgesteckten Rechen herumtreibende Wasserpest-Pflanzen auf, die vom großen Mähboot des Ruhrverbandes nicht eingesammelt werden konnten. Auch in der darauf folgenden Woche „säuberte“ das Amphibien-Boot mehrmals die Regatta-Strecken.

Lob für Einsatz gegen die Wasserpest

Hans-Walter Fink, Sprecher der Interessengemeinschaft Baldeney, ist begeistert. „Es ist schön, dass sich ein Essener Unternehmen für uns engagiert und uns hilft.“ Die Ergebnisse bewertet er positiv: „Wir haben die Sportveranstaltungen sauber durchgeführt. Das Kanu-Polo-Turnier lief prima.“

Fink will, dass das Amphibienfahrzeug in Zukunft öfters als Ergänzung zum Mähboot geordert wird und auch Anlegestellen frei räumt. „Das große Mähboot ist dafür zu unbeweglich“, betont er. Es kann zwar große Mengen der Wasserpest abmähen, aber nicht alles gleichzeitig einsammeln. „Wir hatten gerade im vorigen Jahr große Probleme mit Pflanzen, die sich abgelöst hatten und herumtrieben. Die blieben im Paddel hängen.“

„Sportler müssen zusammenhalten“

Für Familie Vignold steht im Vordergrund, dass die Wassersportler nicht durch die Elodea-Pflanzen behindert werden. „Sportler müssen zusammenhalten. Wir haben unser Amphibienfahrzeug hier stehen und können es schnell zum Baldeneysee bringen, damit die Wettkämpfe stattfinden können“, sagt die Junior-Chefin und hat schon eine neue Idee. Sie konstruierte einen Ponton mit einem großen Netz, damit das aufgesammelte Grünzeug auf dem Wasser zwischengelagert werden kann, bevor es an Land gebracht wird.

Hans-Walter Fink ist für jede weitere Hilfe dankbar. „In der zweiten Hälfte der Saison startet die Deutsche Meisterschaft Kanu-Polo und die Essener Seglerwoche. Das sind die Highlights.“

>>AMPHIBIENFAHRZEUG FÄHRT AUF KETTEN

Das sieben Knoten schnelle Amphibien-Kettenfahrzeug ist ein multifunktionaler „Allgrounder“ mit Vorrichtungen für Rechen, Greifer und Bagger. Es kann zu Wasser und auf Land schneiden, transportieren, sammeln und ausbaggern.

Im Einsatz war das Fahrzeug auch schon im Kettwiger Mühlengraben und im Stadtgarten.

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