E-Mobilität

E-Mobilität: Essener Handwerk wünscht sich mehr Rückenwind

Marcel Seyer, Obermeister der Kfz-Innung, Kreishandwerksmeister Martin van Beek und Geschäftsführer Wolfgang Dapprich (v.l.) werben für E-Mobilität.

Foto: Ulrich von Born

Marcel Seyer, Obermeister der Kfz-Innung, Kreishandwerksmeister Martin van Beek und Geschäftsführer Wolfgang Dapprich (v.l.) werben für E-Mobilität. Foto: Ulrich von Born

Essen.  Essener Betriebe wollen auch bei der Mobilitätswende vorne mitfahren. Dringenden Nachholbedarf sieht man vor allem bei der Lade-Infrastruktur.

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Das Handwerk versteht sich gerne als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Vorweg fahren wollen heimische Betriebe auch, wenn es um die Mobilitätswende geht. Am Stadion Essen konnten sich Unternehmen jetzt über den Stand der Technik in Sachen E-Mobilität informieren. Kreishandwerksmeister Martin van Beek verband dies mit einem Appell an die Adresse der Stadt. Diese müsse dringend mehr tun, um die nötige Infrastruktur zu schaffen.

E-Mobilität bietet sich für Handwerksbetriebe an

Noch ist der Anteil an Elektro-Fahrzeugen in Essen verschwindend gering. Nicht einmal 300 E-Autos sind mit einem E-Kennzeichen unterwegs. Dabei bietet sich die Technik gerade für Handwerksbetriebe an; davon ist Marcel Seyer, Obermeister der Kfz-Innung, überzeugt.

Seyer ist Vertragshändler für einen der führenden Hersteller von Elektro-Autos und fährt ein solches selbst bereits seit drei Jahren. „Ich bin total überzeugt“, sagt Seyer. Gerade für Betriebe, deren Fahrzeuge vor allem im Stadtgebiet unterwegs sind und deshalb täglich nur kurze Wege zurücklegen, sei ein E-Auto mehr als nur eine Alternative.

Markt verspricht rasantes Wachstum

Auch Peter Rathmann, Elektromeister aus Steele, ist angetan von seinem E-Auto. Die Reichweite von 320 Kilometern sei absolut ausreichend. In anderthalb Stunden sei die Batterie wieder aufgeladen. Rathmann will seinen Fuhrpark nach und nach auf Elektro-Mobile umstellen.

Aus einem naheliegenden Grund: Als Unternehmer will er frühzeitig in einen Markt einsteigen, der rasantes Wachstum verspreche. „Wir verkaufen das gesamte Equipment“, sagt Rathmann. Da liege es nur nahe, dass der Kundendienstmonteur selbst mit einem Elektro-Auto beim Kunden vorfährt.

Es fehlen noch größere Transporter

Andere haben Vorbehalte. Klaus Pape, Inhaber eines Heizung- und Sanitärbetriebes, ist skeptisch. Die Reichweite von E-Mobilen sei zu gering, größere Transporter seien noch gar nicht auf dem Markt. Und ob E-Autos wirklich umweltfreundlicher sind? Pape hat da so seine Zweifel und verweist auf die Herstellung und Entsorgung der Batterien. Nicht zuletzt seien die Anschaffungskosten für ein Elektroauto höher, gibt Pape zu bedenken.

Sorge vor Fahrverboten

Laut Martin van Beek erneuern Handwerksbetriebe ihren Fuhrpark durchschnittlich alle zehn Jahre. Eine Investition will also gut überlegt sein. Vor diesem Hintergrund beklagt Essens Kreishandwerksmeister, dass die Politik in Berlin für große Verunsicherung gesorgt habe. Sollten tatsächlich Fahrverbote für Dieselfahrzeuge ausgesprochen werden, wären gerade Handwerksbetriebe die Leidtragenden, warnt van Beek. Wer auf Nummer sicher gehen will, rüstet um. Auch dabei wünscht sich das Handwerk mehr Rückenwind.

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