Bahnhof Altenessen

Drogenhandel erschreckt Altenessener auf Weg zur Arbeit

Drogenhandel hat ein Altenessener Pendler abends auf dem Bahnsteig in Altenessen beobachtet. Das erschreckt ihn.

Drogenhandel hat ein Altenessener Pendler abends auf dem Bahnsteig in Altenessen beobachtet. Das erschreckt ihn.

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Essen-Altenessen.   Pendler beobachtet abends offenen Drogenhandel auf Bahnsteig im Bahnhof Altenessen. Bundespolizei hat aber keine Erkenntnisse darüber.

Am meisten hat Michael M. (35, der Name wurde geändert) überrascht, dass die beiden Männer noch nicht einmal versuchten, ihren Drogenhandel unbeobachtet über die Bühne zu bringen. „Die haben sich keine Mühe gemacht, es zu verstecken“, wundert sich der Altenessener. Schon mehrmals hat er abends, wenn er mit dem Zug zur Nachtschicht nach Düsseldorf fährt, Männer auf dem Bahnsteig beobachtet, wie sie die Tüten tauschten. Jetzt hat er Anzeige bei der Polizei erstattet: „Denn der Bahnhof Altenessen darf nicht zu einem Drogenumschlagplatz werden.“

Die Bundespolizei hat keinen aktenkundigen Verstoß

Die Bundespolizei hat allerdings keine Erkenntnisse, dass diese Gefahr wirklich bestehen könnte. „Der Bahnhof Altenessen wird unregelmäßig durch motorisierte Streifen, aber auch durch Zugstreifen überwacht. Feststellungen im Zusammenhang mit Drogenhandel wurden hierbei nicht aktenkundig. In diesem Jahr wurde bislang kein einziger Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz aktenkundig“, stellt Volker Stall, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Dortmund, fest.

Michael M.s Beobachtungen stehen dem entgegen. „An zwei Abenden habe ich den Herrn beim Verkauf von Drogen beobachtet“, erzählt er. „Zwischen 21.25 und 21.33 Uhr steht er am Bahnsteig Richtung Düsseldorf. Beide Male habe ich beobachtet, wie drei verschiedene Personen auf ihn zugehen, Drogen kaufen und sich mit „bis morgen“ verabschieden.“ Um 21.35 Uhr sei der Drogenhändler dann in den Regionalexpress RE 3 Richtung Düsseldorf eingestiegen und eine Station weiter, also in Oberhausen, wieder ausgestiegen.

Ein zweiter Mann beobachtete die Szene aus der Entfernung

Ein zweiter Mann, Alter Mitte 20, habe sich auf dem Bahnhof 100 Meter entfernt aufgehalten und die Umgebung beobachtet. Sie kannten sich offenbar: „Den Zug betraten beide zusammen und setzten sich auch nebeneinander hin.“

In beiden Fällen habe Michael M. die Polizei angerufen. „Doch die Zeit war zu knapp, um rechtzeitig auf dem Bahnhof zu erscheinen“, bedauert der 35-Jährige, der den Drogenhandel aus sicherer Entfernung beobachtet habe: „Ich habe versucht, so unscheinbar wie möglich aufzutreten.“

Wenig überrascht über diese Schilderung ist Matthias Blackert vom städtischen Ordnungsamt. Seit drei Jahren seien nun die Überwachungskameras am U-Bahnhof Rheinischer Platz im Einsatz. „Es war im Gespräch, dass sich das alles dann auf die Nordstrecke verlagert, zu den U-Bahnhöfen Bäuminghausstraße und Bahnhof Altenessen“, erinnert er sich. Dort werde Drogenhandel schon beobachtet, doch über den S-Bahn-Haltepunkt könne er nichts Konkretes sagen: „Auf dem Hoheitsgebiet der Deutschen Bahn haben wir keine Aktien. Aber hat hat auch niemand die Blauäugigkeit, dass so keine Drogen gehandelt werden.“

Regelmäßig werden Besitzer von Betäubungsmitteln festgestellt

Den Überblick hat da schon die Bundespolizei. „Uns ist kein schwunghafter Drogenhandel in Zügen zwischen Dortmund, Essen und Oberhausen bekannt“, sagt Volker Stall. „Dies bedeutet jedoch nicht, dass es so ein Phänomen nicht gibt. Regelmäßig werden Personen festgestellt, welche im Besitz von Betäubungsmitteln sind. Jedoch handelt es sich in den meisten Fällen um geringe Mengen, so dass man nicht von dealertypischen Mengen sprechen kann.“

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