Sexueller Missbrauch

Dortmunder Frauenarzt filmt heimlich rund 50 Patientinnen

Das Landgericht Dortmund hat einen Frauenarzt wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen verurteilt.

Das Landgericht Dortmund hat einen Frauenarzt wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen verurteilt.

Foto: Volker Hartmann/Archiv

Essen/Dortmund.  Ein Frauenarzt hat in rund 50 Fällen Patientinnen heimlich im Intimbereich gefilmt. Die Termine hatte er zum Teil nur wegen der Fotos anberaumt.

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Sechs Jahre nach seiner Enttarnung ist ein Dortmunder Frauenarzt am Montag verurteilt worden. Wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen erkannte das Landgericht Dortmund auf ein Jahr und neun Monate Haft. Es setzte die Strafe zur Bewährung aus.

Nach eigenem Geständnis hatte der 58-Jährige die Frauen in rund 50 Fällen heimlich im Intimbereich gefilmt. Termine mit ihnen hatte er zum Teil nicht aus medizinischen Gründen anberaumt, sondern allein wegen der Fotos.

Eine Auszubildende entdeckte die versteckten Kameras

Aufgeflogen war der in Essen lebende Gynäkologe, weil Mitte 2012 eine Auszubildende die versteckten Kameras entdeckt hatte. Sie benachrichtigte die Polizei.

Verzögert wurde das Verfahren vor allem vor Gericht, weil ein Gutachter in der ersten Hauptverhandlung als befangen galt und ein neues Gutachten erstellt werden musste. Weil die 31. Dortmunder Strafkammer deshalb von einer nicht durch den Angeklagten verschuldeten “rechtsstaatswidrigen Verzögerung” ausging, gelten vier Monate der Strafe bereits als vollstreckt, erklärte Richter Ulf Pfennig. Darauf kommt es aber erst an, wenn der Arzt erneut straffällig und die Bewährung widerrufen würde.

Er räumte ein, aus sexuellen Motiven fotografiert zu haben

Dem Urteil ging eine Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung voraus. Im Oktober hatte der Angeklagte sich bereit erklärt, über seinen Verteidiger Clemens Louis ein Geständnis abzulegen. Darin räumte er ein, aus sexuellen Motiven fotografiert zu haben. Früher hatten seine Verteidiger noch von einer medizinischen Dokumentation gesprochen.

Seit 2002 hatte der Frauenarzt in der Dortmunder Innenstadt praktiziert. Das endete nach Bekanntwerden der Vorwürfe.

Seine Approbation ruht, ist ihm noch nicht entzogen worden. Wie es heißt, möchte er nach dem Urteil wieder als Arzt arbeiten. Ob das möglich ist, entscheiden die zuständigen Gremien.

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