Doris Soffel in der Philharmonie

Ob Donizetti oder Wagner, Mozart oder Penderecki – Doris Soffel kann auf eine bemerkenswert vielseitige Karriere blicken. Wer die Sängerin jetzt in der Philharmonie als Liedinterpretin erlebte, mag kaum glauben, dass sie in dieser Woche ihren 70. Geburtstag feiert.

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Ob Donizetti oder Wagner, Mozart oder Penderecki – Doris Soffel kann auf eine bemerkenswert vielseitige Karriere blicken. Wer die Sängerin jetzt in der Philharmonie als Liedinterpretin erlebte, mag kaum glauben, dass sie in dieser Woche ihren 70. Geburtstag feiert.

Die Präsenz der legendären Fricka und Klytämnestra ist ungebrochen, man klebt ihr förmlich an den Lippen und nimmt ihr den bitter-tragischen Kindstod in Mahlers „Irdischem Leben“ ebenso ab wie Brechts lasziven Ton der alternden Hure.

Manuel Lange am Flügel war mehr als Begleiter und konnte der Sängerin einen geradezu sinfonisch wogenden Klavierpart bereiten und den trockenen Sound für die Diseuse, die die Soffel bühnenwirksam in „Nannas Lied“ mit Longdrinkglas in der Hand über die Rampe brachte.

Stimmlich ist sie nach wie vor auf der Höhe. Da blitzt in den Mezzo-Spitzen die Bayreuther Heroine auf: raumgreifend, frei schwingend, ohne jede Grelle. Da gibt sie Lieder von Sibelius in gesanglicher Größe wunderbar melodisch fließend und weiß die ausgedehnte monologische Szene „La dame de Monte Carlo“ von Francis Poulenc in gestischem Wechselspiel und salonhaftem Leichtgewicht zu präsentieren. Die Opernfans feierten ihre Soffel gebührend.K.A.

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