Ordnung

Doppelstreife nimmt Essens Stadtteile stärker in den Blick

Ordnungsamt und Polizei machen sich zunehmend in Richtung der Stadtteile auf den Weg.

Ordnungsamt und Polizei machen sich zunehmend in Richtung der Stadtteile auf den Weg.

Foto: Arend

Essen.   Mehr Mitarbeiter und weniger Problemzonen in der Essener City: Das Ordnungsamt ist zunehmend in den Außenbezirken aktiv – und wird auch fündig.

Für Essens Sicherheit und Ordnung waren sie exakt 19.293 Stunden auf den Beinen, kamen auf insgesamt 1516 Streifengänge, 715 Mal im Schulterschluss mit der Polizei, 801 Mal in Eigenregie, und stellten damit einen neuen Rekord auf: Die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Essen waren im vergangenen Jahr fast doppelt so lange im Einsatz wie in 2017. Und die Zahl ihrer bei Wind und Wetter absolvierten Kontrollrunden konnte ebenfalls deutlich zulegen: Immerhin um mehr als ein Drittel. Dies geht aus der alljährlichen Statistik der Stadt hervor.

„Die Einsatzzahlen entwickeln sich stadtweit positiv“, sagt Ordnungsdezernent Christian Kromberg. Und das sei vor allem zwei Umständen zu verdanken: Die Situation in der Innenstadt habe sich weitestgehend normalisiert. Einsätze in der Trinkerszene konnten auf Normalmaß zurückgefahren werden. Zudem habe sich positiv bemerkbar gemacht, dass die Zahl der Ordnungsamtsmitarbeiter im vergangenen Jahr nicht nur von zwölf auf inzwischen 18 aufgestockt werden konnte. Eine höhere Schlagzahl wurde auch durch den zusätzlichen Einsatz von bis zu 13 Mitarbeitern der Stadttochter RGE Servicegesellschaft Essen mbH möglich.

Den hatte der Rat der Stadt erstmals für 2018 beschlossen und dafür rund eine Million Euro locker gemacht, um die „stetig wachsende Fülle der Aufgaben bei der Gefahrenabwehr“ überhaupt noch bewältigen zu können, wie es damals hieß.

Weitere Unterstützung durch „private“ RGE-Kräfte

Auch wenn im Sommer dieses Jahres weitere 14 „reguläre“ Kräfte nach dem Abschluss ihrer Ausbildung die Doppelstreife verstärken werden, möchte Kromberg an dieser Unterstützung durch die RGE-Kräfte weiterhin festhalten – möglichst, bis der Kommunale Ordnungsdienst auf mindestens 70 Köpfe angewachsen ist, die der Dezernent im Endausbau für notwendig hält. Allerdings: Erneut bewilligt wurde das Geld für das Anheuern der „Privaten“, die keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen, sondern allenfalls unterstützend und auf Anweisung der Ordnungsamtsmitarbeiter tätig werden dürfen, bislang noch nicht.

Zumindest im vergangenen Jahr aber haben diese Kräfte mit dafür gesorgt, dass die Doppelstreife nach einer jahrelangen Durststrecke erstmals wieder stärker in den Stadtteilen auflaufen konnte. Zwar gingen immer noch 458 der Streifen und damit 64 Prozent durch die Innenstadt. Jedoch legten die Einsätze in den Außenbezirken gleichzeitig um sechs Prozent zu, so die Stadt. Dieses Verhältnis soll sich in naher Zukunft zugunsten der Stadtteile weiter verschieben, wenn im Sommer neue Mitarbeiter dazu stoßen, lautet die erklärte Absicht.

Insgesamt 3473 Verstöße festgestellt

Denn in den Bezirken gibt es offenbar genug zu tun: Während die Verstöße des „verbotenen Lagerns“, des „nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs von Sitzbänken“ sowie der „Beschränkung des Gemeingebrauchs“ durch eine Beruhigung der Szenen in der Innenstadt rückläufig waren, stieg die Zahl der Einsätze wegen freilaufender Hunde von 234 auf 425, der Verstöße gegen den Jugendschutz in den Stadtteilen von 85 auf 136 und des Befahrens von Anlagen mit nicht zugelassenen Fahrzeugen von 287 auf 501 merklich, um nur einige wenige Beispiele der insgesamt 3473 festgestellten Ordnungswidrigkeiten zu nennen.

All dies zeige, „dass die Außenbezirke verstärkt bedient werden müssen“, heißt es deshalb in einem Papier, mit dem sich der Ordnungsausschuss der Stadt am Mittwoch beschäftigen wird. Daran hatten zumindest die Bezirksvertretungen nie einen Zweifel.

>>>25.234 Maßnahmen getroffen

  • Die Einsatzkräfte des kommunalen Ordnungsdiensts haben im vergangenen Jahr 25.234 Maßnahmen getroffen. Das waren 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
  • Zwar wurden mit 2377 weniger Verwarnungen ausgesprochen, jedoch hat die Zahl der Anzeigen (1096) zugenommen.
  • Durch das Mehr an Personal waren auch mehr Bürgerkontakte möglich: 11.390 Gespräche entsprechen einer Zunahme von rund 28 Prozent.
  • Die Summe aller verhängten Verwarngelder betrug im vergangenen Jahr 11.495 Euro.

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