Gastro-Kolumne

Dolcinella: So schmeckt die Teatime in Essen-Werden

Das Dolcinella in Werden.

Das Dolcinella in Werden.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Tee, Sandwich-Ecken, Reisnudel-Salat im Gläschen, Scones, Canelés und Mini-Tartelettes. Wir haben das Dolcinella in Essen-Werden getestet.

Was passt besser zum Brexit als eine Teatime? Im Werdener Dolcinella pfeift man dabei sogar auf territoriale Grenzen und mischt dem britischen Nachmittagskaffee unkompliziert französische und italienische Einflüsse bei.

Denn Internationalität haben die beiden Betreiberinnen (die noch ein zweites Dolcinella in Düsseldorf unterhalten) und die Küchenmannschaft nun mal im Blut. Das Ergebnis: Ein Afternoon Tea zum genüsslichen Schwelgen mit frischen Blumen auf dem Tisch.

Im Dolcinella ist eine Reservierung unbedingt erforderlich

Als wir das Dolcinella am Samstagnachmittag betreten, wissen wir, warum eine Reservierung unbedingt erforderlich ist: Es ist voll bis auf den letzten Platz. Dennoch steht die Lautstärke einem gemütlichen Zusammensein nicht entgegen – das Ladenlokal ist groß genug und nicht zu eng bestuhlt.

Zu viert teilen wir uns zwei Kannen Tee. Wer English Breakfast oder Earl Grey nicht mag, wählt zwischen grünem, Früchte- oder Rooibostee. Und dann kommen zwei Etageren, randvoll mit kleinen, mundgerechten Köstlichkeiten, für die man sich Zeit nehmen sollte: Sandwich-Ecken mit Frischkäse und Lachs oder Gurke, ein Reisnudel-Salat im Gläschen, herzhafte Mini-Tartelettes, Scones mit köstlicher, hausgemachter Marmelade, Canelés und Mini-Tartelettes mit Zitronencreme und Blaubeeren.

Gläschen-Salat ist einer Idee Minze

Egal, womit man beginnt, das Geschmackserlebnis bleibt bei jeder Stufe der Etagere unvermindert gut. Die Sandwiches sind stilecht ohne Rinde angerichtet und wecken mit frischem Dill Gedanken an ein Sommerpicknick. Die frischen und luftigen Scones könnte man gut solo genießen, wären da nicht der Mascarpone-Aufstrich; und die köstliche, hausgemachte Marmelade mit einem Hauch Minze, der den Festland-Gaumen nicht überreizt. Das britische Original verlangt natürlich eine südenglische „Clotted cream“ zu Scones. Doch liegt italienische Mascarpone geschmacklich sehr nah dran und ist daher hier – nicht nur aus Gründen der Völkerverständigung – durchaus vertretbar.

Dem Gläschen-Salat ist ebenfalls eine Idee Minze zugegeben. Das passt wunderbar zu Eiernudeln und Staudensellerie, schmeckt schön frisch, hält sich dabei aber angenehm im Hintergrund und drängt sich geschmacklich nicht auf.

Freundliches Personal und ausreichend Parkplätze

Die Canelés, ein französisches Eiergebäck mit Rum, und Mini-Törtchen mit Zitronencreme und Blaubeeren machen optisch ein bisschen auf „Die wunderbare Welt der Amélie“, fügen sich dennoch hervorragend in diese englische Teatime ein.

Und wenn man mit alldem fertig ist, lehnt man sich beglückt zurück und freut sich über so viel liebevolle kulinarische Handarbeit und europäische Geschmackssymbiosen. So werden wir das hiesige Frühstücks- und Abendangebot sicher auch noch testen.

Bleibt noch das freundliche Personal zu loben: Hier fühlt man sich einfach gut aufgehoben. Und ausreichend Parkplätze gibt es gleich nebenan.

Dolcinella, Löwental 15, Telefon: 0201/52004915. Öffnungszeiten: Di-Fr 9-22, Sa 10-22, So 10-19, Montag Ruhetag. www.dolcinella.de

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