Diebstahl

Dieb klaut in Essen Blumen von einem Grünstreifen

In Essen-Rüttenscheid hat auf der Alfredstraße ein Taxi angehalten, damit der Fahrgast von dem Grünstreifen in der Mitte Narzissen pflücken kann.

In Essen-Rüttenscheid hat auf der Alfredstraße ein Taxi angehalten, damit der Fahrgast von dem Grünstreifen in der Mitte Narzissen pflücken kann.

Foto: Siegfried Radschun

Essen.   In Essen-Bredeney hat ein Blumendieb mitten auf der Straße einen Strauß Narzissen gepflückt. Ein Taxifahrer hielt für seinen Beifahrer an.

Ein kurioser Fall von Blumenklau in Essen-Bredeney: Es ist Sonntagmorgen, 9.30 Uhr. Mitten auf der Alfredstraße hält ein Taxi auf der Linksabbieger-Spur zur Brachtstraße. Der Fahrgast auf dem Beifahrersitz steigt aus, lässt die Tür offen stehen und pflückt auf dem Mittelstreifen dort blühende Narzissen. Etwa fünf Minuten lang, dann steigt er mit dem kleinen Strauß in der Hand wieder ein und das Taxi fährt weiter. Immerhin: Zwei Blumen lässt er stehen.

Vorfall steht im Gegensatz zum Titel der grünen Hauptstadt

Anwohner Siegfried Radschun, beobachtet das Geschehen am Fenster seiner Wohnung. „Der Fahrgast hat die Blumen in aller Seelenruhe gepflückt. Das ärgert mich, vor allem weil Essen ja Grüne Hauptstadt Europas ist“, sagt der Bredeneyer.

Auch unabhängig von dem Titel der Grünen Hauptstadt ärgert sich Radschun: „Da wird ein Mittelstreifen extra begrünt, und der Mann bedient sich einfach daran. Ich verstehe auch nicht, warum der Taxifahrer das mitmacht. Ein vernünftiger Fahrer hätte wohl gesagt, dass das nicht geht und wäre weitergefahren.“

Pkw-Fahrer hupen und meckern Dieb und Taxifahrer an

Einer seiner Nachbarn sah den Vorgang ebenfalls, vom Bürgersteig aus. Er meckerte die beiden Übeltäter an, genauso wie einige vorbeifahrende Auto-Fahrer. Radschun und sein Nachbar gaben der Polizei und der Taxizentrale Bescheid. Dort heißt es, die Unternehmer müssen entscheiden, ob sie ihren Fahrer dafür bestrafen. Denn Taxifahrer müssen sich an das geltende Verkehrsrecht halten.

Die Straßenverkehrsordnung besagt, dass nur am rechten Straßenrand gehalten werden darf. Darauf weist auch die Essener Polizei hin, wobei es für Taxifahrer manchmal Ausnahmen gebe.

Der Diebstahl von Blumen sei noch ein anderes Thema. „Wenn es strafrechtlich verfolgt werden soll, müsste der Geschädigte Anzeige erstatten“, sagt ein Polizei-Sprecher.

Essener Grün und Gruga sind keine Probleme bekannt

Der Essener Stadttochter Grün und Gruga sind derweil kaum solche Fälle bekannt. Dort trifft der Vorgang in Bredeney aber ebenfalls auf Unverständnis. „Blumensträuße werden doch zurzeit überall angeboten, wir reden hier über Centbeträge. Ich finde das Verhalten dreist. Die Stadt engagiert sich, damit es schön aussieht“, äußert sich Sprecher Eckhard Spengler.

Es komme schon mal vor, dass in Hochbeeten am Rand Blumen gepflückt werden. Sonst sei Blumendiebstahl aber kein großes Problem. „Sollte sich das ändern, müssen wir uns etwas überlegen“, kündigt Spengler an. Probleme hatte die Stadt zuletzt eher mit Raben, die Blumen aus den Beeten gezogen haben, als sie noch nicht blühten. Die kamen aber ohne Taxi.

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