Die wollen noch spielen!

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Die wollen noch spielen. Nicht World of Warcraft oder andere Computerspiele. Bei den Essener Schultheatertagen, die gestern von Intendant Christian Tombeil und Kulturdezernent Andreas Bomheuer in der Casa des Schauspiels Essen eröffnet wurden, rasseln nur die rhetorischen Säbel, und alles, was noch bis Samstag, über die Bühne geht, ist selbst erdacht und aufgeschrieben, in Echtzeit gespielt, mit Herzklopfen vorgetragen und von Applaus bedacht.

Acht Schulen machen diesmal mit und beweisen, dass trotz G 8-Stress und Facebook-Kommunikation noch Zeit bleibt, um über die großen Themen zu reden: Liebe, Angst, Glück und die ganzen Probleme mit dem Erwachsenwerden. Und das nicht nur auf der Bühne, sondern später auch beim „Speeddating“, in den täglichen Gesprächsrunden und beim Treffen mit Grillo-Schauspieler, mit denen die Theaterpädagogen Katharina Feuerhake und Frank Röpke das Treffen flankieren.

Spannend gestaltet sich das Programm auch deshalb, weil hier keine braven Klassiker-Adaptionen vorgeführt werden. Schultheater ist längst in der Lebenswirklichkeit seiner Darsteller gelandet. Es geht um Leistungsdruck und Zukunftsangst, um Beziehungsstress und die Trennung der Eltern. Und natürlich geht es auch um das Leben mit und in sozialen Netzwerken, wie in der Eigenproduktion des Leibniz-Gymnasiums „Es geht mir gut“ . Die 20 Jugendlichen des Viktoria-Gymnasiums lassen ihre Gedanken in dem Stück „Solange ihr eure Tische über unsere Füße stellt“ auf der Bühne von einer Live-Band begleiten. Und dann feiern diese Schultheatertage auch die Renaissance des Chorsprechens. So präzise und druckvoll als hätten alle gut bei Volker Lösch und „Rote Erde“ zugehört. Die Schüler des Burggymnasiums beispielsweise, die in „Katastrophen, Anastrophen oder einfach das wahre Leben“ einen schönen Vorgeschmack auf die Ausdrucks-Vielfalt des Programms gaben, poetisch, melancholisch und sehr lebensecht.

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