Kommentar

Die „Umweltspur“ in Essen kann vielleicht eine Lösung sein

NRZ-Redakteur Michael Mücke kommentiert die „Umweltspur“.

NRZ-Redakteur Michael Mücke kommentiert die „Umweltspur“.

Essen.   Über die erste Essener „Umweltspur“ ist ein Streit entbrannt. Dabei gibt es noch gar keine detaillierten Pläne.

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Der Streit um die erste „Umweltspur“ in Essen hat schon begonnen, bevor überhaupt konkrete Pläne auf dem Tisch liegen. Es sieht so aus, dass die Mehrheit in den Ratsfraktionen der CDU und SPD den Autofahrern in der Essener City einfach keine Fahrspur wegnehmen will.

Da darf keine „rote Linie“ überschritten werden. Auch dann nicht, wenn es am Ende nur noch um einige hundert Meter geht, den Autofahrern immerhin noch zwei Fahrstreifen je Richtung bleiben und nur die dritte ausschließlich von Bus- und Radfahrern genutzt werden darf.

Stadt will Fahrverbote in Essen verhindern

Beigeordnete Simone Raskob will die „Umweltspur“. Sie glaubt, dass dieses Projekt wichtiger Bestandteil eines Gesamtpaketes ist, mit dem der EU-Grenzwert für Stickoxide möglichst schnell eingehalten und Fahrverbote verhindert werden können.

Simone Raskob hat jetzt erste Modellrechnungen vorgelegt, die bei einer „Umweltspur“ die Zu- und Abnahme des Autoverkehrs auf verschiednen Straßen prognostizieren. Und sie hat auf dieser Basis vorgeschlagen, welche Variante weiter zu prüfen wäre. Nicht mehr und nicht weniger.

Ob die Verkehrsplaner eine praktikable Lösung finden, die mit einer „Umweltspur“ auf der Schützenbahn tatsächlich für bessere Luft sorgt und nicht zu noch mehr Staus oder gar Unfällen führt, wird sich erst bei der detaillierten Betrachtung herausstellen. Man weiß nur, dass die Planung für ein solches Verkehrsprojekt schwierig ist.

Das darf aber nicht heißen, sich gleich am Anfang zu verweigern. Klar: Die Verkehrspolitiker müssten Neuland betreten und hier und da über den eigenen Schatten springen. Diesen Prozess - wie von der Verwaltung vorgesehen - in einem „interfraktionellen Workshop“ zu begleiten, hilft dabei, das Für und Wider besser abzuwägen .

Vielleicht kommt dabei heraus, dass eine „Umweltspur“ an dieser Stelle die Probleme nur verschärfen würde. Dann hätte sich das Thema erledigt. Und wenn der Plan doch klappen könnte? Dann sollte man es auf einen Versuch ankommen lassen.

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