Offene Gartenpforte

Die Traumgärtnerin aus dem Essener Nachtigallental

Für Conny Brodersen gibt es nichts Entspannenderes, als in ihrem Garten zu arbeiten. Der gehört mit zu den schönsten in der Stadt und nimmt an der Veranstaltung „Offene Gartenpforte“ teil.

Für Conny Brodersen gibt es nichts Entspannenderes, als in ihrem Garten zu arbeiten. Der gehört mit zu den schönsten in der Stadt und nimmt an der Veranstaltung „Offene Gartenpforte“ teil.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Margarethenhöhe.  Cornelia Brodersen öffnet ihren 600 Quadratmeter großen Garten für Besucher. Der liegt idyllisch am Nachtigallental in Essen-Margarethenhöhe.

Mit ihrem Traumgarten am Essener Nachtigallental nimmt Cornelia Brodersen regelmäßig an der Aktion „Offene Gartenpforte“ teil. Dabei können sich Besucher vom grünen Paradies bezaubern lassen und auch noch viele wertvolle Tipps für den eigenen Garten mitnehmen.

Eine schmale Straße auf der Margarethenhöhe: Rechts und links wechseln sich Ein- und Zweifamilienhäuser ab. Hübsch sind hier schon die Vorgärten, doch hinter dem Haus von Cornelia Brodersen wartet eine grüne Oase, die ihresgleichen sucht: blühende Rhododendren, mediterrane Affenrutschbäume, geschwungene Beete, ein Teich voller Seerosen, versteckte Sitzplätze und ein Ausblick in den Wald des Tals, der wie eine grüne Wand den Garten von außen abschirmt.

Raum für Schmetterlinge, Vögel und Bienen

„Mein Garten ist naturnah, bietet Raum für Schmetterlinge, Vögel und Bienen, aber hat auch einen englischen Charakter“, sagt Cornelia Brodersen. Die pensionierte Lehrerin hat ihre Liebe zum Gärtnern erst spät entdeckt und ihr grünes Reich im Laufe der vergangenen zehn, fünfzehn Jahre perfektioniert, ohne dass es perfekt wirkt. Doch in den Beeten wird nichts dem Zufall überlassen. „Schon beim Anlegen habe ich die Blühfolge im Kopf und weiß, welche Farben wo erscheinen“, sagt sie. Malen mit Farben nennt sie das.

Die Leidenschaft ist mittlerweile so groß, dass Cornelia Brodersen sie auf professionelle Beine stellen wollte. So hat sie ein Fernstudium Gartengestaltung aufgenommen und in diesem Frühjahr erfolgreich abgeschlossen.

Aber zurück zum Garten: Der ist in diesem Frühjahr und bei Sonnenschein eine wahre Pracht: Alles blüht, die Vögel aus dem nahen Wald zwitschern, ein Eichhörnchen wagt sich auf den kleinen Tisch am Ende des Gartens – eine wahre Idylle. wären da nicht die Rehe: „Zwei hüpfen immer wieder über den Zaun unten und knabbern meine fetten Hennen an“, seufzt Cornelia Brodersen und zeigt die Bescherung.

Ein Arche-Noah-Beet für spätzündende Pflanzen

Als sie mit dem Gärtnern anfing, da lautete ihre Devise „Versuch macht klug“. Wenn sich eine Pflanze an einem Standort nicht entwickelte, wurde sie umgesetzt. Wenn gar nichts ging, kam sie erst einmal ins Arche-Noah-Beet: Dort hat sie alle Zeit der Welt, sich vielleicht doch noch zu entwickeln. „Ich kann einfach keine Pflanze, die noch lebt, entsorgen.“

Am Anfang investierte sie viel Zeit, um die 600 Quadratmeter nach ihren Wünschen zu gestalten. „Ich konnte auch selten einfach hier sitzen und genießen, sah immer etwas, was gemacht werden musste.“ Mittlerweile kann die Traumgärtnerin auch einfach nur entspannen und die Pracht auf sich wirken lassen, „das kann ich besonders gut, seit ich pensioniert bin“, sagt sie und lacht.

Ihr Lieblingsplatz ist unter den beiden knorrigen Apfelbäumen: Von dort hat sie einen Blick ins unendliche Grün. Denn zwischen den Gärten der Nachbarn gibt es schon lange keine Zäune mehr. Das sorgt für wunderbare Sichtachsen und ein Gefühl, als befände man sich in einer großzügigen Parkanlage.

Ein Schattenplatz in der Wacholderhöhle

Wenn die Tage heißer werden, wandert Cornelia Brodersen mit ihrer Kaffeetasse in die Wacholderhöhle. Wo ihre längst erwachsenen Kinder sich einst im Dickicht versteckten und Lager errichteten, ist heute ein schöner schattiger Ort: Die Büsche sind gelichtet und bilden eine Art Mauer, die dem Platz, der durch einen wunderschönen japanischen Ahorn beschirmt wird, etwas Verwunschenes geben.

Immer wieder stößt der Besucher auf kleine Überraschungen: Da lugt ein steinerner Buddha aus dem Beet, findet sich ein bronzenes Liebespaar, dass sich über blauen Blüten umarmt. „Das ist meine Partnerschaftsecke“, sagt Cornelia Brodersen. Denn ihren Garten hat sich auch nach der chinesischen Harmonielehre Feng Shui gestaltet. „Das ist auch so eine Leidenschaft von mir.“

Ihr gesammeltes Wissen gibt sie inzwischen an alle, die möchten, weiter: Nicht nur bei der „Offenen Gartenpforte“, sondern auch als Leiterin bei Gartenreisen oder in ihrer Funktion als Gartengestalterin. Das sei neben dem Gärtnern ihr zweites großes Vergnügen.

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