Klimaschutz

Die Stadt Essen will beim Klimaschutz vorne sein

Bei der energetischen Sanierung hat die Essener Wohnungsgesellschaft Allbau seit Jahren eine Vorreiter-Rolle.

Foto: Bodo Tietz

Bei der energetischen Sanierung hat die Essener Wohnungsgesellschaft Allbau seit Jahren eine Vorreiter-Rolle. Foto: Bodo Tietz

Essen.   Die Stadt Essen will beim Klimaschutz vorne sein. Aber um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, sind noch viel mehr Anstrengungen nötig.

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Anlässlich der UN-Weltklimakonferenz in Bonn fordert die städtische Beigeordnete Simone Raskob, dass Essen nicht nachlassen darf, um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen, die Treibhausgase von 1990 bis 2020 um 40 Prozent (bis 2050 sogar um 95 Prozent) zu senken. „Mehr als 23 Prozent Einsparung haben wir schon geschafft. Für die letzten 17 Prozent bis 2020 müssen wir uns wesentlich mehr anstrengen“, sagte sie unserer Zeitung.

„Das ist sehr ehrgeizig und hart, aber es ist zu schaffen“, erklärte sie. Als Voraussetzung dafür nannte Raskob die Erhöhung der Sanierungsquote im Altbaubestand und eine Verkehrswende, mit der der Anteil des Bahn-, Bus- und Fußgängerverkehrs erhöht werde. Hierzu habe sich Essen auch als „Grüne Hauptstadt“ verpflichtet.

Weniger Heizöl, mehr Gas und Fernwärme in Essen

Bei der Gebäudesanierung zur Verringerung der Energiekosten sieht Umweltdezernentin Raskob die Wohnungsgesellschaft Allbau als Vorreiter. „Wir brauchen eine jährliche Sanierungsquote von drei Prozent. Allbau hat das geschafft. Das ist vorbildlich“, betonte die Beigeordnete. Die Stadt und private Eigentümer hinken mit einer Quote von etwa 1,1 Prozent zwar noch deutlich hinterher. Aber: Zum einen stecke das Rathaus viel Geld seines Investitionsprogrammes von 600 Millionen Euro bis 2021 in die energetische Sanierung. Zum anderen führe die Niedrigzinsphase dazu, dass private Hauseigentümer stärker als bisher in ihre Immobilien, und damit in Wärmedämmung und sparsame Heizungen investieren.

Aktuelle Energie-Daten liegen erst für den Zeitraum bis 2013 vor. Danach ist der Primärenergieverbrauch seit 1990 in Essen um 16,6 Prozent gesunken, berichtet Thomas Dobrick vom Umweltamt. Dies könnte ein Hinweis auf eine „zunehmende Energieeffizienz in der Stadt“ sein. Während der Heizölverbrauch eingebrochen sei, konnte eine Zunahme bei Erdgas, Fernwärme und erneuerbaren Energieträgern beobachtet werden.

Stadt begrüßt Vorschlag der EU-Kommission

Im Verkehrsbereich müsse noch deutlich mehr als bisher zur Reduktion der CO2-Abgase beigetragen werden, unterstreicht Beigeordnete Raskob: „Das ist unsere Achillesferse“, sagte sie. Sie begrüßt ausdrücklich den jüngsten Vorschlag der EU-Kommission die CO2-Grenzwerte für Neuwagen bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Raskob: „Das ist eine technologische Herausforderung, aber sie ist zu schaffen.“

Auf der Weltklimakonferenz in Bonn konnte sich Essen auf Initiative des Deutschen Städtetages als Grüne Hauptstadt Europas präsentieren. Simone Raskob sprach von einer großen Ehre. Auf einer einstündigen Diskussionsveranstaltung stellte die Delegation, in der auch der Rektor der Universität Duisburg-Essen, Ulrich Radtke, sowie Landschaftsarchitekt Andreas Kipar, vertreten waren, einem internationalen Publikum den Wandel Essens von einer Industriestadt zu einer der grünsten Städte Deutschlands vor.

Kooperation mit China und den USA

Um diesen Transformationsprozess wird es auch im Austausch mit Städten in den USA und China gehen, welchen Essen im Rahmen eines von der Mercator-Stiftung geförderten Kooperationsprojektes verabredet hat. Laut Simone Raskob kommt der Zusammenarbeit auf lokaler Ebene beim Klimaschutz eine immer größere Bedeutung zu, da sich nationale Regierungen schwerer tun oder sich, wie die Trump-Administration, ganz zurückziehen.

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